Bremer Künstler zerstört in einer Performance ein Bild und verarbeitet es zu einem neuem Werk Holz transformiert Holz zur Plastik

Der Bremer Künstler malt Bilder. Manchmal zerstört er auch seine Werke – um etwas Neues zu schaffen. Jüngst hat er im Haus der Kassenärztlichen Vereinigung wieder zugeschlagen.
20.03.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Renate Schwanebeck

Der Bremer Künstler malt Bilder. Manchmal zerstört er auch seine Werke – um etwas Neues zu schaffen. Jüngst hat er im Haus der Kassenärztlichen Vereinigung wieder zugeschlagen.

Schon bei der Eröffnung seiner Ausstellung „Holz auf Holz – trans_formation professionelle“ im Januar im Haus der Kassenärztlichen Vereinigung hatte der Künstler Peter Holz angekündigt: „Eines dieser Bilder wird die Ausstellung nicht überleben!“ Und er lud zugleich ein zu einer Performance, die Mittwochabend in der Ausstellung im Hause der Kassenärztlichen Vereinigung stattfand.

Zwar waren an diesem herrlich milden Vorfrühlingsabend nur wenige Besucher gekommen – die Vorführung indes war spektakulär. Eine große Spanholzplatte in der Mitte der Eingangshalle, ein Topf mit Bitumen-Reparaturmasse, ein Beil, ein Keil, ein CD-Player und ein Spanholz-Rohling ließen die Besucher schon ahnen, dass Peter Holz Ernst machen würde.

Nach einer kurzen Begrüßung zog sich der Künstler Handschuhe an, schaltete die Musik ein, flog leichten Schrittes die Treppe hinauf in die erste Etage, nahm das dort angekettete Exponat an sich, sauste wieder hinunter und begann mit der „trans_formation“ des Bildes. Sprich: mit seiner Zerstörung. Unter den Augen der Besucher und seines Maskottchens, einem ebenfalls „transformierten“ Feuervogels, eines ehemaligen natürlich schwarzen Raben, nahm er das Beil zur Hand und zerteilte mit heftigen Hieben das Bild in einen dunkelblauen und einen hellblauen Teil, um diese wiederum unter ohrenbetäubendem Lärm in weitere Kleinteile zu zerlegen, bis nur noch Splitter und etliche handtellergroße Teile übrig waren.

Für jene Besucher, die während der Performance zu einer anderen Veranstaltung in das Ärztehaus kamen, mag die Szenerie etwas befremdlich angemutet haben: Da schlägt einer mitten in einer Ausstellung mit dem Beil auf ein Bild ein und andere stehen mit Sekt und Chips drum herum und schauen tatenlos zu …

Auf die Zerstörung folgte der nächste Schritt der Transformation. Bitumen wurde auf den Sockel des Rohlings gestrichen und Splitter darauf gestreut. Auf den oberen Teil klebte der Künstler nun ein ums andere Teil des ehemaligen Bildes. Aber: Die verletzten Teile wollten nicht mehr zueinander, ineinander passen und blieben auf Abstand. Als etwa die Hälfte der Teile auf den Rohling aufgebracht war, hielt Peter Holz inne, sah in die Runde und verkündete: „So, das war‘s! Den Rest mache ich morgen. Man muss eine neue Ordnung finden. Wie die ist, das weiß ich auch nicht.“

Die Ausstellung der übrigen Bilder in der Schwachhauser Heerstraße 26/28 ist noch bis zum 18. April montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags bis 14 Uhr zu sehen.

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