Beitrag des Horner Beirats zur Integrationswoche / Soziale Projekte im Kopernikus-Quartier gewürdigt Internationales Frühstück findet Zuspruch

Das erste Internationale Stadtteilfrühstück in Horn-Lehe mit multikulturellem Musikprogramm und Frühstücksbüfett fand jetzt viel Beifall. Das Treffen wurde auch genutzt, um für die Weiterfinanzierung sozialer Projekte im Kopernikus-Quartier zu werben.
27.09.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Michaela Uhde

Das erste Internationale Stadtteilfrühstück in Horn-Lehe mit multikulturellem Musikprogramm und Frühstücksbüfett fand jetzt viel Beifall. Das Treffen wurde auch genutzt, um für die Weiterfinanzierung sozialer Projekte im Kopernikus-Quartier zu werben.

Horn-Lehe. Zum ersten Mal gab es in Horn-Lehe jetzt ein Internationales Stadtteilfrühstück im Rahmen der Bremer Integrationswoche. Die Idee dazu stammt von Beiratssprecherin Catharina Hanke. In relativ kurzer Zeit gewann sie zahlreiche sozial Interessierte, die durch ihre Anwesenheit oder einen Beitrag zum Programm zu einer gelungenen Veranstaltung beitragen wollten. Mit vielen ehrenamtlichen Helfern und einer finanziellen Förderung vom Beirat wurde im demnächst vom Abriss bedrohten Gebäude des Ortsamtes, das für kulturelle Veranstaltungen dieser Art gut geeignet ist, ein informativer Vormittag organisiert.

Im Mittelpunkt des Frühstücks standen nach kurzen Begrüßungsworten des stellvertretenden Ortsamtsleiters Jens Fricke die beiden Projekte Müttercafé und "Deine Zukunft – LOS". Sie sollen vor allem sozial benachteiligten Bewohnern im Kopernikus-Quartier Unterstützung bieten. Es steht jedoch zu erwarten, dass die Finanzierung der beiden Programme zum Jahresende ausläuft. Die Abkürzung "LOS" steht für "Lokales Kapital für soziale Zwecke" und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gespeist. Der ESF unterstützt Projekte, die Menschen in die Lage versetzen, untereinander Netzwerke zu bilden und Handlungsfähigkeit zu stärken.

Beim Programm "Deine Zukunft" besteht eine Kooperation zwischen dem Amt für Soziale Dienste, "Alten Eichen – Perspektive für Kinder und Jugendliche" und der Wilhelm-Focke-Oberschule, bis vor Kurzem war auch Vaja, der Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit, mit im Boot. Es geht um Jugendliche, die Probleme mit der Schule oder keinen Schulabschluss haben. Sie werden bei der beruflichen Orientierung und praktischen Dingen wie Bewerbungsschreiben unterstützt.

Dass eine Weiterführung sehr wichtig sei, betonte Steffen Rieke, der für Alten Eichen im Jugendhaus Horn-Lehe arbeitet und das Projekt vorstellte. "Das Kopernikus-Viertel gerät leicht aus dem Fokus", bedauerte er den drohenden Wegfall der Geldmittel. Das sieht auch Catharina Hanke so. Sie betonte: "Prävention ist unglaublich wichtig."

Eva Bärwolf von Alten Eichen erläuterte, was in den vergangenen Jahren im Müttercafé, das ebenfalls im Jugendhaus angesiedelt ist, erreicht wurde. Es sei ein Netzwerk von Frauen entstanden, die sich gegenseitig in vielen Angelegenheiten unterstützen wie zum Beispiel bei der Wohnungsrenovierung oder der Nachhilfe für die Kinder. Frauen erhalten aus dem Müttercafé heraus auch Zuspruch und Ermutigung, ihren eigenen Weg zu gehen. Ein gutes Beispiel dafür ist Elham Razavi, die aus dem Iran stammt und seit einigen Jahren in Horn lebt. Sie hatte sich immer gewünscht, studieren zu können. Ihr Abitur wurde hier aber nicht anerkannt.

Ermutigung im Müttercafé

Im Müttercafé wurde die junge Mutter darin bestärkt, nach ihrer Ausbildung als Altenpflegerin das Wagnis Studium anzugehen. Seit nun zwei Jahren studiert sie Internationales Gesundheits- und Pflegemanagement und ist sehr froh darüber. "Ich hätte nie gedacht, dass das für mich möglich ist", sagte sie und scheint ihr Glück noch immer kaum fassen zu können.

Schülerinnen eines Kunst-Leistungskurses am Gymnasium Horn unter der Leitung von Lehrerin Janin Dietrich präsentierten beim Frühstück ihre Aufführung "Exil". Die Jugendlichen haben ein Projekt in eine Performance umgesetzt. Daran war der Künstler Gilles Welinksi beteiligt. Persönliche Erfahrungen von Schülern mit und ohne Migrations-Hintergrund sowie von Großeltern, die nach dem Zweiten Weltkrieg Flucht und Vertreibung erlebten, sind in die Inszenierung mit eingeflossen. Nadine (18) und Anna (16) beschrieben das Projekt, in das sie viel Zeit investiert haben, als sehr intensiv und beeindruckend. "Wir haben nach jedem Training Berichte geschrieben", erzählte Anna.

Der Chor der Evangelischen Kirchengemeinde Horn unter Leitung von Hanna Thyssen schaffte es, die Anwesenden mit abwechslungsreichem Liedprogramm zum Mitsingen zu bewegen.

Den Schlusspunkt setzten Nico Ramsthal von der Freiwilligen-Agentur mit dem Vortrag "Integration heute" sowie der Freundschaftschor "Dostluk Korosu" mit seinem Beitrag zur Integration. Dabei kamen in türkischer Sprache unter Begleitung von lautenartigen Instrumenten noch einmal die Dinge zur Sprache, um die es den Menschen in aller Welt im Wesentlichen geht: Frieden, Liebe und Freundschaft.

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