Frühkindliche Bildung

Impuls hat frühe Bildung im Blick

Impuls versteht sich als Verein, der bundesweit Kinder in Familien und Tagesstätten unterstützt. Dazu gibt der Bremer Verein kleine Bücher und andere Lernmaterialien heraus.
28.05.2018, 16:40
Lesedauer: 4 Min
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Impuls hat frühe Bildung im Blick
Von Frauke Fischer

Impuls ist ein Ratgeber, der sich der Familienhilfe in Deutschland unter ganz besonderen Aspekten verschrieben hat. Der Verein ist in Bremen ansässig und arbeitet bundesweit mit anderen Trägern wie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zusammen, die alle in der Familienhilfe tätig sind. „Immer spielen Lern- und Lehrbücher, aber auch praktische Hilfen durch Hauptberufliche und Ehrenamtliche eine wichtige Rolle für die verschiedenen Programme. Sie werden mit den Trägern und für Träger umgesetzt“, sagt Karen Stroink vom Verein. Die Hausbesuche machten dann vielfach ehrenamtlich Tätige mit guter Vorbildung, so Stroink. In einer kleinen Sammlung von Geschichten, die Kinder, Eltern, Hausbesucherinnen und Koordinatorinnen nun geschrieben haben, berichten sie über sich und ihre Erfahrungen. Auch jene Büchlein und Hefte von Impuls und der Einsatz des Vereins in Familien und Tageseinrichtungen spielen eine Rolle darin. „Kinder kommen ebenso zu Wort wie Erwachsene“, sagt Stroink.

Drei dieser Autorinnen der Geschichten-Sammlung kommen aus Bremen. Dazu gehören die beim DRK tätige Koordinatorin Selda Kirisci und die Hausbesucherin Ayse Erdogmus. Sie wiederum haben die dritte Schreiberin, eine Krankenschwester, ins Boot geholt, die länger schon als Freiwillige in Flüchtlingsheimen geholfen hat. Sie wurde gebeten, weitere ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen. Eine syrische Familie mit drei kleinen Kindern brauchte Hilfe beim Zurechtfinden im fremden Land. „Vor allem die sechsjährige Miral ist mir dann schnell ans Herz gewachsen“, sagt die Familienhelferin. „Die Kleinen sind nun sogar neidisch auf ihre große Schwester“, berichtet Karen Stroink über das schnell gewachsene Verhältnis zwischen Betreuerin und Familie. „Sie hat sich mit so viel Spaß und unserem Vorschulprogramm Hippy auf die Schule vorbereitet.“

Eine weitere Schreiberin der bislang 18 Autoren von 15 Standorten in deutschen Städten ist die Koordinatorin Ruth Franke. Die Schreiberin erzählt von ihrem Gruppentreffen mit Frauen in Hanau: Die Mütter hätten am Impuls-Programm Opstapje teilgenommen und fühlten sich dadurch gestärkt. Nun berichtet eine der Frauen, was ihr Söhnchen zu Hause fertig gebracht hat. Der kleine Junge aus der türkischen will Zeit mit seinem Vater verbringen. Dieser ist gerade von der Arbeit heimgekommen und sehr müde. Er möchte nur noch schlafen. Der Junge hingegen will sofort erzählen und mit Papa spielen. Ein Konflikt, der gelöst werden will. Am Ende schafft der Junge es auf rührende und kluge Weise, den Vater zu überzeugen, dass sie sofort reden und spielen müssen.

„Impuls möchte mit solchen Geschichten nicht nur jene erreichen, die unseren Verein und dessen Angebote schon kennen, sondern auch weitere Interessierte für die vielfältige Arbeit begeistern“, sagt Karen Stroink. Sie betont auch, wie wichtig die Rolle der Freiwilligen im und für den Verein ist. Diese seien unverzichtbar. „Es geht für uns ja vor allem um die frühkindliche Bildung in der Familie und in den Kindertagesstätten“, sagt sie. Der Verein vermittelt Lernmaterialien, aber auch konkrete Hilfen. Zu den Materialien gehören beispielsweise die beiden großen Projekte Hippy und Opstapje, die der Verein mit seinem langjährigen geschäftsführenden Vorstand Peter Weber vor längerer Zeit ins Leben gerufen hat. Auch in Bremen gibt es Träger, die die Büchlein und Hefte bei Familienbesuchen und in ihren Kindertagesstätten nutzen.

Eines der älteren Werke zum Lernen mit Freude ist das Büchlein „Ich“ von Philip Waechter. Impuls habe es schon vor einer ganzen Weile herausgebracht, berichtet die Vereinssprecherin. In dem bilderreichen und extra textarmen Buch will ein kleiner Bär vor allem jüngere Leser ermutigen. Er möchte mit seinen Erlebnissen Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl der Kleinen fördern. Sie sollen diese Eigenschaften als wichtige Aufgaben für das eigene Ich wahrnehmen. Um dazu beizutragen, gibt es zum Büchlein ein Arbeitsheft, das dabei helfen soll. Es wird in Familien ebenso genutzt wie in Kindertagesstätten.

Auch verschiedene Spiele gibt der Verein heraus – und arbeitet dabei ebenfalls mit Trägern zusammen, die unter anderem Hausbesuche organisieren. „Es geht darum, das Lernen und die Wissensfreude vor allem in bildungsfernen Familien zu etablieren, damit die Kinder auf ihrem Weg in die Welt auch von Eltern unterstützt werden können“, sagt die Vereinssprecherin.

Zudem sind nun die Flüchtlingsfamilien, Kinder wie Eltern, in den Fokus der Vereinsarbeit gerückt, berichtet Karen Stroink. Den Zuwanderern sollen das Ankommen, Einleben und das dafür notwendige Erlernen der deutschen Sprache erleichtert werden. Deshalb gibt es zum Büchlein ein dickeres Arbeitsheft, das auf einfache Weise auch über das Malen und Kleben von vorgegebenen Aufgaben Fertigkeiten abfragt und vermittelt. Es eignet sich vor allem für kleine Kinder daheim und in Tagesstätten.

Ein weiteres Büchlein haben gerade die jüngsten Kinder in Tagesstätten im Blick. Gerda Müller hat es geschrieben, wobei das kleine Werk fast ohne Worte auskommt. „Impuls hat es herausgegeben“, erzählt Karen Stroink. Ein Kind – ob Mädchen oder Junge müssen die Betrachter herausfinden – folgt den Spuren eines kleinen Tieres aus dem eigenen Zimmer heraus in die Welt. Dabei sind von Kind und Tierchen immer nur die Spuren sichtbar, so dass sich jeder kleine Leser in die Figur des Kindes hineindenken und den Fußabdrücken vom Bett aus durch Haus und Garten an Wiesen und Tieren vorbei folgen kann.

Ein geheimnisvoller Spaziergang, verspricht Karen Stroink. Und ein Arbeitsheft nimmt auch dabei Erlebnisse aus dem Buch für kleine Aufgaben auf, die Vier- bis Siebenjährige mit Spaß am Lernen und wachsendem Wissen lösen können.

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