SOS Kinder- und Jugendhilfe will Mütterzentrum einrichten

In die alte Bibliothek kehrt wieder Leben ein

Bremen. Das Gebäude ist markant und wirkt an der Friedrich-Ebert-Straße wie ein übergroßer Riegel. Früher wurde es von der Stadtbibliothek genutzt - und so viel Leben wie damals soll auch jetzt wieder in das Haus einkehren. Garant dafür sind die 'SOS-Kinder- und Jugendhilfen'. Sie werden auf vier Etagen unter anderem ein Mütterzentrum einrichten.
08.01.2010, 16:50
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
In die alte Bibliothek kehrt wieder Leben ein
Von Jürgen Hinrichs
In die alte Bibliothek kehrt wieder Leben ein

„Zum Glück sind wir heute nur zu Fünft.“ Da wird es nicht ganz so eng bei der Dienstbesprechung im großen Bü

Christian Butt

Bremen. Das Gebäude ist markant und wirkt an der Friedrich-Ebert-Straße wie ein übergroßer Riegel. Früher wurde es von der Stadtbibliothek genutzt - und so viel Leben wie damals soll auch jetzt wieder in das Haus einkehren. Garant dafür sind die 'SOS-Kinder- und Jugendhilfen'. Sie werden, wie gestern bekannt wurde, auf insgesamt 1600 Quadratmetern und vier Etagen unter anderem ein großes Mütterzentrum einrichten.

Lange Zeit tat sich gar nichts an dieser exponierten Ecke am Eingang zur Neustadt. Nach dem Auszug der Bibliothek vor fünfeinhalb Jahren hatte sich die Stadt vergeblich bemüht, neue Nutzer zu finden. Mal intervenierte der Senatsbaudirektor, weil ihm die Planung nicht gefiel, ein anderes Mal waren es finanzielle Probleme wegen des hohen Umbaubedarfs, und dann widersprach der Beirat, als Aldi in das Gebäude einziehen wollte.

Zwischenzeitlich behalf sich Bremens Immobiliengesellschaft mit sporadischen Mietern, die jeweils nur für wenige Wochen in das Haus einzogen. Es gab Ausstellungen dort, Theaterproben und Aufführungen. Einmal hatte sich der Christliche Verein junger Menschen eingemietet und ein Herbstcamp eingerichtet. Besser als nichts, lautet bei den Vermietern damals die Devise. Bevor das Gebäude Ziel von Vandalen wird, sollte Leben hineingeholt werden, auch wenn das in der Kasse kaum Zählbares brachte.

Vor anderthalb Jahren griff schließlich die Weser-Wohnbau zu. Seitdem geht es voran, zunächst mit dem Bau von Eigentumswohnungen, die im Sommer fertig sein werden, und nun mit dem Einzug der 'SOS-Kinder- und Jugendhilfen', die ihren Teil des Gebäudes gekauft haben, sich also langfristig an den Standort binden.

Bisher acht Standorte

Die Einrichtung hat ihre stationären und ambulanten Angebote der Kinder- und Jugendhilfe zurzeit auf acht Standorte im Stadtgebiet verteilt. Vieles davon soll nun an der Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Neustadtscontrescarpe konzentriert werden. 'Neben der Tagesbetreuung von bis zu 20 Kindern unter sechs Jahren und der Betreuung in einer heilpädagogischen Gruppe am Nachmittag bieten wir sozialpädagogische Familienhilfe und andere Beratungsdienste an', kündigt Karin Mummenthey an. Auch die Elternkurse könnten künftig dort stattfinden, sagt die Leiterin der 'SOS-Kinder- und Jugendhilfen'. 'Herzstück ist jedoch das Mütterzentrum, das ein offenes, nach außen gerichtetes und stadtteilbezogenes Angebot macht.'

Großküche für Mittagstisch

Das Mütterzentrum ist nach Angaben von Mummenthey derzeit in zwei kleinen Wohnungen an der Mainstraße untergebracht. Dort gibt es untere anderem einen Mittagstisch, der im neuen Zentrum erhalten bleibt und sogar noch deutlich ausgebaut wird. Die geplante Großküche soll Frühstück liefern und rund 80 Mittagessen. Profitieren werden davon unter anderem die Kinder der beiden Spielkreise, Schüler aus der Nachbarschaft, die Mütter und Väter selbstredend und die 30 Mitarbeiter der Einrichtung.

Die Verantwortlichen des Dachverbandes SOS-Kinderdorf erhoffen sich von dem Erwerb des geschichtsträchtigen Hauses eine deutliche Verbesserung ihrer Dienstleistungen. Und sie sehen einen weiteren Vorteil: 'Die Lage ermöglicht es, dass die Einrichtung in der Neustadt bleiben kann', hebt der Verein in einer Mitteilung hervor. Bisher sitzt die Zentrale in der Pappelstraße.

Zu den Pluspunkten des neuen Standortes zähle außerdem die Nähe zum Park auf der gegenüberliegenden Straßenseite und zum Hallenbad-Süd. Auch gebe es bereits Berührungspunkte in der Nachbarschaft wie zum Beispiel mit der Schule am Leibnizplatz, mit der Grundschule in der Kantstraße, der Hochschule und der Shakespeare-Company.

Bauarbeiten beginnen im Frühjahr

Die Bauarbeiten sollen in diesem Frühjahr beginnen. Für den nächsten Winter hat die Weser-Wohnbau, die als Projektentwickler und Bauträger fungiert, den Käufern die schlüsselfertige Übergabe des Gebäudes versprochen. Dann wird auch der knapp 50 Quadratmeter große gläserne Innenhof mitten im Haus fertig sein. Er soll zusätzlich Licht und Grün in das Mütterzentrum und die anderen Einrichtungen bringen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+