Judo-Landesverband bietet zweitägiges Programm in Schwanewede

Im Zeichen der Inklusion

Neuenkirchen. Die „tollen Tage“ stellen nicht nur beim Karneval, sondern auch beim Niedersächsischen Judoverband eine feste Größe dar. Jedes Jahr richtet der Verband eine zweitägige Feier für behinderte und nicht behinderte Sportler aus.
14.07.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Alexander Bösch
Im Zeichen der Inklusion

Judoka demonstrieren Halte- und Wurftechniken. ABÖ·

Christian Kosak

Die „tollen Tage“ stellen nicht nur beim Karneval, sondern auch beim Niedersächsischen Judoverband eine feste Größe dar. Jedes Jahr richtet der Verband eine zweitägige Feier für behinderte und nicht behinderte Sportler aus. In diesem Jahr war Schwanewede Gastgeber der „tollen Tage“. Gut 160 Sportler zwischen sieben und 61 Jahren reisten aus ganz Niedersachsen an, um auf dem Sportplatz Weser-Geest ausgelassen zu feiern und ihr sportliches Können eindrucksvoll unter Beweis zu stellen.

Bevor gemeinsam gegrillt und zur Musik von Discjockey Janusz getanzt wurde, zeigten die Teilnehmer in einer Trainingseinheit, was sie in der Vergangenheit gelernt haben. Die Anleitung für die Mischung aus Aufwärmübungen und Wurftechniken übernahmen der Ausbildungsleiter des Niedersächsischen Judoverbands, Martin von den Benken, und Rolf-Dieter Frey, der Referent für den ehrenamtlichen Behindertensport. „Beim Judo hat man viel engeren Körperkontakt als beispielsweise beim Tennis. Judo eignet sich deshalb ausgezeichnet als Sportart zur Inklusion“, erklärte Martin von den Benken. „Was man an Arbeit hineinsteckt, bekommt man durch die Begeisterung der Sportler dreifach zurück“, ergänzte Rolf-Dieter Frey. Für Carl Hoffmeyr ist der „Seoi Nage“ der beliebteste Griff. Marten Ehlers nennt „Spaß, Muskelaufbau und gestärktes Selbstbewusstsein“ als Motive, den Kampfsport Judo auszuüben.

Für ihre Leistung bei den Special Olympics 2014 bekamen Lea Romey und Sophie Kramber die Jugendleistungsnadel von Anja Näke vom Bremer Jugendverband überreicht. „Wir hatten da eine Kata-Übung gezeigt, eine Choreografie mit der Abfolge von Techniken“, erklärt Sophie Kramber. Ihre Mutter Marion, Behindertenbeauftragte beim Bremer Judoverband, wurde von Bürgermeister Harald Stehnken und dem Vorsitzenden des TV Schwanewede, Friedrich Humborg, für ihr Engagement gelobt.

Für Sängerin Corinna May gab es eine besondere Überraschung. Ein Judolehrer aus ihrer Zeit beim Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover und einige Mitschülerinnen überraschten die Interpretin. „Als ich zwischen zehn und zwölf Jahre alt war, habe ich mal Judo betrieben. Ich war aber ziemlich talentfrei“, erinnerte sie sich mit einem Schmunzeln. Beim umjubelten Auftritt mit „One Kiss“ kam Corinna May dann doch mit Gesangspartner „Claus mit C“ auf die Matte. Auf selbiger stehend, intonierten die beiden unter anderem Hits von Abba und Tina Turner. Ein Udo-Lindenberg-Imitator kündigte die Programmpunkte an und unterstützte das Duo mit Näselgesang „à la Lindi“. Trainer Marcel Kramber legte „Judo-Udo“ fachkundig unter dem Jubel der Zuschauer mit einem Ogoshi-Griff auf die Matte.

Die Sportler übernachteten sowohl in der Sporthalle als auch in Zelten. Beim Beachvolleyball und Fußball bauten die Judokas überschüssige Energie ab. Außerdem konnten selbst gemachte Sticker als bleibende Erinnerung an die „tollen Tage“ angefertigt werden.

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