Bremen Interaktive Aufklärung auf der Bürgerweide

Bremen. Humorvoll und interaktiv über sexuell übertragbare Krankheiten aufklären: Das ist das erklärte Ziel der Ausstellung „Große Freiheit – Liebe. Lust.
15.09.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Interaktive Aufklärung auf der Bürgerweide
Von Milan Jaeger

Humorvoll und interaktiv über sexuell übertragbare Krankheiten aufklären: Das ist das erklärte Ziel der Ausstellung „Große Freiheit – Liebe. Lust. Leben“, die Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) am Montag auf der Bürgerweide eröffnet hat. An unterschiedlichen Stationen erfahren die Besucher in der Ausstellung Wissenswertes über sexuell übertragbare Infektionen.

Vor allem Jugendliche sollen spielerisch an die Themen Aufklärung und Prävention herangeführt werden. So können die Besucher in einer „Kondomschule“ etwa das korrekte Überziehen von Präservativen üben. Und sie können einer Flugbegleiterin der fiktiven Airline „Love Air“ zuhören, die in einem Kurzfilm Anweisungen gibt, wie man richtig verhütet. Besucher können auch einen Körperscanner ausprobieren, der zeigt, an welchen Körperstellen die ersten Symptome von Geschlechtskrankheiten wie HIV, Syphilis und Chlamydien sichtbar werden. Die Wanderausstellung wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung konzipiert und ist bis zum 20. September in Bremen zu sehen.

Senatorin Quante-Brandt wies auf die Wichtigkeit von Aufklärung hin: „HIV ist kein Thema, das man zu den Akten legen kann.“ So seien die Neuinfektionen in Deutschland zuletzt wieder gestiegen. 2014 wurden laut dem Berliner Robert-Koch-Institut bundesweit insgesamt 3525 neue HIV-Diagnosen gemeldet, 45 davon in Bremen. Dieser Fakt verdeutliche, dass man vor dem Thema HIV nicht die Augen verschließen könne. Aber auch andere Krankheiten, wie zum Beispiel die durch Bakterien verursachten Chlamydien, die bei Frauen im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit führen können, stehen im Fokus der Aufklärer.

Die Ausstellungsmacher haben ein Informationsdefizit ausgemacht: Bei vielen sexuell übertragbaren Infektionen bestehe ein hoher Bedarf an Informationen. Deshalb soll die Ausstellung „Große Freiheit“ zeigen, wie man sich vor sexuell übertragbaren Infektionen schützen und trotzdem Spaß an der Sexualität haben kann.

Spielerisch vermittelt sie Wissen und bricht auf humorvolle Weise mit Tabus. Der rote Faden: Acht Menschen erzählen, dass man sich auch in Deutschland mit einer Infektion anstecken, aber vor allem, wie man dem vorbeugen kann. Fotos stellen Einzelschicksale dar, an deren Ende die Betrachter vor eine Wahl gestellt werden. Etwa: Lasse ich mich auf eine potenzielle Affäre ein und habe womöglich ungeschützten Sex? Oder versöhne ich mich mit meiner Freundin oder meinem Freund?

Die „Kondomschule“ räumt übrigens auch mit einem landläufigen Trugschluss auf: Die Größe des passenden Parisers richtet sich nicht etwa nach der Länge des Penis, sondern nach dessen Umfang. Das passende Werkzeug zum Nachmessen – ein „Kondometer“ – liegt ebenfalls aus. Zu guter Letzt gibt es auch die Möglichkeit, in geschützten Räumen persönliche Beratungsgespräche zu führen. Die kostenlose Ausstellung ist täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Gruppen können sich unter 0160 / 7000 700 für Führungen anmelden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+