Orientierung für Werkstattbeschäftigte

Starthelfer für den Weg in den Beruf

Der Integrationsfachdienst und der Martinshof möchten Werkstattbeschäftigten den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Wie das funktionieren kann, zeigt der Weg von Patrick Ramm.
29.04.2021, 10:25
Lesedauer: 2 Min
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Von Anke Velten
Starthelfer für den Weg in den Beruf

Patrick Ramm macht die Arbeit in den Lagerhallen im Speicherhof Spaß.

Roland Scheitz

Überseestadt. Seit einem Jahr ist die Strecke zwischen Huckelriede und der Überseestadt der Arbeitsweg von Patrick Ramm. Und jeden Morgen kommt er gut gelaunt in den Lagerhallen im Speicherhof an. „Es macht Spaß hier“, sagt er, „die Kollegen sind alle nett“. Das wäre an sich nicht sonderlich berichtenswert – wäre da nicht die Tatsache, dass der junge Mann seine berufliche Laufbahn in der Werkstatt Bremen des Martinshof begonnen hat. Im Rahmen einer Starthilfe-Maßnahme wurde er bei seinem Weg in den regulären Arbeitsmarkt fachlich unterstützt und begleitet. Nun sollen auch andere davon erfahren, dass – und wie – auch sie dem Beispiel des jungen Bremers folgen können.

Hinter der Maßnahme mit dem Titel „Übergang Werkstatt/Arbeitsmarkt“ (ÜWA) stehen der Integrationsfachdienst Bremen (IFD) und die Werkstatt Bremen/Martinshof. Sie stehen den Werkstattbeschäftigen bei der Berufsorientierung zur Seite, unterstützen bei der Suche nach Qualifizierungspraktika und nach Arbeitsplätzen, die den individuellen Wünschen und Möglichkeiten entsprechen. Die jeweils zwölfmonatige fachliche Begleitung durch den IFD wird durch das Integrationsamt Bremen sowie aus Mitteln der Eingliederungshilfe finanziert.

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Patrick Ramm ist diesen Weg bereits gegangen. Nach Abschluss der Förderschule war er gute drei Jahre in der Werkstatt Bremen beschäftigt, bevor er seine Anstellung als Lagerhelfer für den Online-Supermarkt My Enso antrat. Neuware einlagern, Haltbarkeitsdaten kontrollieren, Standardpakete für die Kundschaft packen, Lieferkisten ausräumen, Verpackungsmaterial sortieren und getrennt entsorgen: All das gehört nun zu seinem Aufgabenbereich im 1000-Quadratmeter-Lager. „Er macht seine Arbeit sehr gewissenhaft und gut“, lobt Lagerleiter Ümit Caglar.

Der Weg des 21-jährigen sei ein Vorzeigebeispiel für einen gelungenen Übergang in den ersten Arbeitsmarkt, sagt Heike Fermazin, zuständig für den Fachbereich Übergänge beim IFD. Die gemeinnützige Gesellschaft mit Sitz auf dem Bremer Teerhof berät seit mehr als 20 Jahren Menschen mit Handicap, die einen Job suchen oder den vorhandenen sichern möchten, sowie deren Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Ziel ist es, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben so gut wie möglich zu unterstützen.

Um die ÜWA-Maßnahme nun stadtbekannt zu machen, laden IFD Bremen und Werkstatt Bremen-Martinshof für Donnerstag, 6. Mai, 17.30 Uhr, zur Online-Informationsveranstaltung für Werkstattbeschäftigte, deren Eltern, Betreuer, Wohnbetreuer und mögliche Arbeitgeber ein. Die Fachkräfte erklären den möglichen Weg von der Beratung bis zum Erhalt eines Arbeitsvertrags, und stehen für Fragen zur Verfügung. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Mit einer Anmeldung über die E-Mail-Adresse info@ifd-bremen.de oder telefonisch unter 04 21 - 41 65 00 00 erhalten Interessierte den Zugangslink. Weitere Infos über das Angebot im Internet: https://www.ifd-bremen.de/uebergaenge/jobbudget-beschaeftigte-der-werkstatt-bremen-martinshof.

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