Neue Adresse der Zeitschrift der Straße attraktiver für ihre Verkäufer Im Herzen der Stadt

Altstadt. Die Zeitschrift der Straße hat ein neues Vertriebs- und Redaktionsbüro im Lloydhof. Die Räume sollen auch für Veranstaltungen genutzt werden.
02.02.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Cora Remmert

Die Zeitschrift der Straße hat ein neues Vertriebs- und Redaktionsbüro im Lloydhof. Die Räume sollen auch für Veranstaltungen genutzt werden.

Die Zeitschrift der Straße ist ein Gemeinschaftsprojekt der Hochschule für Künste (HfK), des Vereins für Innere Mission und der Diakonie. Seit 2011 erscheint sie regelmäßig alle zwei Monate und widmet sich immer einer Straße in Bremen. Gestaltet wird das Magazin von Studierenden der Hochschule für Künste. „Das Design der Zeitschrift ist gewollt anspruchsvoll. Es soll beim Anblick Irritationen auslösen“, sagt Professor Michael Vogel, der 2009 den Anstoß zu dem Projekt gegeben hat.

Kurz vor ihrem dritten Geburtstag ist die Zeitschrift der Straße umgezogen. Das neue Vertriebsbüro „Vor Ort“ befindet sich im Lloydhof. „Unsere Verkäuferinnen und Verkäufer können sich so deutlich einfacher und häufiger mit Zeitschriften versorgen“, sagt Bertold Reetz, der Leiter der Wohnungslosenhilfe beim Verein für Innere Mission. „Der Umzug war auch ein geografisches Entgegenkommen gegenüber den Verkäufern“, sagt Michael Vogel. Der alte Standort, das Jakobushaus an der Friedrich-Rauers-Straße, wegen seiner bunten Fensterrahmen auch „Papageienhaus“ genannt, sei auf Dauer weniger geeignet gewesen. „Bisher mussten die Verkäufer in die Einrichtung der Wohnungslosenhilfe kommen. Das hat viele abgeschreckt“, sagt der Hochschulprofessor.

Dabei ist die Zeitschrift der Straße für alle da, die sich ein bisschen Geld hinzuverdienen wollen. Studenten nicht ausgenommen. „Auch Senioren können sich mit dem Verkauf der Zeitschrift etwas zu ihrer Rente hinzuverdienen“, sagt Bertold Reetz. Und Michael Vogel betont: „Die Zeitschrift der Straße ist kein Obdachlosenmagazin.“

Büro belebt Lloydhof

Das neue Büro ist Teil einer Initiative, der den Lloydhof wieder beleben soll. Die Zwischenzeitzentrale (ZZZ) hat die bis März 2015 befristete Zwischennutzung vermittelt. „Wenn wir jetzt merken, dass die Leute vermehrt auf uns aufmerksam werden, dann werden wir uns auch nach Ablauf der zwei Jahre ein Büro im Zentrum suchen“, sagt Bertold Reetz.

Inhaltlich werde sich vorerst nichts verändern. Zwar versuche die Zeitschrift immer wieder, auch ihre fliegenden Händler dazu zu bringen, Texte zu veröffentlichen, bisher ist das jedoch nicht gelungen. Erst in einer Ausgabe ist ein Gedicht aus dem Kreis der Zeitschrift der Straße in dem Heft erschienen. „Wir erhoffen uns, dass sich auch die Verkäufer in Zukunft sagen: Ich schreib mal was!“, sagt Bertold Reetz.

An den Umzug der Straßenzeitung in die Innenstadt ist aber vor allem eine Hoffnung geknüpft: mehr Verkäufer zu gewinnen. „Nicht der Kauf, sondern der Verkauf ist das Problem“, sagt Michael Vogel. Derzeit sind rund 20 bis 30 ständige Verkäuferinnen und Verkäufer eingetragen. Da die Redaktion keine Standorte für den Verkauf der Zeitschriften festlegt, bleiben viele in den Stadtteilen, in denen sie leben. In einigen anderen Quartieren sieht man das ansprechend gestaltete Heft überhaupt nicht. „Ich würde mich freuen, wenn einmal ein Verkäufer vor Lestra steht“, sagt Michael Vogel. Gerade in Schwachhausen, der Neustadt, Oberneuland und Horn-Lehe wohnten aber viele kulturinteressierte Menschen – potenzielle Käufer.

Auch für Veranstaltungen möchte die Zeitschrift der Straße ihr „Vor Ort“ nutzen. Der dritte Geburtstag am Montag, 3. Februar, wird in den neuen Räumen gefeiert, außerdem sind eine Ausstellung und Lesungen zum „Leben auf der Straße“ geplant. „Durch den Umzug sind jetzt nicht nur das Büro sondern auch die Verkäufer in der Mitte der Gesellschaft“, das liegt Michael Vogel am Herzen.

Das neue Büro der Zeitschrift der Straße, „Vor Ort“, im Lloydhof, Hanseatenhof 9, ist zunächst montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr besetzt. Mögliche Verkäufer können sich dort melden. Das Vertriebsteam der Zeitschrift ist außerdem auf der Suche nach weiteren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Näheres im „Vor Ort“ oder bei Rüdiger Mantel unter Telefon 302595.

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