Hundehalter in der Zwickmühle

Angesichts eisiger Temperaturen wird der ein oder andere seinen Osterspaziergang an diesem Wochenende etwas abkürzen. Aber dennoch wird es in Parks, auf Feldwegen und in Wohnquartieren zum alten Konflikt kommen: Hundehalter, die ihren Vierbeiner ohne Leine laufen lassen, geraten in Streit mit Spaziergängern und Freizeitsportlern. Da geht es teils heftig zur Sache.
30.03.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Hundehalter in der Zwickmühle
Von Michael Brandt

Angesichts eisiger Temperaturen wird der ein oder andere seinen Osterspaziergang an diesem Wochenende etwas abkürzen. Aber dennoch wird es in Parks, auf Feldwegen und in Wohnquartieren zum alten Konflikt kommen: Hundehalter, die ihren Vierbeiner ohne Leine laufen lassen, geraten in Streit mit Spaziergängern und Freizeitsportlern. Da geht es teils heftig zur Sache.

Die Verantwortung für diese Auseinandersetzung tragen zwar auch Hundehalter, die meinen, sich nicht an die Regeln halten zu müssen. Einen maßgeblichen Anteil an der Lage haben aber Politik und Verwaltung in Bremen: Sie haben Regelungen geschaffen, die die Hundebesitzer in eine Zwickmühle bringen. Und sie schaffen es seit inzwischen eineinhalb Jahren nicht, feste Auslaufgebiete in Bremen-Nord einzurichten.

Das Tierschutzgesetz schreibt den Haltern vor, mit ihren Vierbeinern artgerecht umzugehen – und dazu gehört die Möglichkeit, Bello und Pascha frei laufen zu lassen. Nur wo? Diese Frage lässt die Bremer Politik bislang offen.

Denn in Bremen gelten Vorschriften, die de facto einen Leinenzwang im Stadtgebiet bedeuten. In der Fußgängerzone muss der Hund zum Beispiel angeleint werden, ebenso in Parks und Grünanlagen. Täglich sind aber in der Vegesacker Fußgängerzone Hunde zu sehen, die frei laufen. Gleiches gilt für Knoops Park und andere Anlagen.

Viele sind sich der Konfliktlage durchaus bewusst, packen Retriever, Schäferhund oder Mischling in den Kofferraum, fahren in den Grüngürtel jenseits der Landesgrenze und lassen die Hunde dort frei über die Wiesen toben. Ein wirklicher Ausweg ist das nicht: Auch in den Naherholungsgebieten links und rechts der Weser möchten Jogger, Walker und Wanderer nicht von tobenden Labradoren angesprungen werden. Außerdem hilft die Stadtflucht jetzt nicht: Während der Brutzeit gilt auch in der freien Landschaft Leinenzwang. In dieser Woche hat ein Marßeler Jäger auf die Problematik hingewiesen. Er wirft den Hundehaltern vor, ihre frei laufenden Hunde würden Rehe auf die Autobahn und damit in den Tod hetzen.

Unter dem Strich: Solange Politik und Verwaltung nicht ihre Aufgaben erledigen – die sie sich in diesem Fall sogar selbst gestellt haben – und ausreichende Auslaufgebiete in jedem Ortsteil schaffen, werden die Konflikte anhalten.

2011 hat die Bürgerschaft bereits beschlossen, dass die Beiräte Freilaufflächen für Hunde benennen sollen. Seitdem ist der Prozess nicht vorangekommen. Es kann nicht so schwer sein, Brach- oder Grünflächen in Bremen-Nord ausfindig zu machen, dann die problematischen Areale auszusortieren und die praktikablen zu Tobeflächen für Bello und Co. zu machen. Gerade auch Spaziergänger, die mit nicht angeleinten Hunden ein Problem haben, werden es danken.michael.brandt@weser-kurier.de

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