Kurzzeitpflege: Für das Hemelinger Ehepaar Stootmeyer die Lösung eines Problems

In die Ferien und ins Heim

Hannelore Stootmeyer aus Hemelingen wollte gerne nach Alaska und Freunde im kanadischen Vancouver besuchen. Aber den pflegebedürftigen Mann allein zu Hause lassen? Die vollstationäre Kurzzeitpflege half ihr aus der Bredouille: Sie konnte ihre Koffer packen und wusste ihren Mann gut versorgt – im Stiftungsdorf Hemelingen der Bremer Heimstiftung.
14.07.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Rainer Kabbert

Hannelore Stootmeyer aus Hemelingen wollte gerne nach Alaska und Freunde im kanadischen Vancouver besuchen. Aber den pflegebedürftigen Mann allein zu Hause lassen? Die vollstationäre Kurzzeitpflege half ihr aus der Bredouille: Sie konnte ihre Koffer packen und wusste ihren Mann gut versorgt – im Stiftungsdorf Hemelingen der Bremer Heimstiftung.

Bremen. Jürgen Stootmeyer ist auf die Unterstützung seiner Ehefrau angewiesen. Nach einem schweren Arbeitsunfall und der Diagnose Parkinsonsche Krankheit ist der Alltag in seinem Haus in Hemelingen ohne seine Frau schwer vorstellbar. Doch pflegende Angehörige brauchen auch einmal Urlaub – freie Zeit von der Verpflichtung, für den anderen da zu sein und das gemeinsame Leben zu regeln.

Auch dafür gibt es die Kurzzeitpflege, auf die Patienten einen Anspruch nach dem Sozialgesetzbuch haben, wenn häusliche Pflege – warum auch immer – nicht möglich ist. Hannelore Stootmeyer konnte so eine Reise nach Nordamerika antreten, während ihr gehbehinderter Jürgen vier Wochen vollstationäre Pflege in Anspruch nahm. Nicht weit von ihrem Haus lebte er vier Wochen im Juni im Stiftungsdorf Hemelingen der Bremer Heimstiftung. "Es war klasse", erinnert sich der 75-Jährige heute, "Essen, Unterbringung im Einzelzimmer mit eigenem Bad und die Betreuung waren gut."

Bekannte getroffen und viel gelesen

Dort hat er alte Bekannte getroffen, auch wenn er mit ihnen nicht mehr so viel anfangen konnte. Ebensowenig wie mit den "alten Damen" in der Wohnküche – dem Alter wird Tribut gezollt, auch im besten Heim. Jürgen Stootmeyer hat sich seine Zeit gleichwohl komfortabel eingerichtet und viel gelesen. Auch hat seiner Schulter die Physiotherapie gut getan, die nach seinem Arbeitsunfall immer wieder notwendig wurde.

Auf seine alte, vertraute Umgebung musste er dennoch nicht vollständig verzichten: Sein Haus liegt gerade mal 15 Gehminuten vom Stiftungsdorf entfernt. So konnte er täglich nach der Post und dem Rechten im gemeinsamen Domizil mit seiner Frau sehen.

Ohne diese Kurzzeitpflege hätte Hannelore Stootmeyer nicht verreisen können. Als sie einmal 14 Tage unterwegs war, erinnert sie sich, habe ihr Mann nach ihrer Rückkehr nicht besonders gut ausgesehen. "In dieser Zeit hatte ich mich vor allem mit Yoghurt ernährt", verrät Jürgen Stootmeyer mit einem Lachen. Kein Vergleich mit dem, was ihm im Stiftungsdorf geboten wurde.

Maximal 28 Tage kann die vollstationäre Kurzzeitpflege dauern. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für die soziale Betreuung und pflegebedingte Aufwendungen. Sie zahlt auch für die medizinische Behandlungspflege, nicht aber für Kost und Logis. Im Kalenderjahr begleicht die Kasse von der Gesamtrechnung maximal 1550 Euro. Wobei die Möglichkeit besteht, dass ein Teil des notwendigen Eigenanteils das Amt für Soziale Dienste bezahlt.

Kurzzeitpflege ist vom Gesetzgeber auch für Kinder und junge Leute bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gedacht, die zu Hause gepflegt werden müssen. Für sie gibt es dabei eine Besonderheit: In begründeten Einzelfällen können die jungen Leute in Einrichtungen untergebracht werden, die nicht auf der Liste der von den Pflegekassen akzeptierten Heime stehen.

Weitere Informationen gibt es im Pflegestützpunkt Vahr. Er befindet sich im Einkaufszentrum Berliner Freiheit 3. Hier wird von Montag bis Freitag von 10 bis 13.30 und 14 bis 17 Uhr kostenlos beraten. Der Pflegestützpunkt wird getragen von den Kranken- und Pflegekassen sowie vom Land Bremen. Beratungen können auch telefonisch (69 62 42-0) oder zuhause stattfinden.

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