Absolvententreffen des Studiengangs Elektrotechnik von 1960 Ingenieure alter Schule

Altstadt. Gut gelaunt steht die Gruppe am Empfang von Radio Bremen: Zwölf Elektrotechnikingenieure, die vor 50 Jahren Examen gemacht haben, besichtigen zum Jubiläum den Sender.
22.03.2010, 16:01
Lesedauer: 2 Min
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Von Clemens Haug

Altstadt. Man wolle auch mal schauen, auf welchem Stand die Technik heute sei, sagt Carl-Heinz Gewald aus Ritterhude, der das Treffen organisiert hat. „Bei unserem Abschluss im Bereich Hochfrequenztechnik haben wir noch an Röhrenverstärkern gebaut.“

Die Hochschule Bremen hieß 1960 noch Bau- und Ingenieursschule. Von den 24 Absolventen des Jahrgangs seien noch die zwölf Anwesenden am Leben, sagt Gewald. Und die Freude ist groß, sich wiederzusehen. Auch die Führung, die Radio-Bremen-Mitarbeiterin Marlis Torka mit der Gruppe macht, kommt bei den Ingenieuren sichtlich gut an. Wie viele Mitarbeiter Radio Bremen habe, wie viel davon Verwaltung sei und wer eigentlich entscheide, was in die Nachrichten kommt, wollen sie wissen.

Meist hat Torka die Antworten parat: Rund 400 Menschen beschäftige Radio Bremen, wenn man die freien Mitarbeiter dazu rechne, die Verwaltung habe man mit dem NDR zusammen gelegt und dadurch Personal eingespart und was in die Nachrichten komme, werde von den Redaktionen entschieden. Aber sicherlich seien die Nachrichten auch von den parteipolitischen Einstellungen der Redakteure beeinflusst, stellt einer der Besucher provokant in den Raum. Auf die Diskussion lässt sich Marlis Torka nicht ein. „Das fragen mich die meisten Besuchergruppen“, sagt sie und fügt hinzu: „Da gibt es ganz objektive Kriterien. Die zu erklären, würde aber mindestens eine dreiviertel Stunde dauern.“

Die Zeit hat die Gruppe nicht, denn die Herren wollen ja auch noch die Fernsehstudios sehen. In der Sportredaktion beschwert sich einer der Jubilare: „Immer nur Werder, immer kommt nur Fußball in den Sportsendungen.“ Das stimme so nicht, man habe zum Beispiel auch viel über Olympia gebracht, verteidigt Marlis Torka die Sportberichterstattung. Allerdings sei man auch ein regionales Programm und müsse eben das bringen, was die Zuschauer und Zuhörer interessiere. Und in Bremen sei das eben Werder Bremen.

Der Beschwerdeführer interessiert sich mehr für Leichtathletik. Er heißt Hans-Joachim Löschner und war Professor an der Hochschule. An seine Brust hat er sein 30. Sportabzeichen geheftet, das er in seinem Verein in Weyhe gemacht hat. Die Zusammenkünfte mit den alten Freunden sind ihm wichtig. „Wenn wir uns treffen, kommen alle pünktlich und sind alle fein angezogen“, sagt Löschner und deutet auf die anderen, die alle in Hemd und Krawatte erschienen sind.

Karl-Heinz ten Brink erinnert sich noch gern an sein Studium in Bremen: „Wir hatten damals nicht viel Geld, aber die Zeit war toll.“ Der gebürtige Nordhorner war 1957 in die Hansestadt gekommen und hatte 1960 seinen Abschluss gemacht. Danach ist er nach Norden in Ostfriesland gezogen. Zu den Ehemaligentreffen kommt er gerne. „Früher war ich nicht immer dabei, aber inzwischen ist es Ehrgeiz“, sagt er und lacht. Vom Funkhaus geht es zum Ratskeller. Ein Jubiläum will gefeiert werden.

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