Im Viertel ziehen Geschäfte um, im Lloydhof setzt man auf nachhaltige Produktion Immer mal was Neues

Der Wandel geht weiter: Im Lloydhof hat sich Jonas Lang mit seiner „factory“ eingerichtet. Schlüsselkind ist jetzt im Anziehungspunkt und „Glam!“ in der Bauernstraße. „Das gute Portrait“ ist stadteinwärts gezogen, und auf „Malene“ ist „Eliá“ gefolgt, ein griechisches Lokal. Das Antiquariat Wolfgang Kochan macht zu, und Wichmanns sind wieder da.
10.04.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Liane Janz

Der Wandel geht weiter: Im Lloydhof hat sich Jonas Lang mit seiner „factory“ eingerichtet. Schlüsselkind ist jetzt im Anziehungspunkt und „Glam!“ in der Bauernstraße. „Das gute Portrait“ ist stadteinwärts gezogen, und auf „Malene“ ist „Eliá“ gefolgt, ein griechisches Lokal. Das Antiquariat Wolfgang Kochan macht zu, und Wichmanns sind wieder da.

Die Umzugskisten werden weiter fleißig ein- und ausgepackt. In der Innenstadt gibt es ein neues Geschäftsgesicht zur Zwischennutzung, während im Viertel Altbekannte die Läden tauschen. So ist das Fotostudio „Das gute Portrait“ in der Straße Vor dem Steintor etwas weiter vor gerückt – von Nummer 121 nach 90. Es gebe mehr Laufkundschaft, sagt Fotografin Antje Wienekamp, die das Studio leitet. „Das merken wir schon.“

Die Fotografin und Studioleiterin und eine Auszubildende bieten von Porträt, Hochzeiten und Familienfotos über Aktbilder bis hin zu Babybauchfotos ist so ziemlich alles an, was der Fotoapparat hergibt. Geschäftsführerin Ursula Niemann lädt für den verkaufsoffenen Sonntag, 13. April, von 13 bis 18 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ins Atelier ein. Regulär geöffnet ist „Das gute Portrait“ von montags bis freitags von 9.30 bis 19 Uhr und sonnabends von 10 bis 14 Uhr. Termine können unter 75440 vereinbart werden.

Oliven am Sielwall

Am Siewall 2a, wo zuletzt „Malene“ war und davor unter anderem „Schweinske“ und ein Damenmodegeschäft, wird jetzt griechisch gekocht. Eliá heißt das Lokal, Inhaber Nikos Tsiaxerlis hat sein Restaurant auf das griechische Wort für Olive getauft und betreibt es gemeinsam mit seiner Frau Melina. Beraten werden die beiden von Kostas und Stella Tachtsidis. Mittwochs ist Studententag, der Donnerstag ist den Scampi gewidmet, am Freitag glüht der Grill, sonntags kann von 11 bis 17 Uhr gebruncht werden. Geöffnet ist das Eliá täglich von 11 bis 23 Uhr. Mittagstisch gibt es montags bis sonnabends von 11.30 bis 15 Uhr, nachmittags wird selbst gebackener Kuchen serviert. Und im Keller können angemeldete Gruppen mit bis zu 50 Personen feiern. Näheres unter 79 46 77 83.

Aus Altersgründen schließt Wolfgang Kochan sein Antiquariat Vor dem Steintor 179 aus Altersgründen. Noch bis Mitte Mai hat er von montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

Im Ostertor haben sich zwei zusammengetan: Schlüsselkind, der Laden für fair gehandelte, bedruckte Klamotten, bei Anziehungspunkt im Ostertorsteinweg 100 eingezogen. Sieben Jahre war Tolga Kolburan mit Schlüsselkind am Dobben zu Hause. Die Shop-in-Shop-Idee habe er aber schon länger im Kopf gehabt, und in Anja Martens, Chefin des Anziehungspunkts, eine Partnerin dafür gefunden, sagt er. Ihre Secondhand-Kleidung ist nun oben in der Galerie des Ladens zu finden, während unten die fair gehandelten Shirts, Kleider und andere Kleidungsstücke hängen. Mit der Zeit wolle er sein Sortiment ein wenig umstellen, sagt Tolga Kolburan. „Das geht mehr in den Fashion-Bereich“, bleibe aber Fair Trade. Wie das Berliner Label Slowmo. Die beiden Läden sind dienstags bis freitags von 11 bis 19 Uhr und sonnabends von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Zurück im Ostertor ist Sabine Pallapies mit ihrem Modegeschäft „Glam!“. Nach zehn Jahren am O-Weg versuchte sie ihr Glück in der Überseestadt und ist nach sechs Monaten zurückgekehrt. Die Kundschaft blieb aus. Jetzt ist sie in die Bauernstraße 1 gezogen, ins ehemalige „Kiddings“. „Das ist hier ist der schönste Fleck in Bremen“, sagt Sabine Pallapies über das Viertel. Der Laden in der Bauernstraße habe zudem etwas Französisches – passend zum Modethema. „Glam!“ ist von montags bis freitags von 12 bis 18.30 Uhr und sonnabends von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Ebenfalls wieder zurück im Viertel ist der Hof Wichmann. An den mittlerweile angestammten Adressen Vor dem Steintor 133 und Ostertorsteinweg 68 gibt es ab sofort wieder Beeren, Spargel und Kartoffeln aus der Region. Im Ostertor war in der Zwischenzeit Kunsthandwerk zu sehen.

Bis über das Schicksal des Lloydhofes entschieden ist, tut sich auch dort ab und an etwas Neues. Jonas Lang hat sich mit seiner „Factory“ mit Hilfe der Zwischenzeitzentrale (ZZZ) in einem Laden am Ausgang des Lloydhofes Richtung Wegesende eingerichtet. Er bietet Firmen und Agenturen dort Produkte auf Anfrage an. Das können Werbegeschenke, Modelle oder auch Prototypen sein. Die Produkte fertigt Jonas Lang aus FSC-zertifiziertem Holz mit Lasercutter, 3D-Drucker oder CNC-Fräse an. Nachhaltigkeit sei ihm wichtig. Deshalb auch die Produktion auf Nachfrage: „Ich wollte nicht auf Verschwendung produzieren.“ Neben der Auftragsfertigung bietet er mit seiner Marke „Nonessentials“ auch eigene Kreationen an.

Zweites Standbein ist die Beratung. Der an der Hochschule Bremen ausgebildete Produkt-Designer möchte Menschen bei der Ausarbeitung ihrer Ideen unter die Arme greifen. Das können Entwürfe für neue Produkte, Verpackungen oder Designs aller Art sein. Außerdem girb Jonas Lang Rat zur Produktion mit den genannten Geräten. Die offenen Beratungszeiten in der „Factory“ im Lloydhof sind montags von 9 bis 13 Uhr sowie mittwochs und freitags von 10 bis 19 Uhr und auf Anfrage. Kontaktdaten auf www.nonessentials.org.

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