Jugendaustausch: Teilnehmer aus fünf Ländern diskutieren Umweltthemen auf dem Campingplatz Juliusplate Internationales Miteinander

Berne. Die jungen Leute kommen aus fünf Ländern und leben bis zum nächsten Freitag zusammen auf dem Campingplatz an der Juliusplate. Der Campingplatz ist seit Wochenbeginn Schauplatz einer internationalen Jugendbegegnung.
05.08.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Pfeiff

Berne. Die jungen Leute kommen aus fünf Ländern und leben bis zum nächsten Freitag zusammen auf dem Campingplatz an der Juliusplate. Der Campingplatz ist seit Wochenbeginn Schauplatz einer internationalen Jugendbegegnung. Auf Einladung des Vereins Natur-Kultur verbringen hier 42 überwiegend jugendliche Teilnehmer ihre Zeit miteinander, lernen die Kultur der anderen kennen und diskutieren über ökologische Themen. Der Titel des Jugendaustausches: „Me. You. The World“.

Der 2011 in Wiefelstede gegründete Verein organisiert jährlich drei internationale Jugend­austauschprojekte im In- und zwei im Ausland. „Auf diese Weise sind bereits viele Kontakte zu Ju­­gend- und Umweltorganisationen entstanden“, erklärt Svenja Oltmanns. Die Theaterpädagogin zählt zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. Die eigene Teilnahme am europäischen Freiwilligendienst hat sie inspiriert, auch selber Orte für internationale Jugendbegegnungen zu schaffen. Vor sechs Jahren war sie für ein Jahr in einem Jugendzentrum in der Slowakei tätig.

Mittlerweile zählt der Verein 16 Mitglieder. Darko Mitevski gehört auch dazu. Er ist maßgeblich für die Koordination vor Ort zuständig. Der Wirtschaftswissenschaftler ist seit fünf Jahren ganzjährig als Jugendarbeiter und Repräsentant seines Vereins für verschiedene internationale Umweltorganisationen tätig und ist somit für viele der Teilnehmer das erste bekannte Gesicht im Jugendcamp auf der Juliusplate.

„Nachdem ich einige Jahre im Bereich der Businessberatung gearbeitet hatte, habe ich genug von der egoistischen, kapitalistischen Denkweise und beschloss, meine florierende Firma zugunsten meiner jetzigen Tätigkeit aufzugeben, worüber ich nach wie vor sehr glücklich bin“, begründet Mitevski seinen Einsatz.

Er definiert sich aber nicht als Pädagogen im klassischen Sinn. „Es läuft nicht so ab, dass ich etwas erzähle und mir alle zuhören müssen. Die hier angewandte Methodik wird als non formal education bezeichnet“, erzählt Mitevski. Dies bedeutet: Im Rahmen von Workshops und Kleingruppen erarbeiten sich die Campteilnehmer in immer neuen Konstellationen selbstständig und eigenverantwortlich Informationen zu verschiedenen Fragestellungen. Die Oberthemen sind Umwelt und Umweltschutz.

Die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz sind ein Aspekt oder Schutzmöglichkeiten aktuell vom Aussterben bedrohter Tierarten wie auch das Gebaren globaler Lebensmittelfirmen. Das Projekt auf dem Campingplatz wird mit Mitteln aus dem europäischen Austauschförderprogramm „Erasmus plus“ finanziell unterstützt.

Es geht aber bei dem Treffen nicht nur um umweltpolitische Themen, das Miteinander mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen spielt auch eine Rolle. Die Organisatoren versuchen, mit dem Angebot vor allem Menschen zu erreichen, die noch nie im Ausland waren. Auch minderjährige Flüchtlinge gehören zu den Campteilnehmern. „Gerade sie zeigen sich sehr dankbar für diese Möglichkeit, zumal es für sie ansonsten wenig Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung gibt und auch ihre Sprachkurse erst in ein paar Wochen wieder beginnen“, sagt Svenja Oltmanns.

Die Campteilnehmer verständigen sich untereinander indes überwiegend auf Englisch, wobei es nicht auf sprachliche Perfektion ankommt. Vielmehr stellt die Möglichkeit, die Sprachkenntnisse zu verbessern, auch für einige Teilnehmer das i-Tüpfelchen dar, weshalb sie am Austausch ­teilnehmen.

Das gilt auch für die 17-jährige Mazedonierin Marija Kerkenovska. Sie ist in ihrer Heimat als Freiwillige für die Umweltorganisation „Go Green“ aktiv und hat bereits an einem Erasmus-plus-Projekt zum Thema Klimawandel teilgenommen. Dadurch erfuhr sie vom jetzigen Projekt auf der Juliusplate. „Dies ist bislang meine weiteste Reise“, erzählt die junge Frau, die nach ihrer Schulausbildung Umweltrecht studieren will.

Ähnliche Ausbildungsziele verfolgt auch die Spanierin Isabel Jimenez. Auch sie ist Mitglied diverser Umweltschutzorganisationen und beteiligte sich an Austauschprogrammen, die unter anderem den Schutz vom Aussterben bedrohter Meeresschildkröten zum Thema hatten. Im nächsten Jahr möchte die 18-Jährige ein naturwissenschaftliches Studium beginnen.

Es wird nicht nur gearbeitet. Das Freizeitvergnügen ist vielfältig. Es gibt unter anderem eine Radtour zum Klimahaus in Bremerhaven und Ausflüge in die Bremer Innenstadt. Abends sitzen die jungen Teilnehmer aus Frankreich, Spanien, Mazedonien, Kroatien und Deutschland zusammen und erzählen von ihren Sitten und Gebräuchen. „Unsere Teilnehmer sollen vor allem Spaß haben, aber ebenso ein umweltpolitisches Bewusstsein entwickeln, mit dem sie anschließend in ihre Heimat zurückkehren. Natürlich erhoffen wir uns hierdurch auch einen gewissen Schneeballeffekt, durch den global immer mehr Menschen auf aktuelle Umweltprobleme aufmerksam werden“, erklärt ­Darko Mitevski.

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