IG Metall: Bei NSW in Nordenham geht es um 50 Jobs

Von ulla Uden
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Von Kreiszeitung Wesermarsch GmbH

Von ulla Uden

Nordenham (wm). NSW kann den zweitgrößten Auftrag der Firmengeschichte vermelden. Die Norddeutschen Seekabelwerke produzieren ein 120 Kilometer langes 150-Kilovolt-Hochspannungsseekabel und dreimal zwölf Kilometer Erdkabel für den OPffshore-Windpark Baltic in der Ostsee. Das Seekabel hat einen Durchmesser von 24 Zentimetern. Der Auftrag summiert sich auf ein Volumen von 195 Millionen Euro. 125 Millionen Euro bleiben bei NSW, 70 Millionen bei einer französischen Schwesterfirma im General-Cable-Konzern. Doch dieser Auftrag, der 2011 abgearbeitet wird, löst nicht die Probleme, die das Unternehmen in diesem Jahr plagen. Der Umsatz wird deutlich unterm Vorjahreswert bleiben. NSW rechnet mit 130 Millionen Euro, 40 Millionen weniger als 2009. Als Folge von Auftragslücken sei NSW in finanzielle Schieflage geraten, hat Rudolf Stahl, Sprecher der Geschäftsführung, deutlich gemacht. Um wieder in die Balance zu kommen, wird daher auch über einen Personalabbau

nachgedacht.

Laut IG Metall geht es um 40 bis 50 Stellen. 550 Mitarbeiter sind derzeit bei NSW beschäftigt. Aus Sicht des IG-Metall-Bevollmächtigten Martin Schindler gilt es, einige Ungereimtheiten zu klären. Er spricht von einer fünfstelligen Zahl von Plusstunden auf den Arbeitszeitkonten der NSW-Mitarbeiter. Irritierend sei auch, dass die Option Kurzarbeit trotz fehlender Auslastung nicht genutzt worden sei. Kurzarbeit sei der bessere Weg, als Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit zu schicken.

Die Geschäftsführung hält Kurzarbeit allerdings nicht für eine Lösung der Probleme. NSW habe in bestimmten Bereichen personelle Überkapazitäten. Das lasse sich durch Kurzarbeit nicht ändern. 'Wir müssen punktuelle Effekte erzielen, nicht in der Fläche', sagt Rudolf Stahl. Martin Schindler fordert die Geschäftsführung auf, mit dem Betriebsrat in Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan einzutreten, bevor irgendwelche Entscheidungen getroffen werden. Rudolf Stahl hält dagegen, dass sich die Geschäftsführung Gesprächen nicht verweigere. 'Wir reden seit einigen Wochen miteinander, sind allerdings noch nicht zu einer Lösung gekommen.' Unterdessen rät die IG Metall NSW-Mitarbeitern, denen ein Aufhebungsvertrag angeboten wird, sich rechtlichen Beistand zu organisieren. Das hat auch der Betriebsrat der Kabelwerke getan. Die Arbeitnehmervertretung hat mit IG-Metall-Vertretern und einem Fachanwalt zusammengesessen, um über die aktuelle Situation zu beraten.

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