Start am 11. November

Findorffer Winterdorf erstmals mitten im Stadtteil

Das Findorffer Winterdorf eröffnet seinen Hüttenzauber am 11. November erstmals mitten im Stadtteil. Um möglichen Beschwerden vorzubeugen, wollen die Betreiber auf die Anwohner zugehen.
27.09.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anke Velten
Findorffer Winterdorf erstmals mitten im Stadtteil

In den vergangenen Jahren stand das Findorffer Winterdorf beim Kulturzentrum Schlachthof. Doch der Pachtvertrag läuft nun aus.

Christina Kuhaupt

In Findorff pfiffen es die Spatzen bereits seit Längerem von den Dächern. Nun sollen es alle wissen: Das Findorffer Winterdorf hat ein neues Domizil im Stadtteil gefunden. Am Mittwoch, 11. November, soll der Hüttenzauber auf dem Platz an der Ecke Hemmstraße/Fürther Straße eröffnet werden.

Voraussichtlich bis Ende Januar ist dann Zeit, bei Glühwein, Feuerzangenbowle und einem kleinen Imbiss die Wintertage im bunten Lichterglanz ausklingen zu lassen. Die Anwohner wurden bereits schriftlich informiert und zu einem persönlichen Treffen eingeladen. Für den Fall der Fälle haben die Betreiber nicht nur ein Hygienekonzept in der Tasche, sondern sogar drei.

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Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, war reichlich. Bereits Anfang dieses Jahres zeichnete sich ab, dass das Kulturzentrum Schlachthof den Pachtvertrag mit den Betreibern der Schlachthofkneipe zum Ende dieses Jahres beenden wird, und sich damit auch das Findorffer Winterdorf nach einem neuen Standort umschauen muss.

Die ersten Gespräche mit dem Umweltbetrieb Bremen – verantwortlich für die Findorffer Grünanlage – seien bereits Ende Januar geführt worden, erzählt Gastronom Oliver Trey. „Wir waren uns schnell einig, dass es dort möglich ist.“ Er habe die Mitarbeiter des Umweltbetrieb, der für die Pflege der städtischen Grünanlage verantwortlich ist, als „unglaublich kooperativ“ erlebt, so Trey. „Das machte Spaß.“

Keine Partylocation

Auch der Findorffer Beirat hatte keine Bedenken. Er freue sich, dass das Winterdorf in Findorff bleibe, sagt Bauauschusssprecher Ulf Jacob (Grüne). Das Stadtteilparlament habe seine Zustimmung unter den Voraussetzungen erteilt, dass die Betreiber auf Ordnung und Sauberkeit achten, die Grünanlage pfleglich behandelt, und die Anwohner so wenig wie möglich von belästigt werden. Denn die Distanz zur Nachbarschaft hat sich am neuen Standort deutlich verringert. Eventuelle Bedenken sollen in persönlichen Gesprächen ausgeräumt werden. „Das Winterdorf ist keine Partylocation, sondern ein gemütlicher, familiärer Treffpunkt“, betont Trey.

Sechs Winterdorfhütten – von der Idee bis zur letzten Schraube Marke Eigenbau – werden in der ersten Novemberwoche auf dem Areal zwischen dem Springbrunnen und dem Eingangsbereich des Jan-Reiners-Grünzugs aufgestellt. Das Winterdorf wird damit über doppelt so viel Platz verfügen wie in den sechs Vorjahren am Schlachthof: Ein wichtiger Standortvorteil in einer Saison, in der reichlich Abstand zwischen den Gästen unabdingbar ist.

Bis zu 400 Besucher dürfen sich laut Trey auf dem 1600 Quadratmeter-Gelände aufhalten – doch er gehe nicht davon aus, dass diese Zahl ausgereizt werde. „Die Leute kommen und gehen. Das war schon in den Vorjahren so.“ Die Betreiber haben sich auf drei verschiedene Szenarien eingestellt: „Wir können sofort reagieren, je nachdem ob die Vorgaben bleiben, wie sie sind, gelockert oder verschärft werden“, sagt Trey.

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Das Gelände auf dem das Winterdorf errichtet wird, wird mit Fahrradständern eingegrenzt. Mitarbeiter des Serviceteams wurden zu sogenannten Hygiene-Schiedsrichtern geschult, die die Einhaltung der Hygiene- und Distanzregeln im Blick haben sollen. Wer dagegen verstößt, wird sanktioniert: Gäste, die sich nicht daran halten, werden lautstark per Trillerpfeife und mit einer Gelben Karte daran erinnert.

Das Team hoffe, dass die Rote Karte selten oder gar nicht gezückt werden muss. Sie besagt, dass bei wiederholtem Verstoß ein Platzverweis erteilt wird. „Wir werden dafür sorgen, dass sich alle Gäste sicher fühlen können“, sagt Trey. „Das liegt in unserem eigenen Interesse.“

Der Platz „an der Lok"

Der Platz an der zentralen Findorffer Ecke hat keinen Namen. In Findorff weiß man mit der Ortsbezeichnung „an der Lok“ aber sofort, was gemeint ist – obwohl die historische Dampflokomotive, Baujahr 1899, seit Februar des vergangenen Jahres unterwegs ist. In der ersten Oktoberwoche wird die Lok von der Werkstatt des Deutschen Eisenbahn-Vereins in Bruchhausen-Vilsen nach Bremen-Nord transportiert, wo sie einen neuen Anstrich erhalten wird.

Rundum restauriert und frisch lackiert könnte das Findorffer Wahrzeichen - so der letzte Stand beim Bürgerverein Findorff – schon Mitte November wieder auf seinen Sockel zurückkehren. Auch darüber haben sich die Dorfoberen bereits Gedanken gemacht. Trey ist jedenfalls davon überzeugt: „Das kriegen wir hin.“

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