Bremer Senat billigt Bäderkonzept Horner Bad bekommt Schwimmhalle

Bädertag in Senat und Bürgerschaft: Im Freibad Horn soll eine Schwimmhalle mit zehn 50-Meter-Bahnen gebaut werde. Zudem könnten Sanierung und Ausbau am Westbad in Walle geplant werden.
17.12.2014, 00:00
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Horner Bad bekommt Schwimmhalle
Von Wigbert Gerling

Bädertag in Senat und Bürgerschaft: Zunächst hatte am Dienstag die Regierung im Rathaus das Wort. Sportsenator Ulrich Mäurer (SPD) berichtete vom jüngsten Kabinettsbeschluss, wonach am Freibad Horn eine Schwimmhalle mit zehn 50-Meter-Bahnen gebaut werden solle. Zudem könnten Sanierung und Ausbau am Westbad in Walle geplant werden. Im Parlament verwies der CDU-Abgeordnete Wilhelm Hinners am Nachmittag darauf, dass dieses Konzept mit „mindestens 32 Millionen Euro“ zu veranschlagen sei.

Es war kurz nach 12 Uhr – Sportsenator Ulrich Mäurer kam am Dienstag direkt aus der Sitzung des Senats, der Minuten vorher das Bäderkonzept gebilligt hatte. Im Rathaussaal waren Fotos aufgehängt, die zeigen sollten, wie der Zahn der Zeit beispielsweise am Uni-Bad genagt hat. Dieses Bad spielt demnach mittelbar eine zentrale Rolle. Weil dieser Bau so angegriffen sei, rechne sich eine Renovierung nicht mehr, so der Ressortchef. Aber auch, wenn es an der Universität keinen Studiengang Sport mehr gebe, werde das Bad von Vereinen und Schulen weiter rege besucht. Deshalb komme eine Schließung erst in Frage, wenn der andere Teil des Bäderkonzepts mit Neubauten am Horner Bad und in Walle verwirklicht sei.

Grundschüler und Vereinssportler können sich dann in Richtung Horn orientieren. Auf dem Gelände des Freibads, so Mäurer, sei Platz, um eine Schwimmhalle zu bauen – mit einem Becken, das groß genug für 50-Meter-Bahnen sei. Ein Bau nach holländischem Vorbild solle dafür sorgen, dass die Kosten um einige Millionen unter denen blieben, die bei herkömmlicher Konstruktion zu erwarten wären. Es werde, so der Senator, auf jeglichen „Schnickschnack“ verzichtet. Wenn die Schwimmhalle gebaut werde, dann sei allerdings auch ein „Wermutstropfen“ zu erwarten: die Wasserfläche des Freibades Horn werde voraussichtlich künftig etwas kleiner sein. Bei der Klärung der Frage, wie die Fläche konkret aufgeteilt werden sollte, werde ein Verfahren mit Bürgerbeteiligung gewählt.

„Dringend sanierungsbedürftig“ – so lautete die Diagnose des Sportsenators auch für das Westbad. Es werde grundlegend renoviert, um als Freizeit- und Familienbad für den Bremer Westen attraktiv zu sein. Zur Anziehungskraft würden sechs 25-Meter-Bahnen sowie ein kombiniertes Springer-, Tauch- und Lehrbecken mit Hubboden beitragen. Auch hier solle nach holländischem Vorbild eine kostengünstige Variante gewählt werden.

Die Veränderungen für das Horner Bad und das Westbad würden nach dem Senatsbeschluss nun parallel geplant. Mit dem Ausbau in Horn könne womöglich 2016 begonnen werden, dann folge das Vorhaben für Walle. Die Gesamtkosten veranschlagte er mit rund 32 Millionen Euro, was aber vorläufig den Charakter einer „groben Kostenannahme“ habe. „Wenn beides steht, geht das Uni-Bad vom Netz“, so Mäurer mittags im Rathaus.

Im Parlamentshaus schräg gegenüber am Markt wurde am Nachmittag der Tagesordnungspunkt mit einer Debatte über die Bäder aufgerufen. Christdemokrat Wilhelm Hinners erinnerte an die vorausgegangene Senatsdiskussion über das Bäderkonzept und beklagte, dass trotz des Regierungsbeschlusses „vieles noch ungeklärt“ sei. Bedauerlicherweise, so ergänzte er, sei allerdings bereits einkalkuliert, dass die Wasserfläche des Horner Bades nach dem Bau der Schwimmhalle kleiner sein werde als bisher. Hinners forderte, das die konkreten Planungen nun möglichst zügig erstellt werden, denn jeder Zeitverzug bedeute eine Steigerung der Kosten.

Petra Krümpfer (SPD) hob hervor, dass Bremen in einem bundesweiten Vergleich zum Bäderangebot einen guten Platz im Mittelfeld belege. Es sei positiv, wenn in Horn und Walle gebaut werde, um den Sanierungsstau abzubauen. Der grüne Parlamentarier Mustafa Öztürk appellierte an die CDU, die unter anderem mit kritischem Unterton auf die Kosten an beiden Standorten in Horn und Walle in Höhe von zusammen „mindestens 32 Millionen Euro“ verwiesen hatte: „Ich erwarte von den Christdemokraten eine konstruktive Zusammenarbeit bei der Finanzierung – auch, um weitere Bäder sanieren zu können“.

Klaus-Rainer Rupp (Linke) betonte, fünf der Bremer Bäder seien sanierungsbedürftig Es stelle sich die Frage, weshalb nicht rechtzeitig eingegriffen werde, um schwereren Bauschäden in späterer Zeit vorzubeugen.

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