Wie Fußball-Kenner das heutige DFB-Pokalfinale zwischen Werder und Bayern erleben und wie ihr Tipp lautet Im Stadion oder im stillen Kämmerlein

Bremen-Nord. Live vor Ort, im Freundeskreis vor dem Fernseher oder ganz allein - es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, das heutige Finale im DFB-Pokal zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern München zu verfolgen. Nur eines ist gewiss: Für jeden, dessen Herz für den Fußball schlägt, ist dieser Klassiker im Berliner Olympiastadion ein absolutes Pflichtprogramm.
15.05.2010, 01:03
Lesedauer: 3 Min
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Von Jens Pillnick

Bremen-Nord. Live vor Ort, im Freundeskreis vor dem Fernseher oder ganz allein - es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, das heutige Finale im DFB-Pokal zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern München zu verfolgen. Nur eines ist gewiss: Für jeden, dessen Herz für den Fußball schlägt, ist dieser Klassiker im Berliner Olympiastadion ein absolutes Pflichtprogramm.

Das gilt wie selbstverständlich für den Kreisvorsitzenden Ralf Bande, den Schiedsrichterausschussvorsitzenden Jörg Jablonski und die Nordbremer Trainer aus der Bremen-Liga und Landesliga, bei denen sich 'Die Norddeutsche' gestern erkundigte, mit welchem Ausgang sie rechnen und wie sie das Endspiel verfolgen.

Peter Moussalli vom Bremen-Ligisten Blumenthaler SV ist der einzige aus dem befragten Trainer-Sextett (Grohns Juan Schrader war allerdings nicht erreichbar), der sich auf den Weg nach Berlin gemacht hat. Per Handy übermittelte er aus dem Ford Transit die Vorfreude, die bei der achtköpfigen Gruppe (fünf Mann Blumenthaler SV, drei TSV Farge-Rekum) auf der Reise in die Hauptstadt herrschte. Und die Vorhersage des BSV-Coaches lässt alle Bremer Fußball-Herzen höher schlagen: 'Werder gewinnt 6:5 nach Elfmeterschießen, und Wiese hält den letzten Strafstoß von Butt.' An eine günstige Übernachtungsmöglichkeit sind die Nordbremer über Anhänger des FC Schalke 04 herangekommen, die sich zu früh auf eine Finalteilnahme vorbereitet hatten.

Gegrillt und Fernsehen geguckt wird zu Hause bei Jörg Schröder, dem Interimstrainer des Bremen-Ligisten SG Aumund-Vegesack. Dabei sind mit Sohnemann Hendrik und dem befreundeten SAV-Spieler Jörg Segerath auch eingefleischte Bayern-Fans, die dem Event nach Schröders Geschmack erst die richtige Würze geben: 'Es ist angenehm, wenn ein paar Bayern dabei sind. Dann kann man anschließend zu ihnen so schön ?ätsch? sagen.' Davon, dass es nicht andersherum sein wird, ist Jörg Schröder fest überzeugt: 'Die Bayern werden das Spiel vor dem noch anstehenden Champions-League-Finale nicht ernst genug nehmen. Werder gewinnt mit 2:0.'

Ungewöhnlich klingt die Finalplanung von Türkspor-Trainer Erhan Koser: Er will sich das Spiel im TV ganz alleine angucken. Ganz alleine, auch ohne die Ehefrau? 'Ganz alleine, meine Frau geht dann nach oben', erzählt Koser, der keine gute Nachrichten für Werder-Fans präsentiert: 'Bayern gewinnt 2:1, leider.' Erhan Koser guckt alleine, weil er nicht Fußball feiern will, sondern richtig konzentriert Fußball verfolgen will. Dafür kommt selbst das Vereinsheim, in dem er sich sonst so gerne aufhält, nicht in Frage. 'Da reden zu viele, da bekommt man nichts mit', klärt der Coach auf.

Torsten Plikat vom Landesligisten SG Marßel gehört wieder zu den Trainern, die das Finale in geselliger Runde erleben werden. Quasi auf Einladung. 'Wir gucken bei meinem Schwager, der hat Geburtstag', berichtet Plikat, der wiederum auf die Grün-Weißen setzt und einen Bremer 2:1-Sieg voraussagt. 'Da wird schon Stimmung sein', freut er sich auf das gemeinsame Fußball-Event.

Auf doppelt gute Stimmung hofft Björn Reschke vom Landesliga-Spitzenreiter 1. FC Burg. Gewinnt seine Mannschaft nämlich das um 15 Uhr beginnende Spiel beim Geestemünder SC, dann könnte abends im Rahmen des Pokal-Finales bereits die Aufstiegsfeier steigen. Die Burger wollen auf jeden Fall im Vereinsheim zusammensitzen, ob sie gewinnen oder nicht. 'Wenn wir gewinnen und Werder gewinnt - dann passt alles', wünscht sich Björn Reschke sehnlichst das komplette Erfolgsprogramm herbei. Und glaubt auch daran. An den Sieg seiner Mannschaft sowieso, und Werder traut er ein 3:1 zu.

Ralf Bande, der Vorsitzende des Fußball-Kreises Bremen-Nord, gehört zwar zu den Glücklichen, die Finaltickets haben, kommt aber selber nicht in den Genuss des Live-Erlebnisses. 'Aus dienstlichen Gründen', erklärt er und wird das Finale jetzt im Rahmen einer Grillparty im Freundeskreis am Fernseher verfolgen. Klar, dass im Olympiastadion kein Platz unbesetzt bleibt. 'Meine Freundin und ihre Schwester sind in Berlin dabei', klärt Bande über die Nutznießerin seines beruflich bedingten Fehlens in der Hauptstadt auf. Zu dritt im Auto macht sich hingegen Jörg Jablonski, das Nordbremer Schiedsrichteroberhaupt, auf den Weg nach Berlin. Seine Mitfahrer sind seine Ausschusskollegen Thomas Herbst und Michael Vogt. 'Das lass ich mir nicht entgehen', sagt Jörg Jablonski und gönnt sich, um den erhofften Werder-Triumph auch auskosten zu können, eine Übernachtung in der Hauptstadt. 'So richtig überzeugt bin ich aber nicht vom Werder-Sieg', stellt sich Jablonski aber auch ein wenig auf Katzenjammer

anstelle von Siegesgesängen ein - tippt aber schon 2:1 für Werder.

Ob volle Überzeugung oder nur Hoffnung, der Tipp-Trend spricht für Werder. Nur der in seinem stillem Kämmerlein guckende Türkspor-Trainer Erhan Koser sieht die Bayern vorn.

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