Statistisches Jahrbuch erschienen

Immer weniger Ehepaare

Bremen. In Bremen leben immer mehr Singles und immer weniger Ehepaare, Kirchen verlieren Mitglieder, die Wahlbeteiligung sank, und die Zahl der Arbeitslosen stagnierte zuletzt auf hohem Niveau. All das hat Bremens Gesellschaft seit den 1970er-Jahren geprägt und verändert, darüber gibt das Statistische Jahrbuch Aufschluss.
29.12.2016, 00:00
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Immer weniger Ehepaare
Von Sara Sundermann

Bremen. In Bremen leben immer mehr Singles und immer weniger Ehepaare, Kirchen verlieren Mitglieder, die Wahlbeteiligung sank, und die Zahl der Arbeitslosen stagnierte zuletzt auf hohem Niveau. All das hat Bremens Gesellschaft seit den 1970er-Jahren geprägt und verändert, darüber gibt das Statistische Jahrbuch Aufschluss.

Jeder zweite Haushalt in Bremen ist inzwischen ein Ein-Personen-Haushalt, von vier oder mehr Personen bewohnt werden nur noch neun Prozent aller Wohnungen in der Stadt. An der Zahl der Bewohner pro Haushalt lässt sich eine Veränderung in der Stadtgesellschaft ablesen: Im Jahr 1950 lebte nur gerade einmal jeder vierte Mensch in Bremen allein, fast jeder zweite Haushalt beherbergte damals noch drei Personen oder mehr.

Auffallend ist dabei: In den 1960er- und 1970er-Jahren lebten vor allem nur sehr wenige Männer allein in der Stadt, der Anteil von Frauen, die ihren eigenen Haushalt führten, war 1961 und 1970 mehr als doppelt so groß wie der Anteil der allein lebenden Männer. In den Jahren von 2010 bis 2015 lässt sich beobachten: Die Zahl der Ehepaare mit und ohne Kinder in Bremen sinkt weiter. Es nehmen aber nicht nur die Single-Haushalte und die Zahl der Alleinerziehenden langsam zu, sondern auch die Zahl der Lebensgemeinschaften.

Verändert hat sich auch die Zahl der Kirchenmitglieder: Seit 1970 ging die Zahl um mehr als die Hälfte zurück. 1970 gehörten der Bremischen Evangelischen Kirche noch 481 000 Menschen an – 65 Prozent der Bevölkerung im kleinsten Bundesland. 2015 waren es noch 204 000 evangelische Kirchenmitglieder und damit 30 Prozent der Bevölkerung. Bei der römisch-katholischen Kirche ging die Zahl von 93 000 Mitgliedern (1970) auf mehr als 77 000 Mitglieder im Jahr 2015 zurück.

Manches hat sich zuletzt auch wieder ein wenig zum Positiven gewandelt: Während die Zahl der Arbeitslosen in den Jahren 2005 und 2006 mit 47 000 den Höhepunkt erreichte, pendelte sich die Zahl zuletzt auf einem immer noch hohen Niveau bei gut 37 000 Arbeitslosen ein.

Und noch manches aufschlussreiche Detail im Jahrbuch zeigt, wie sich das Leben in der Stadt verändert hat. In den Sechzigern war die Stadt noch viel ländlicher geprägt. 1961 lebten mehr als 18 000 Schweine in Bremen. Bei der jüngsten amtlich registrierten Viehzählung im Mai 2013 gab es – da ist das Jahrbuch präzise – exakt 186 Schweine im kleinsten Bundesland.

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