150-Jahrfeier mit Quiz brachte Nachbarn und Ehemalige im Ostertor zusammen Hundert Punkte für die Ostendorpstraße

Ostertor. 100 Jahre nach dem Bau der Ostendorpstraße war das "Stubu" dort. Welche der heutigen Straßenbewohner haben sich dort kennengelernt? Die richtige Antwort: Friederike und Heinz. Und was befand sich früher an der Stelle, wo in der Ostendorpstraße jetzt das Haus der Nummer 6 steht? Eine Höhere-Töchter-Schule. Mit dem Ostendorp-Straßenrätsel zur 150-Jahrfeier haben Silke Regnery und Ulla Koller ihre Nachbarn am Sonnabend zum Grübeln gebracht.
25.08.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Bastienne Ehl

Ostertor. 100 Jahre nach dem Bau der Ostendorpstraße war das "Stubu" dort. Welche der heutigen Straßenbewohner haben sich dort kennengelernt? Die richtige Antwort: Friederike und Heinz. Und was befand sich früher an der Stelle, wo in der Ostendorpstraße jetzt das Haus der Nummer 6 steht? Eine Höhere-Töchter-Schule. Mit dem Ostendorp-Straßenrätsel zur 150-Jahrfeier haben Silke Regnery und Ulla Koller ihre Nachbarn am Sonnabend zum Grübeln gebracht.

Im Laufe von 21 Fragen erfuhren Rätselfreunde Historisches und auch ganz Aktuelles über und aus ihrer Straße, allerdings nur, wenn sie sich anstrengten. "Wir wollten beides machen: zum Teil historische Fragen, aber auch Fragen, durch die man die einzelnen Bewohner besser kennenlernt", sagt Silke Regnery, die seit Dezember 2007 in der Ostendorpstraße wohnt. Mehrere Monate haben die zwei Frauen an dem Quiz gearbeitet. "Je mehr wir uns mit der Straße beschäftigt haben, desto mehr Fragen sind uns eingefallen."

Bei besonders kniffeligen Fragen gab es auf dem Rätselbogen aber am Sonnabend einen Tipp. So wie bei Frage 8: Wie heißt der Reifrock, den die Damen ab 1830 unter ihren Kleidern trugen? Der Tipp: "Silke trägt einen." Und schon schob Silke Regnery ihren Überrock ein wenig zur Seite und zeigte ihren voluminösen weißen Unterrock. "Den nennt man Krinoline." Sie hatte sich für die 150-Jahrfeier bei einem Kostümverleih ein cremefarbenes herrschaftliches Kleid mit Rüschen, Bändern und Spitze ausgesucht. Dazu trug sie einen Strohhut mit grünem Band und einen eleganten Sonnenschirm aus weißem, fein gewebtem Stoff. Passend dazu baumelte ein elegantes weißes Stofftäschchen an ihrem Handgelenk. "Das Seidentäschchen ist noch von meiner Hochzeit. Da ist mein Hausschlüssel drin."

Mit beim Kostümverleih war auch ihre Nachbarin Ulla Koller. "Da waren wir stundenlang und haben alles mögliche ausprobiert. Und jetzt finden wir unsere Kostüme so toll, dass wir sie gar nicht wieder hergeben wollen", erzählte sie. Die Bremerin hat sich als Magd zurechtgemacht, mit einer Haube und einer knöchellangen Schürze aus weißem Leinen.

Darunter trug sie einen braun-rosa-gestreiften Rock, der mit Spitze verziert war. "Ja, ich weiß. Für eine Magd ist das natürlich etwas übertrieben. Aber den Rock hat mir meine Herrin geschenkt", sagte Ulla Koller und deutete auf ihre Nachbarin, die mit dem Sonnenschirm und der Krinoline. "Die Bluse ist übrigens auch von meiner Herrin." Und wie es sich für eine echte Hausmagd gehört, hatte Koller einen kleinen Tischbesen bei sich. "Ich kümmere mich darum, dass keine Krümel auf den Tischen liegen", sagte sie. "Und die anderen können es bestätigen, ich habe vorhin wirklich die ganzen Tische abgefegt."

Zwar wussten alle Ostendorp-Sträßler, dass die beiden Frauen ein Rätsel für das Fest vorbereit hatten, dass sie aber selbst ein Bestandteil davon sein könnten, damit hatte keiner gerechnet. Auch Kenan Hundur war ziemlich überrascht, als er Frage 18 las. "Welches Ehepaar hat über 1000 Kilometer zurückgelegt, um in der Ostendorpstraße wohnen zu können? Richtige Antwort: Aida und Kenan. "Eigentlich sind es 1400 Kilometer", sagt Kenan Hundur, der in Bosnien geboren ist. "Meine Frau ist auch aus Bosnien, sie lebt aber schon seit 17 Jahren in Deutschland."

Vor sieben Jahren war Kenan Hundur erstmals in Bremen und hat dort seine zukünftige Frau Aida kennengelernt, die zu dieser Zeit schon in der Ostendorpstraße wohnte. Als er sich dann entschied, zu ihr nach Bremen zu ziehen, kam für Aida Hundur nur die Ostendorpstraße infrage. "Seit zwei Jahren wohnen wir jetzt in Hausnummer 2. Wir hatten Glück, dass wir in der Straße etwas gefunden haben", sagen die beiden. Das gute Verhältnis unter den Nachbarn war für Hundur nichts Neues. "Bevor ich herkam, habe ich 13 Jahre lang in einem 1000-Seelen Dorf in Kroatien gelebt", sagt der Wahlbremer. "Da kennt jeder jeden, und die Leute reden miteinander. Also war das für mich hier keine große Umstellung. Mit macht das Spaß."

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