Solidaritätskundgebung für die syrische Stadt Kobane Hunderte bei Demo gegen IS-Terror

In Bremen haben mehr als 1000 Menschen bei einer friedlichen Demonstration ihre Solidarität mit den kurdischen Kämpfern in Kobane bekundet.
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Von Sara Sundermann

Bremen. Bunte Fahnen, zahlreiche selbst gestaltete Banner und Plakate, nicht eine, sondern viele Botschaften: Für Freiheit, gegen Assad, für Solidarität mit kurdischen Kämpfern in Syrien. Verschiedene kleine und größere Gruppen hatten zum Protest aufgerufen, um Solidarität mit der seit Wochen umkämpften Stadt Kobane zu demonstrieren.

Eine Bremerin mit kurdischen Wurzeln berichtet, dass sie gerade erst das Leid von Flüchtlingen aus Syrien an der türkischen Grenze mit eigenen Augen gesehen habe, als sie im Juli in die Heimat ihres Vaters gereist sei. Ein Student versteht seine Demo-Teilnahme als „Zeichen gegen antimuslimischen Rassismus in Europa“. Eine junge Frau aus dem Iran will ihre kurdischen Freunde unterstützen.

„Stoppt den Terror!“ und „Schluss mit Massakern in Kurdistan!“, skandierten die Frauen, Männer und Jugendlichen, die durch die Stadt zogen. Vom Steintor ging es zunächst zum Bahnhof. Weil mehr Menschen auf die Straße gingen als erwartet, änderte die Polizei dann aber die Route: Die Demonstranten zogen später nicht wie geplant vom Brill durch die Obernstraße zum Domshof, sondern sollten auf die Martinistraße ausweichen, wo sie gefolgt von mehr als einem Dutzend Mannschaftswagen auf den Dom zusteuerten. „Die Obernstraße war mit Menschen gefüllt, wir haben aus Sicherheitsgründen umgeleitet“, sagte Polizeisprecher Ingo Bionik.

Angemeldet worden war die Demonstration von dem kurdischen Verein Birati. Zum Protest aufgerufen hatten auch alevitische und jesidische Vereinigungen und linke Gruppen. Unterstützt wurde die Demo unter anderem von der Linkspartei, der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und Migranten, dem Friedensforum, der Gewerkschaft GEW und den Studentenvertretungen von Uni und Hochschule.

"Demokratie-Modell für den Nahen Osten"

Es ist vielleicht die erste kurdische Demonstration in Bremen, deren Unterstützer sich nicht nur gegen IS-Terror aussprechen, sondern ihm etwas entgegen stellen, das sie für unterstützenswert halten: Die Veranstalter forderten unter anderem, dass der Westen die kurdischen Selbstverwaltungsgebiete in Nordsyrien politisch anerkennt. Im kurdischen Gebiet Rojava sei mitten im Syrien-Krieg ein System entstanden, in dem verschiedene ethnische und religiöse Gruppen politisch beteiligt würden und das die Emanzipation von Frauen stärke. „Die Revolution von Rojava ist auch eine Frauen-Revolution – in allen politischen Gremien sind Frauen mit 50 Prozent vertreten“, sagte Yuksel Koc, Bundesvorsitzender des kurdischen Dachverbands NAV-DEM, der aus Düsseldorffür den Aktionstag nach Bremen angereist war. Dies könne „ein Demokratie-Modell für den Nahen Osten“ sein, so die Veranstalter.

Die Demonstration verlief Polizei und Organisatoren zufolge friedlich.

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