Baupläne liegen dem Beirat vor

Hotel-Inhaber plant Kita am Bremer Universum

Bremen braucht schnell mehr Kita-Plätze. In Horn-Lehe hat sich nun ein weiterer Standort ergeben: Neben dem Universum könnte ein sogenanntes Boarding-House mit integrierter Kita im Erdgeschoss entstehen.
21.01.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter

Bremen braucht schnell mehr Kita-Plätze. Unverhofft hat sich nun in Horn-Lehe ein weiterer Standort ergeben: Neben dem Universum könnte ein sogenanntes Boarding-House mit integrierter Kita im Erdgeschoss entstehen.

Bislang ruhten die Hoffnungen des Beirats Horn-Lehe auf der Riekestraße und dem Mühlenviertel – hier sollen mittelfristig dringend benötigte Kita- und Krippenplätze entstehen. Unverhofft hat sich nun ein weiterer Standort ergeben: Jan Pauls, Inhaber des Ringhotels Munte und des Hotels 7 Things, möchte neben dem Universum Bremen ein sogenanntes Boarding-House mit integrierter Kita im Erdgeschoss bauen.

Vier Krippengruppen (U3) und zwei Elementargruppen (Ü3) sollen hier Platz haben, also insgesamt 80 Kinder. Für den Stadtteil allerdings bietet die neue Einrichtung auf den ersten Blick keine wirkliche Erleichterung, denn der Träger wird der Kita Technologiepark e.V. sein, der die Plätze mit Kindern von Mitarbeitern des Technologieparks belegen möchte, wie der Vorstandsvorsitzende Gerd Eden jetzt dem Beirat ­berichtete. Die gute Nachricht folgte aber auf den Fuß: 62 der 80 neuen Plätze werden von den Kindern der bestehenden Technologiepark-Kita am Fallturm belegt. Und die wird dadurch künftig Kindern aus dem Stadtteil zur Verfügung stehen.

Die neue Einrichtung werde eine Gesamtfläche von 1100 Quadratmeter haben, das Außengelände werde fast ebenso groß sein, berichtete Architekt Christian Geis vom beauftragten Planungsbüro. Neben Gruppen- und separaten Schlafräumen verfüge die Kita über ein großzügiges Foyer mit kleiner Bühne, einen Bewegungsraum und eine Aufwärmküche.

Baustart könnte schon im Juli sein

In den drei Obergeschossen des Gebäudes sollen Appartements entstehen, die als Boarding-House Kurzzeitgästen, aber vor allem auch Langzeitgästen, bis zu einem Jahr ein Quartier bieten sollen. Die Nachfrage nach solchen Appartements sei groß, berichtete Jan Pauls. Insbesondere die ­Universität frage diese Art der Unterbringung oftmals für Gastprofessoren nach, aber auch aus dem Technologiepark sei ­Interesse bekundet worden.

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„Das Boarding-House ist nicht mit einem Studentenwohnheim zu ­verwechseln“, betonte Pauls. Missverständnisse dieser Art dürften sich beim monat­lichen Mietpreis aber ohnehin schnell aufklären: Den bezifferte Pauls mit rund 1000 Euro.

Drei unterschiedliche Appartement-­Typen sind geplant. Erstens soll es den Typ „Standard“ geben, zweitens „Komfort“ und drittens „Behindertengerecht“. Etwa 17 Wohneinheiten pro Etage sollen in dem ­neuen Gebäude Platz finden. Das soll ­optisch ebenso wie das benachbarte Hotel 7 Things modern und schnörkellos gehalten werden und eine Fassaden-Verkleidung aus Metall bekommen. Die zwischen den Häusern ­liegende Fläche soll als gemeinsamer Parkplatz genutzt werden. Komme der Kauf wie geplant zustande, könnte im Juli Baustart sein, sagte Pauls. Laufe dann alles reibungslos, sei Mitte 2018 damit zu rechnen, dass das Gebäude bezogen werden kann.

Beirat verabschiedet Beschluss

Das betreffende Grundstück wird von der Wirtschaftsförderung Bremen verwaltet und ist laut Mitarbeiterin Anke Werner eine städtische, gleichwohl aber keine öffentliche Fläche. Eine Definition, die Dieter Mazur (Grüne) und Beiratssprecher Stefan Quaß (CDU) nach eigenem Bekunden in 25 Jahren Beiratsarbeit noch nicht untergekommen ist. Werner erläuterte, das Gelände zähle zum Sondervermögen Universität und sei somit zweckgebunden. Die Wirtschaftsförderung vermarkte das Grundstück im Auftrag der Universität, an die auch der erzielte Erlös gehe.

Eine Änderung im Bebauungsplan sei für die geplante Bebauung nicht notwendig, erklärte Anke Werner auf Nachfrage von Dieter Mazur. Projekte wie diese seien in Ausnahmefällen genehmigungsfähig, wenn sie sich nicht störend auf den Technologiepark auswirkten.

Der Beirat nahm den Bau einer Kita sowie des Boarding-Houses zustimmend zur Kenntnis. Er erwarte in diesem Zusammenhang, dass die Zusage eingehalten werde, die freiwerdenden Kapazitäten der Kita am Fallturm als allgemeines Betreuungsangebot zur Verfügung zu stellen. So lautet der einstimmig verabschiedete Beschluss, den der Beirat am Ende gefasst hat.

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