WESER-KURIER-Weihnachtshilfe Immer mehr Familien brauchen Hilfe

Sie sind berufstätig, doch ihre Einkommen sind so niedrig, dass sie nur knapp für die Lebenshaltungskosten von Eltern mit Kindern ausreichen. Immer häufiger erreichen Anträge solcher Familien die Weihnachtshilfe.
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Immer mehr Familien brauchen Hilfe
Von Frauke Fischer

Sie sind berufstätig, doch ihre Einkommen sind so niedrig, dass sie nur knapp für die Lebenshaltungskosten von Eltern mit Kindern ausreichen. Immer häufiger erreichen Anträge solcher Familien die Weihnachtshilfe.

Da ist die junge Mutter, die parallel zu ihrer Arbeit in der Pflege eine Zusatzausbildung macht, um weiterzukommen. Ihr Mann hat vor wenigen Monaten auch wieder Arbeit gefunden. Doch die beiden Gehälter sind so niedrig, dass die sechsköpfige Familie nur mühsam damit über die Runden kommt. Auch die alleinerziehende Bremerin, die wegen ihrer beiden kleinen Kinder bislang nur in Teilzeit arbeiten kann, kennt das Problem: Trotz regelmäßiger Arbeit ist am Ende des Monats nichts übrig, weil die Einkommen so niedrig sind. Immer häufiger wenden sich Familien mit kleinen Kindern, die deshalb noch aufstockende Leistungen beziehen müssen, an die Weihnachtshilfe des WESER-KURIER und bitten um Unterstützung. Sie hoffen auf einen Zusatzbetrag zum Fest, mit dem sie neue Schuhe, Kleidung und Winterjacken kaufen können.

Für die Familiensituation spielt es oftmals auch eine Rolle, ob noch andere Verwandte in der Nähe leben, die beispielsweise Kinderbetreuung, gerade in den Randzeiten des Tages, übernehmen können. Auch die Trennung von Elternpaaren führt oftmals dazu, dass Familien in die Armut abrutschen, gerade wenn noch andere Faktoren ungünstig zusammenkommen. Dann müssen zwei Mieten bezahlt werden, ein Elternteil, meistens die Mutter, bleibt wegen der Kinderbetreuung ganz daheim oder ist stundenweise berufstätig. Oftmals gibt es nur Beschäftigungsmöglichkeiten im Niedriglohnsektor.

Prekäre Situation

Sabine S. (Name geändert) hat all das vor wenigen Jahren schmerzlich erfahren. Der Vater der beiden Kinder – sie sind vier und neun Jahre alt – zahlt keinen Unterhalt. „Und der Unterhaltsvorschuss für meine Große ist schon ausgeschöpft“, schildert sie die prekäre Situation. Auch von Großelternseite gebe es keine Unterstützung, um zu Weihnachten Geschenke zu besorgen.

Die eigene Mutter der Alleinerziehenden ist schwer pflegebedürftig, lebt im betreuten Wohnen und kann die Tochter schon gar nicht unterstützen. „Der restliche Teil meiner Familie ist bereits verstorben“, erzählt Sabine S. Dabei ist ihr eines wichtig: „Ich will mit dieser Lebensgeschichte kein Mitleid erregen. Es ist nur schlichtweg meine Lebenssituation“, sagt die 32-Jährige ernst. Da die beiden Kinder sich gern an der frischen Luft bewegen und Sport machen, würde ihre Mutter ihnen am liebsten Inline-Skater, einen Handball und einen Volleyball schenken. Außerdem fehlen Möbel im Kinderzimmer: zwei Einzelbetten, ein Schreibtisch, an dem die Mädchen Hausaufgaben machen können, zwei Kommoden und zwei Nachttischlampen. Auch würde Sabine S. gern noch Spielzeug schenken.

Eine Wunschliste für ihre Kinder hat auch die Pflegerin, die noch für eineinhalb Jahre eine Zusatzausbildung macht, um einmal etwas mehr Geld für die Familie zu verdienen. Der älteste Sohn würde so gern einmal einen Ausflug in den Heidepark, zu einem Zirkus oder in eine Show machen, die Jüngeren, die Zwillinge, brauchen neue Sportschuhe. In ihrem Zimmer fehlen außerdem Regale für Bücher und Spielsachen. Vieles liegt bislang auf dem Fußboden. „Auch wenn das Geld knapp ist und gerade so zum Lebensunterhalt reicht, möchten wir unseren Jungs gern ein schönes Weihnachten bescheren“, sagt die 38-Jährige. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass die Kinder nicht merken, dass wir so enge finanzielle Grenzen haben.“

Wie das Helfen funktioniert

Die Weihnachtshilfe, die der WESER-KURIER gemeinsam mit der Sozialbehörde als Spendenaktion für Bremerinnen und Bremer gegründet hat, unterstützt bedürftige Familien dabei, etwas für ihre Kinder zu tun (bis zwölf Jahre).

Antragsformulare geben Erzieherinnen, Lehrerinnen und Mitarbeiterinnen in Kindergärten, Schulen, Mütterzentren und anderen sozialen Einrichtungen aus. Die Ansprechpartnerinnen helfen zum Teil auch beim Ausfüllen der Formulare, denen Situationsbeschreibungen, Nachweise über Einkommen und Ausgaben sowie Adresse oder Unterschrift von Befürwortern beigefügt werden sollen.

Die Antragsfrist für dieses Jahr endete am 30. November. Seitdem befasst sich eine Vergabekommission in regelmäßigen Sitzungen mit den Anträgen, bewilligt Unterstützung, wenn die eingereichten Bitten nachvollziehbar und belegt sind.

Wer spenden möchte, kann dies das ganze Jahr über tun. Die Bankverbindung bei der Sparkasse Bremen für Spenden ist

IBAN DE22 2905 0101 0001 1650 00.

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