Stefanie Rocke stellt in der ZGF aus "Ich könnte im Dunkeln malen"

Altstadt. Ich werde Pferdemalerin oder Jockey. Das war für Stefanie Rocke schon als Kind klar. Um Jockey zu sein, ist sie zu groß. Aber vom Verkauf ihrer Bilder kann die 44-jährige Bremerin mittlerweile leben. Darauf sind außer Pferden und anderen Tieren auch Menschen. "Menschen und Tiere", das ist auch der Titel ihrer Ausstellung in der Zentralstelle für die Gleichberechtigung der Frau (ZGF), Knochenhauerstraße 25.
01.08.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Mahlstedt

Altstadt. Ich werde Pferdemalerin oder Jockey. Das war für Stefanie Rocke schon als Kind klar. Um Jockey zu sein, ist sie zu groß. Aber vom Verkauf ihrer Bilder kann die 44-jährige Bremerin mittlerweile leben. Darauf sind außer Pferden und anderen Tieren auch Menschen. "Menschen und Tiere", das ist auch der Titel ihrer Ausstellung in der Zentralstelle für die Gleichberechtigung der Frau (ZGF), Knochenhauerstraße 25.

Nach dem Abitur hat Stefanie Rocke erst einmal auf dem Rücken der Pferde ihr Glück versucht. In einer Kneipe lernte sie einen irischen Jockey kennen. Der nahm sie mit auf die Rennbahn in der Vahr. Sie durfte während des Trainings zwei Pferde reiten. "Ich fand es katastrophal", erzählt sie. Trainer Andreas Wöhler stellte sie trotzdem als Stallmädchen ein. Sie schmiss ihre Ausbildung zur Heilpraktikerin und lebte ihre Leidenschaft, mistete Boxen aus und ritt jeden Morgen bis zu sieben Rennpferde. Im Jahr 1997 brach die damals 30-Jährige ihre Zelte in Bremen ab und ging nach Irland. Ihren Koffer mit Pastellkreiden nahm sie mit. Sie arbeitete mit Pferden, jobbte auch in einem Pub. Als dessen Besitzer sie fragte, ob sie zwei Stammgäste malen würde, sagte sie ja. "Das war das erste Bild, für das ich richtig viel Geld bekommen habe. Ich hoffe, es hängt immer noch in dem Pub."

"Als Kind habe ich ausschließlich und permanent Pferde gemalt", sagt die Künstlerin. "Pferde strahlen viel Bewegung aus, und Temperament." Beides überträgt sie durch einen groben Pinselstrich auch auf andere Motive.

Kunst studiert hat Stefanie Rocke nicht. Der Bremer Künstler Jens Bommert hat sie darauf gebracht, aus der Malerei einen Beruf zu machen. Bei ihm belegte sie mit Anfang 30 einen Kursus in Porträt- und Aktmalerei. "Da habe ich viel gelernt."

Im Rennstall konnte sie nicht mehr arbeiten, weil der Rücken ihr zu schaffen machte. Vor elf Jahren hatte sie ihre erste Einzelausstellung auf der Bremer Galopprennbahn. Ausstellungen in den Bremer Galerien Roche und Focke und im Deutschen Pferdemuseum Verden folgten.

Ein Künstler, den sie als Vorbild bezeichnet, ist der Expressionist Egon Schiele. "Den habe ich, als ich 15, 16 Jahre alt war, von vorne bis hinten kopiert." Oft inspirieren sie auch Fotos. Sie selbst, Van Morrison, Bob Dylan, der Schriftsteller Samuel Beckett, der estnische Komponist Arvo Pärt, die russische Zarenfamilie tauchen in ihren Bildern auf. In der Buchhandlung von Bettina Wassmann am Wall zeigt Rocke schon lange Bilder, die sie zu literarischen Themen gemalt hat. Die meisten ihrer Arbeiten verkauft aber Dieter Witte in seiner Galerie "Plac-Art", Auf den Häfen. Titel haben ihre Bilder nicht. Die Farbgebung ist oft eher zufällig. "Ich könnte auch im Dunkeln malen", sagt Stefanie Rocke. Der Bremer Galerist Tom Rosch habe mal gesagt, ihre Bilder hätten Herz. "Da habe ich gedacht: ,Da hat er recht.'"

Stefanie Rocke zeigt in der Gleichstellungsstelle an der Knochenhauer Straße 20-25, 2. Etage, noch bis zum 19. August die Ausstellung "Menschen und Tiere". Geöffnet ist Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr und Freitag von 9 bis 13 Uhr. Näheres im Internet: www.stefanierocke.de.

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