Da-Un Jeong erhält den Zonta-Preis Young Women in Public Affairs für großes soziales Engagement In verschiedenen Kulturen zu Hause

Bremen. Sie organisieren Benefizläufe, betreuen Senioren in Pflegeheimen oder Flüchtlinge. Außerdem gehören sie zu den klugen Köpfen an Schulen oder Ausbildungsstätten.
10.03.2016, 00:00
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In verschiedenen Kulturen zu Hause
Von Frauke Fischer

Sie organisieren Benefizläufe, betreuen Senioren in Pflegeheimen oder Flüchtlinge. Außerdem gehören sie zu den klugen Köpfen an Schulen oder Ausbildungsstätten. Die jungen Frauen, die sich für den Young Women in Public Affairs Award des Bremer Zonta-Clubs bewerben, überraschen jedes Mal mit ihrem vielfältigen sozialen Engagement und ihren guten Ideen. Am Mittwochabend hat der hiesige Club des internationalen Netzwerks berufstätiger Frauen den Award in der Stadtwaage zum 15. Mal vergeben. Preisträgerin ist Da-Un Jeong, 18-jährige Schülerin des Hermann-Böse-Gymnasiums.

Seit 1999 vergibt der Zonta-Club Bremen den Preis für herausragendes soziales Engagement von Schülerinnen und jungen Frauen in der Ausbildung (wir berichteten). Die Würdigung soll die Bedeutung von jenen Aktivitäten unterstreichen, die neben guten Schulnoten und -leistungen eine große Rolle für das weitere Leben spielen. Außerdem will der Service-Club, der sich weltweit für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen einsetzt, weiblichen Nachwuchskräfte durch das Netzwerk stärken. Die Projekte, die Zonta dafür vor Ort und weltweit initiiert beziehungsweise unterstützt, sind bei der Preisverleihung von der derzeitigen Präsidentin Brigitte Engel sowie von Christa Timmermann und Marlene Schellert vom Wettbewerbskomitee geschildert worden. Vor allem aber würdigten sie die Leistungen der Bewerberinnen.

So bereitet sich Da-Un Jeong nicht nur auf ihre Abi-Klausuren vor, sondern findet noch Zeit, sich beispielsweise in der koreanischen Hanmin-Kirchengemeinde zu engagieren. Sie ist Leiterin der Jugendgruppe, spielt Klavier in der Kirchenband, gibt Kindern Deutschunterricht und hilft ihnen, sich zu integrieren. „Viele sind erst kürzlich nach Deutschland gekommen“, erklärt die junge Frau, deren Eltern aus Südkorea stammen. Außerdem ist sie in einem Altenpflegeheim ehrenamtlich aktiv, organisiert Kunstprojekte und erstellt zusammen mit Flüchtlingen eine Kunstgalerie, die in verschiedenen Schulen präsentiert werden soll.

Politische Erfahrungen sammelte die 18-Jährige in ihrer Schule, beispielsweise beim Projekt „Elephant Model United Nations“, in dem Schülerinnen und Schüler Konferenzen der UN simulieren, Themen dafür erarbeiten und dazu Reden vor dem Plenum halten. Da-Un Jeong tritt auch mit dem Schulorchester auf und hat sich als Schulsanitäterin ausbilden lassen. „Durch meinen Migrationshintergrund bin ich bereits mit zwei unterschiedlichen Kulturen aufgewachsen“, schildert sie Stationen ihres Lebens. Sie absolvierte ein Auslandsjahr in den USA, für das sie ein Vollstipendium des International Business Clubs erhielt. Als Stipendiatin des START-Programms, das sich an Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund richtet, lernt die Bremerin verschiedene Kulturen kennen.

Die Schülerin, die neben einer Urkunde 300 Euro Preisgeld erhielt, möchte nach dem Abitur und dem internationalen Schulabschluss IB ein Freiwilliges Soziales Jahr im Land ihrer Eltern machen und dann Mathematik studieren.

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