Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen

Initiative fordert Werbeverbot

Bremen. Ein Bremer Zahnarzt setzt sich seit zwei Jahren für ein Alkohol-Werbeverbot an Sportstätten ein. Das sei notwendig, um eine "Generation Suff" zu vermeiden.
03.10.2012, 18:25
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Initiative fordert Werbeverbot
Von Sabine Doll
Initiative fordert Werbeverbot

Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen ist ein Problem.

dpa, Patrick_Seeger

Bremen. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) will mit Testkäufen und Geldstrafen erreichen, dass Minderjährige in Bremen künftig keinen Alkohol mehr in Geschäften, Kiosken und anderen Verlaufsstellen bekommen. Der SPD-Politiker hat das vor dem Hintergrund der neuesten Ergebnisse solcher Testkäufe bekräftigt.

Danach hat jedes dritte der insgesamt 75 angesteuerten Geschäfte Wein, Schnaps oder andere Spirituosen an Minderjährige verkauft, obwohl dies klar durch das Jugendschutzgesetz verboten ist. 2011 waren es zwar noch 60 Prozent, die Behörde betont aber, dass das Ergebnis unter anderem davon abhänge, in welchem Stadtteil getestet werde. Insofern handele es sich dabei um keine repräsentative Entwicklung.

„Die Zahl der Verstöße ist nach wie vor zu hoch“, sagt Mäurer. „Dies zeigt, wie notwendig unsere Testkäufe sind.“ Der Innensenator will die Aktionen als Erziehungsmittel einsetzen: „Wir machen die Testkäufe nicht aus statistischen Zwecken, sondern wollen erreichen, dass der Alkohol-Verkauf an Jugendliche unterbleibt. Deshalb werden wir die Kontrollen fortsetzen“, kündigt Mäurer an. Händler und Verkäufer müssten darauf gefasst sein, dass sie bei den Kontrollen auffielen und empfindliche Bußgelder fällig würden. Ihnen drohen Strafen von 400 und 50 Euro.

Hans-Werner Bertelsen geht dies nicht weit genug, um die Entwicklung hin zu einer „Generation Suff“ zu stoppen. „Testkäufe sind nur ein bisschen Kosmetik, das bringt nichts“, sagt der Bremer Zahnarzt, der vor gut zwei Jahren eine Initiative gegründet hat. Ihr Ziel: ein Werbeverbot für Alkohol in Sportstätten. Überall dort, wo Kinder und Jugendliche selbst Sport treiben und dort, wo sie ihren Idolen zuschauen und den Eindruck bekämen: Alkohol gehöre dazu.

Die Liste der Unterzeichner ist lang, unterstützt wird die Initiative von Ärzten, Elternbeiräten, Politikern und auch vielen Fachleuten außerhalb Bremens. „Die Gelder, die da fließen, sind mit der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gekauft“, sagt Bertelsen. „Wir wollen Bremen frei bekommen von Alkoholwerbung. Dafür brauchen wir die Unterstützung der Politik.“

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