Siebenjährige Elisa holt mit ihrem Team bei der Robo-Cup-WM Gold und Bronze In Brasilien mit dem Roboter getanzt

Nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ist dort auch die Robo-Cup-WM beendet. Elisa Cullmann und ihr Team traten in der Kategorie „Dance“ an und brachten sowohl Bronze als auch Gold mit nach Hause. Die Siebenjährige aus Horn begeistert sich bereits seit dem Kindergarten für das Programmieren von Robotern.
10.08.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter

Nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ist dort auch die Robo-Cup-WM beendet. Elisa Cullmann und ihr Team traten in der Kategorie „Dance“ an und brachten sowohl Bronze als auch Gold mit nach Hause. Die Siebenjährige aus Horn begeistert sich bereits seit dem Kindergarten für das Programmieren von Robotern.

Links, links, geradeaus, Pause, rechts – Elisas Finger bearbeiten gekonnt die Tasten auf dem Rücken einer großen Kunststoff-Biene mit intelligentem Innenleben. Bis zu 40 Befehle kann sich dieser sogenannte Boden-Roboter merken. Elisa drückt auf Start, und die Biene erledigt folgsam, was die Siebenjährige ihr zuvor per Knopfdruck aufgetragen hat.

Seit zwei Jahren begeistert sich die Horner Grundschülerin neben Tennis- und Klavierspielen sowie Tanzen für Roboter-Fußball, besser bekannt unter dem Wettkampfnamen Robo-Cup. Ende der 1990er-Jahre entwickelt, setzten sich Wissenschaftler zum Ziel, die künstliche Intelligenz in den kommenden Jahrzehnten so weit zu perfektionieren, dass es Robotern im Jahr 2050 möglich sein soll, den menschlichen Fußballweltmeister in einem gewöhnlichen Spiel zu schlagen.

Derzeit liegt die Spanne der kickenden Roboter zwischen Spielzeug- und Menschengröße – entsprechend viele Ligen gehen bei den Meisterschaften an den Start. Doch nicht nur im Fußball liefern sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen regelmäßig einen Kräftevergleich in diversen Kategorien. Als weitere Disziplinen finden sich Rescue (Rettung), @Home (zu Hause) und Dance (Tanz) im Wettkampf-Programm.

Während sich Rescue mit Katastrophensimulation befasst und es bei @Home um die Aufgaben des häuslichen Lebens geht, ist im Bereich Dance besonders viel Kreativität gefragt. Und die hat Elisa mit ihrem Team SFZ-Glossis bei der Weltmeisterschaft an den Tag gelegt – in der Junior-Liga, versteht sich. Belohnt wurde das lange Training am Ende mit Bronze. Austragungsland war – passend zur WM der Fußballer um Neuer, Lahm und Götze – Brasilien.

„Der Flug war ganz schön lang“, erzählt Elisa. In der WM-Halle sei es vor allem laut gewesen, was angesichts der rund 1000 Teilnehmer nicht verwundert. Das Team SFZ-Glossis hatte sich auf Elisas Vorschlag hin Aladin als Motto für ein Theaterstück gewählt. In dem orientalischen Klassiker zeichnete Elisa für die Wunderlampe verantwortlich. Eine in Heimarbeit angefertigte golden glitzernde Lampenhülle, die auf den Boden-Roboter aufgesetzt Leben eingehaucht bekam. Die Darbietung habe nahezu fehlerfrei geklappt, erinnert sich die Siebenjährige, „nur Aladin ist einmal von der Spur abgekommen“. Das habe einen Eingriff des Teams zur Folge gehabt, der sie am Ende einen ganzen Punkt gekostet habe.

Verschiedene Kriterien

„Bewertet werden unter anderem Synchronität, Kulisse, Unterhaltungswert und eben, ob eingegriffen werden musste oder nicht“, erklärt Katja Cullmann, Elisas Mutter. Sie muss es wissen, schließlich fühlte sich ihre Tochter bereits im Kindergartenalter durch sie zu ihrem außergewöhnlichen Hobby inspiriert. Die Lehrerin für Mathematik und Physik ist im Osnabrücker Schülerforschungszentrum tätig – mit Schwerpunkt Robotic. Dort trainiert auch das siebenköpfige Team SFZ-Glossis, dessen jüngstes Mitglied Elisa ist. „Die übrigen Schüler sind zwischen zehn und elf Jahren alt.“ Um ein bühnenreifes Stück zu entwickeln braucht es allerhand Geduld. „Wir programmieren unsere Roboter und probieren dann, ob es klappt“, erklärt Elisa den Trainingsablauf. Wenn etwas schiefgehe, folge eine Besprechung, eine Neuprogrammierung und dann der nächste Versuch. Es sei dabei sehr wichtig, immer alle Schritte mitzuschreiben, damit sich ein erfolgreicher Durchgang anschließend auch wiederholen lasse.

Eine besondere Herausforderung stand den Schülerteams nach der Siegerehrung bevor. Per Losverfahren schlossen sich je drei Nationen zu sogenannten Superteams zusammen, die dann binnen anderthalb Tagen eine eigene Performance ersinnen und vorführreif trainieren sollten. Zum Team SFZ-Glossis gesellten sich die Mannschaften aus Brasilien und China. Alle Absprachen seien fortan auf Englisch getroffen worden. „Die anderen mussten mir das dann übersetzen“, erzählt Elisa, „ich kann ja noch kein Englisch.“ Dass die Kommunikation reibungslos verlief, belegte die Platzierung des Superteams: Für die Darstellung eines Fußballspiels zwischen Brasilien und Deutschland mit chinesischem Publikum gab es am Ende Gold. Elisas Roboter-Biene wurde für die Darbietung kurzerhand von der Wunderlampe zur Anheizerin umfunktioniert. Mit einem großen Plakat behaftet, patrouillierte sie entlang der Zuschauerreihen mit der erfolgreichen Aufforderung: „Clap your hands!“

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