Beteiligungsrunde zur Bebauung

Ideen für Galopprennbahn gesucht

Ein Drittel der Galopprennbahn soll Grünflächen bleiben. Anwohner konnten während einer Beteiligungsrunde ihre Ideen einbringen.
25.11.2018, 19:59
Lesedauer: 3 Min
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Ideen für Galopprennbahn gesucht
Von Christian Hasemann
Ideen für Galopprennbahn gesucht

Senatsbaudirektorin Iris Reuther (rechts) und Stadtplaner Ronald Risch (in der Mitte am Tisch) gaben die Einführung in die Ideenwerkstatt.

Petra Stubbe

Ideen sollten her – das war der Kern der vierten öffentlichen Beteiligungsrunde zur Bebauung der Galopprennbahn. Neben vielen altbekannten Forderungen stach eine tatsächlich heraus: Warum nicht das geplante Leistungszentrum vom Fußballverein Werder Bremen auf die grüne Wiese setzen?

Während einige mit vielleicht nicht eben realistischen Ideen und Vorschlägen wie einem Fußball-Leistungszentrum in Hemelingen aufwarteten, lehnen andere die Bebauung immer noch rundherum ab. Unter das Publikum hatten sich zu Beginn auch Vertreter der Bürgerinitiative Rennbahngelände gemischt, die beim Start des Ideenschmiedens aber demonstrativ den Saal im Martinshof in der Georg-Gries-Straße verließen.

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Vorher verriet Andreas Sponbiel, Sprecher der Bürgerinitiative, dass inzwischen über 14 000 Unterschriften gesammelt seien. Knapp 21 000 Unterschriften werden für das angestrebte Volksbegehren benötigt. „Ich bin optimistisch, dass wir das schaffen werden“, sagte Sponbiel. Bis zum 4. Januar hat die Initiative Zeit, die nötigen Unterschriften zu sammeln. Mit dem Verlassen der meisten Mitglieder der Bürgerinitiative dünnte sich das Feld der Interessierten im Vergleich zu den vorherigen sehr gut besuchten Beteiligungsrunden aus.

Neben zahlreichen Vertretern der Verwaltung, die an Tischinseln die Diskussionen steuerten und Fragen beantworten, waren es vor allem Beiratsmitglieder aus den Stadtteilen Hemelingen und Vahr, einzelne Bürgerschaftsabgeordnete wie Robert Bücking von den Grünen und Vertreter einzelner Organisationen und Unternehmen, darunter Alexander Künzel von der Bremer Heimstiftung, die sich um die Tische versammelten.

Ideen aus der Nachbarschaft

Aber auch einige Bürger aus der Nachbarschaft steuerten ihre Ideen bei. Darunter war auch Patrick Preuß aus der Wilhelm-Busch-Siedlung. „Ich wollte schon die anderen Male kommen, hatte aber nie Zeit.“ Er wolle sich beteiligen, denn „wir haben das Ding ja direkt vor der Nase“. Er sei zunächst skeptisch gewesen, ob die ganze Beteiligung nicht eher ein Feigenblatt sei.

„Aber dann habe ich mir die Protokolle durchgelesen und finde das Konzept gut durchdacht.“ Natürlich sei die Frage aufgekommen, ob das, was von Dritten dazu gesagt wird, auch genutzt werde. „Ich möchte irgendwann sagen können, dass ich an diesem Projekt mitgearbeitet habe“, fasste er seine Motivation zusammen. Für ihn gehe es vor allem darum, das Wasser gut zu nutzen. „Es ist eine sehr feuchte Gegend hier, deswegen sollte es ein Konzept für das Wohnen mit dem Wasser geben.“

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Das Thema Grün- und Wasserflächen hatte in ihren Eingangsworten auch Senatsbaudirektorin Iris Reuther angeschnitten. Das sei ein ganz wichtiger Aspekt, betonte sie. „Es geht darum, die Grünflächen mit der Umgebung zu vernetzen.“ Konkrete Zahlen wie viel Grünflächen am Ende bleiben, nannte Dirk Kühling, Abteilungsleiter beim Senator für Wirtschaft: „Ein Drittel wird nicht bebaut, sondern steht zum Beispiel für Grünflächen zur Verfügung.“

Die Ideen für die Grünflächen mäanderten zwischen „naturnahen Erlebnisräumen“ und „erlebbarer Natur.“ Häufig wurde der Wunsch geäußert, das Wasser mit dem Grün zu verbinden, zum Beispiel mit einem Grünzug entlang eines Wasserlaufes, der sich quer über das Gelände zieht und das Gelände grob in zwei Hälften teilt.

Die Ergebnisse, die die unterschiedlichen Gruppen entwickelten, griffen allerdings vor allem bekannte Forderungen auf: bezahlbarer Wohnraum für unterschiedliche Zielgruppen, altersgerechtes Wohnen, autoarme Verkehrskonzepte. Innovativ eine andere Idee: autonom fahrende Busse, die die Menschen aus dem Quartier zu den Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs bringen. Eine andere Gruppe warb für Sportflächen, mahnte aber, dass diese nicht als Grünflächen gezählt werden dürften.

Neue Funktion für Tribüne

Eine neue Funktion soll auch die Tribüne der Rennbahn bekommen: als zentrale Identität des neu entstehenden Viertels. „Oder ein Marktplatz in der Mitte für Märkte, Veranstaltungen oder zum Laternelaufen“, wie es ein Mann formulierte. Und schließlich der weitreichendste und unrealistischste Vorschlag: „Wir haben alle gelesen, dass eine große Sportfläche gesucht wird, warum nicht das Werder-Leistungszentrum hier bauen, das würde viele Probleme auf einmal lösen“, schlug ein Mann vor. Eine Tribüne wäre zumindest schon vorhanden. Werder-Verantwortliche wurden an diesem Abend allerdings nicht gesichtet.

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