Diebstahl von Trieben an Straße Am Heiddamm Hortensien-Diebe wieder unterwegs

Sie sind wieder unterwegs. Schon im dritten Jahr dringen Hortensien-Diebe auf die Grundstücke der Anwohner Am Heiddamm ein, um frische Triebe der Hydrangea zu ernten.
18.05.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Sabine von der Decken

Sie sind wieder unterwegs. Schon im dritten Jahr dringen Hortensien-Diebe auf die Grundstücke der Anwohner Am Heiddamm ein, um frische Triebe der Hydrangea zu ernten. In fast allen 80 Gärten Am Heiddamm schlugen sie in diesem Frühjahr zu und erbeuteten dabei, so die Rechnung der bestohlenen Anwohner, fast 1 000 Triebe.

Obwohl Gartenhortensien nach heutiger toxikologischer Kenntnis keine auf das Gehirn wirkenden Inhaltsstoffe besitzen und sich daher für eine Nutzung als Droge aus medizinischer Sicht kein Anhaltspunkt ergibt, so das Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen, werden seit Jahren Hortensienblüten und -triebe aus Privatgärten gestohlen. Die nächtlichen Schnittaktionen frischer Triebe und Blüten haben seit einigen Jahren Methode und wurden bereits aus Schleswig-Holstein, Bayern und Nordrhein-Westfalen gemeldet. Auch in Bremen ist die Polizei informiert. Hier wurden Diebstähle von Hortensientrieben nicht nur Am Heiddamm, sondern ebenfalls am Hollerfleet, Grashof wie auch auf Grundstücken an der Rockwinkeler Heerstraße festgestellt.

Die Schnittstellen liegen oft verborgen unter dem Blattwerk anderer Triebe. Dabei ernten die Diebe sowohl von großen, imposant gewachsenen Pflanzen wie auch von kleineren Exemplaren. Nicht alle Bewohner des Heiddamms bemerkten den Diebstahl sofort, denn die Büsche sehen sauber beschnitten, allerdings recht ausgedünnt aus.

Sie gehen fast vorsichtig vor, beobachtete Norbert Gröne, Anwohner Am Heiddamm, denn in aller Regel lassen sie 50 Prozent eines Hortensienbusches unberührt. So knickten die Hortensien-Diebe in dem gepflegten Garten von Horst und Hilde Brüns nicht eine der vielen Tulpen ab, die vor einem großen Hortensienbusch wachsen. „Sie arbeiten akribisch und sauber, hinterlassen keine Spuren oder Reste von Schnittwerk“, stellten die Anwohner mit Schrecken fest.

Und der sitzt bei ihnen tief, denn die Hortensien-Diebe beschränken sich nicht nur auf im Vorgarten gepflanzte Büsche, sondern dringen bis tief in die hintersten Gartenteile vor. Auch die direkte Nähe von Häusern schreckt sie nicht. „Das hat mir heute Nacht sehr zu schaffen gemacht“, sagt Elin-Astrid Becker, die wie viele andere Anwohner um ihre Sicherheit fürchtet. Den Anwohnern bereiten die Diebstähle große Sorgen.

Aufgrund der großen Menge vermuten Anwohner einen gewerbsmäßigen Handel mit den Trieben, die als Ersatzdroge Verwendung finden. Auch legt die Sorgfalt die Vermutung nahe, dass es sich um Diebe mit gärtnerischem Wissen handeln könne, die Triebe zur professionellen Stecklingsvermehrung stehlen.

Ein pflanzenverträgliches Wildverbissmittel, in jedem Baumarkt erhältlich, gemischt mit Gülle könnte den nächtlichen Schnittaktionen ein Ende bereiten. Denn das auf die Hortensien gesprühte Mittel verbreitet bei Zimmertemperatur einen unangenehmen Geruch, der den Genuss der getrockneten Pflanzenteile beim Rauchen oder Teetrinken massiv beeinträchtigt. In Melle/NRW bewährte sich dieses stinkende Mittel gegen Weihnachtsbaumklau.

In der „Deutschen Apotheker Zeitung“ wird vor den enthaltenen Substanzen Hydrangin und Hydrangenol (Isocumarin) gewarnt. Vom Rauchen wird dringend abgeraten, da die Pflanze Blausäureverbindungen enthält, die beim Verbrennen freigesetzt werden. Die Einnahme, insbesondere auch das Rauchen der Pflanzenteile, sei wegen der darin enthaltenen Blausäure giftig. „Die Hortensie zählt mit zu den giftigsten Pflanzen in deutschen Gärten. Deren Genuss kann daher durchaus schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben“, warnt auch die Polizei.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+