Großeinsatz in Bremen-Farge

Im Keller gegrillt: Acht Menschen schwerst verletzt

Bei einem Grillabend im Keller eines Wohnhauses in Bremen-Farge sind mehrere Menschen teils lebensgefährlich verletzt worden, darunter auch drei Kinder.
10.02.2018, 08:18
Lesedauer: 2 Min
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Im Keller gegrillt: Acht Menschen schwerst verletzt
Von Frank Hethey

Bei einem Grillabend im Keller eines dreigeschossigen Wohnhauses in Farge sind am Freitagabend acht Menschen teils lebensgefährlich verletzt worden. Unter den Verletzten waren auch drei Kinder. Sie erlitten Kohlenmonoxid-Vergiftungen, wie die Feuerwehr Bremen mitteilte. Zwei Betroffene wurden am Sonnabendmorgen in eine Spezialklinik nach Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt gebracht, weitere fünf werden in Bremer Kliniken behandelt. Ein Betroffener wollte sich trotz Aufklärung durch die Rettungskräfte nach Angaben der Feuerwehr nicht behandeln lassen.

Die Gruppe alarmierte um 23.14 Uhr den Rettungsdienst, nachdem einer der Beteiligten einen Krampfanfall erlitten hatte. Laut Polizei handelt es sich bei den Betroffenen um Mitglieder einer größeren Familie. Verletzt wurden die beiden 45-jährigen Eltern und ihre Kinder. Neben den schon erwachsenen Kindern im Alter von 26, 22 und 21 Jahren waren auch drei minderjährige Kinder betroffen: zwei Jungen im Alter von zehn Monaten und zehn Jahren sowie ein Mädchen, das an diesem Sonntag fünf Jahre alt wird.

Laut Feuerwehr wurde das Feuer in dem Grill in „Unkenntnis der Gefahr“ entfacht. Das heißt: Die Gefahr sei den Betroffenen nicht bewusst gewesen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, soll es der Familie beim winterlichen Grillen vor der Haustür bei minus fünf Grad zu kalt geworden sein. Deshalb habe man sich kurzerhand entschieden, die Holzkohlen auf dem Grill im Keller des Hauses zu entzünden.

Bei Verbrennungsvorgängen entsteht hochgiftiges Kohlenmonoxid. Das Tückische: Das Gas ist geruchlos und unsichtbar. Beim Einatmen des Kohlenmonoxids wird die Sauerstoffaufnahme im Körper blockiert. „Das ist ein akut lebensbedrohlicher Zustand“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Bei zwei Betroffenen war die Konzentration des Gases im Blut demnach so hoch, dass sich eine Behandlung in einer Klinik für Überdrucktherapie als notwendig erwies. „Da wird dann der Sauerstoff mit Überdruck wieder in den Menschen reingepustet“, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Die Dauer der Behandlung hänge von der Schwere der Vergiftung ab.

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Als die Feuerwehr am Ort des Geschehens in der Farger Straße eintraf, war die akute Gefahrenlage nach Angaben der Rettungskräfte noch unklar. Doch die Kohlenmonoxid-Warngeräte, die die Feuerwehr als Teil der Standardausrüstung mitführt, haben demnach sofort Alarm ausgelöst. Insgesamt waren 61 Rettungskräfte mit 27 Fahrzeugen am Einsatz beteiligt. Das kontaminierte Gebäude musste mit Überdruckbelüftungsgeräten bearbeitet werden, erst danach konnte die Polizei die Einsatzstelle übernehmen.

Kohlenmonoxid entsteht, wenn Materialien ohne genügend Sauerstoff verbrennen, zum Beispiel in geschlossenen Räumen oder bei defekten Heizanlagen. Das Gas blockiert den Transport von Sauerstoff im Blut. Bei einer Vergiftung kommt es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen – und im schlimmsten Fall zum Erstickungstod. Vor allem im Schlaf werden die Symptome nur selten bemerkt.

++ Dieser Artikel wurde am 10. Februar um 21.18 Uhr aktualisiert ++

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