Dreitägiges Festival und Ausstellung im Bürgerhaus Weserterrassen / Morgen Abend Doppelkonzert Iberoamerikanische Nächte

Ab morgen wird im Bürgerhaus Weserterrassen beim Festival "Iberoamericano", dem ersten seiner Art, spanisch und portugiesisch gesprochen und gesungen. VON LISA BOEKHOFF
30.08.2012, 05:00
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Iberoamerikanische Nächte
Von Lisa Schröder

Ab morgen wird im Bürgerhaus Weserterrassen beim Festival "Iberoamericano", dem ersten seiner Art, spanisch und portugiesisch gesprochen und gesungen. VON LISA BOEKHOFF

Östliche Vorstadt·Horn-Lehe. Bei Flamenco, Salsa und kubanischer Musik denkt man nicht gleich an den Osterdeich. Im Bürgerhaus Weserterrassen aber wird ein Festival gefeiert, bei dem sich alles um die Kultur Lateinamerikas, Spaniens und Portugals dreht. Das "Iberoamericano" lädt zu Konzerten, Workshops und der Ausstellung des kubanischen Künstlers "Papucho" ein, der mit bürgerlichem Namen Jorge Lázaro Pérez Fraga heißt und schon Fidel Castro porträtiert hat.

Das Konzept für das dreitägige Festival haben die gebürtige Mexikanerin Diana América Monroy López und ihr Mann, der Gitarrist Tim Schikoré, entwickelt. "Das Festival soll das kulturelle Verständnis fördern und eine Rundreise durch die iberischen und lateinamerikanischen Länder sein", sagt Tim Schikoré. "Iberoamericano" bezeichnet die Kultur aus Spanien, Portugal und lateinamerikanischen Länder wie Kuba, Argentinien und Mexiko.

Bürgerhausleiter Stephan Pleyn freut sich darauf: "Das ist toll für uns, dass viele Leute dabei sind, die aus dem Kulturkreis kommen.". Diana América Monroy beispielsweise will Kindern und Erwachsenen in ihren Tanzworkshops typische Bewegungen zeigen: "Ich bringe anderen gern diese Kultur näher", sagt die 34-Jährige.

Mit vier Jahren hat die gebürtige Mexikanerin mit Ballett, Jazz und Modernem Tanz angefangen. "Mein Vater ist zwar Steuerberater, aber Literatur, Musik und Tanz waren ihm und der Familie immer sehr wichtig", sagt sie. "Das hat meinen Bruder und mich beeinflusst." América Monroy hat eine zwölfjährige Ballett- und Jazztanzausbildung absolviert. Seit drei Jahren lebt sie in Bremen, und heute wohnt sie mit ihrem Mann Tim Schikoré, und ihrer Tochter Triana Valentina in Horn-Lehe.

Tim Schikoré, der über Bremen hinaus als Gitarrist und Komponist bekannt ist, spielt mit einer Besetzung seiner Band "Don Mendo" bei der Eröffnung des Festivals. Schon als Neunjähriger hat er sich für die Gitarre begeistert. "Der Klang löst irgendetwas aus, das man nicht erklären kann", sagt der Musiker, der 1968 in Osterholz-Scharmbeck geboren ist. "Und das ist meine Leidenschaft." Während des Studiums an der Hochschule für Künste hat Schikoré begonnen, sich auf spanische Musik, besonders den Flamenco, zu konzentrieren. "Flamenco ist beweglich und man hat eine große Freiheit. Wenn ich Lieder komponiere. ist das wie eine Tonmalerei."

Porträt von Fidel Castro

Neben Konzerten und Workshops präsentiert "Iberoamericano" auch ausgewählte Werke des kubanischen Künstlers Jorge Lázaro Pérez Fraga. Der 1972 in Havanna geborene Maler wohnt mit seiner Frau und dem gemeinsamen Kind in Horn-Lehe. Eigentlich hatte er auf Kuba Ökonomie studiert, dann leistete er seinen Militärdienst und war bei der Polizei. "Die Kunst war aber immer da und brachte mir auch eine Sonderrolle ein", erzählt Lázaro Pérez. Schon als Schüler zeichnete er Comics oder karikierte seine Lehrer. Während der Zeit bei der Polizei hat er auch Porträts von Fidel Castro und des 1967 erschossenen Che Guevara gezeichnet. Ohne eine künstlerische Ausbildung entwickelte "Papucho" einen eigenen Stil. Nach Bremen verschlug es ihn vor acht Jahren, und hier hat er auch seine Frau kennengelernt.

Das Festivalprogramm , das auch als Faltblatt verteilt wird, haben wir bereits detailliert vorgestellt. Die Vernissage ist morgen um 18 Uhr, das Doppelkonzert des "Don Mendo Trios" und des Trios "Brisa Flamenco" beginnt um 20 Uhr (Eintritt 14, ermäßigt zehn Euro). Am Sonnabend um 20 Uhr spielen die "Cuban Boys" vor der "Noche de la Musica Latina mit Dee Dee Lopéz (Eintritt zwölf/acht Euro). Sonntag: 11 Uhr Matinee mit Gitarrestudierenden der Hochschule für Künste (fünf Euro), 20 Uhr "Music Cultural Hermonas De Sangre" (13, ermäßigt neun Euro).

Mehr Informationen und Karten für das Festival unter Telefon 549490 im Bürgerhaus Weserterrassen, Osterdeich 70 b.

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