Imker installiert Bienenstöcke Honig vom Dach der Kunsthalle

Auf dem Dom und dem Theater am Goetheplatz gibt es bereits Bienenstöcke. Nun hat ein Imker auch welche auf dem Dach der Kunsthalle installiert und möchte das Treiben der Arbeiterinnen für Besucher anschaulich machen.
04.08.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Marike Deitschun

Auf dem Dom und dem Theater am Goetheplatz gibt es bereits Bienenstöcke. Nun hat ein Imker auch welche auf dem Dach der Kunsthalle installiert und möchte das Treiben der Arbeiterinnen für Besucher anschaulich machen.

Das Dach der Kunsthalle in Bremen ist ein sensibler Bereich. Nicht jeder darf hinauf. Umso erstaunlicher, dass dort nun über 40.000 Arbeiterinnen tätig sein werden. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Künstler oder Dachdecker, sondern um Honigbienen in zwei Bienenstöcken.

Seit drei Jahren interessiert sich Künstler Dieter Schmal für Bienen. Seit einem Jahr ist er zertifizierter Imker. „Ich war sehr stolz, als ich das Zertifikat zum Imker bekam, das fühlte sich fast so an wie beim Führerschein“, beschreibt Schmal seine Leidenschaft. Es ist ein Hobby für ihn, der pensionierte Lehrer ist Lehrbeauftragter der Hochschule für Künste in Bremen.

Auf einer Veranstaltung auf dem Dach der Kunsthalle erkannte der 70-Jährige den perfekten Ort für eine Bienenzucht. Auf das Dach darf fast niemand, es ist ein wunderschöner, ruhiger und geschützter Ort, findet Dieter Schmal. Und in direkter Flugnähe befinden sich die Wallanlagen und ein reicher Baumbestand, doch auch in die Neustadt fliegen die Bienen auf der Suche nach Nektar und Pollen.

Arbeit des Imkers

Bienenstöcke auf Bremens Dächern gibt es schon. Auf dem Dom oder auf dem Theater am Goetheplatz beispielsweise. „Aber ich fand es schade, dass man im Haus gar nichts davon mitbekommt“, sagt Schmal. „Und da war meine Idee, dass man die vorhandenen Kameras nutzt und Bilder von den Stöcken nach unten in die Verkaufsfläche projiziert.“ Dort, wo Dieter Schmals Leidenschaft für Bienen angefangen hat, als seine Frau ihm vor drei Jahren ein Hörbuch kaufte: „Der Bien“ von Jürgen Tautz.

Die Bilder vom Dach sollen zeigen, was dort los ist: Die Arbeit des Imkers und das Treiben der Bienen. „Das will ich dann kommentieren mit historischen Zitaten aus der Literatur oder der Wissenschaft“, beschreibt Schmal sein Vorhaben. Da gibt es viele Beispiele: „Pu der Bär“ oder „Biene Maja“, aber auch Dokumente um 100 v. Chr., in denen intensiv über Bienen geschrieben wurde.

Kunsthallenhonig ab Herbst zu kaufen

Neben ausgewählten Schriften wird der Kunsthallenhonig ab Herbst zu kaufen sein, wenn auch die Bienenzusatzangebote installiert werden. Bislang kann nur das Überwachungspersonal die Bienen beobachten, die Bildschirme für die Besucher müssen noch geplant werden, sagt Kunsthallendirektor Christoph Grunenberg. „Wir sind sehr froh, dass wir dieses Projekt realisieren konnten“, erklärte er. „Damit wollen wir auf die ökologischen Probleme hinweisen – das Verschwinden der Bienen. Und unseren Beitrag zu ihrem Weiterbestand leisten.“

Das Besondere dabei sei die Verbindung zwischen Kunst und Bienen. „Es geht um die soziale Struktur der Bienen, um die Bienen als Symbol und ihre lange Geschichte in Philosophie und Literatur“, erklärt Grunenberg.

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