Interview mit Abteilungsleiter

Flexible Personalpolitik

Der Arbeitsmarkt ist umkämpft. Deshalb setzt die Hafengesellschaft Bremenports unter anderem auf eine aktive, flexible Personalpolitik und eine starke Individualisierung der Arbeitsverträge.
08.06.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Flexible Personalpolitik
Von Peter Hanuschke
Flexible Personalpolitik

Bremenports setzt auf eine starke Individualisierung der Arbeitsverträge

Daniel Chatard

In der Wirtschaft gibt es eine große Herausforderung: Welche Auswirkungen haben der demografische Wandel und der Fachkräftemangel auf ein Unternehmen wie Bremenports?

Martin Lipski: Die Herausforderungen sind in der Tat groß. Jedes Jahr gehen mehr als 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ruhestand. Deshalb sucht Bremenports regelmäßig in allen Geschäftsfeldern kompetente neue Kollegen zum Teil mit sehr spezifischer Spezialqualifikation. Und dies auf einem engen und umkämpften Arbeitsmarkt. Deshalb setzen wir auf eine aktive, flexible Personalpolitik, eine starke Individualisierung der Arbeitsverträge und wir haben eine hohe Ausbildungsquote.

Ihre Abteilung sorgt dafür, dass es den Mitarbeitern bei Bremenports gut geht – beziehungsweise, dass sie sich gar nicht woanders bewerben möchten. Was bieten Sie da besonders?

Bremenports bietet den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Reihe von Dingen, die nicht überall selbstverständlich sind. Unter anderem setzt Bremenports seit Jahren intensiv auf das Programm Beruf-Familie-Gesundheit. Wir sind als eines der ersten Unternehmen in Deutschland für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ausgezeichnet worden, weil wir uns vorbildlich um familienfreundliche Arbeitsbedingungen kümmern. Wir merken bei Bewerberinterviews, wie wichtig diese Themen heute sind. Gleichzeitig investieren wir laufend und in großem Umfang in die persönliche Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Und wir wollen diese besonderen Arbeitgeberqualitäten deshalb künftig auch noch stärker kommunizieren.

Martin Lipski (59) ist bei der Hafengesellschaft Bremenports Abteilungsleiter Personal.

Martin Lipski (59) ist bei der Hafengesellschaft Bremenports Abteilungsleiter Personal.

Foto: Martina Buchholz
Was denken Sie? Gibt es so etwas wie ein Bremenports-Gen?

Zumindest gibt es eine enge, häufig auch emotionale Bindung der Kolleginnen und Kollegen an das Unternehmen. Es gibt verschiedene gemeinsame Sportgruppen, es gibt Gesundheits- und Familientage. Betriebsfeste und gemeinsame Hafenexkursionen sind hervorragend besucht.

Gab es schon vor Corona die Möglichkeit zum Homeoffice für die Belegschaft?

Wir haben rund 70 verschiedene Arbeitszeitmodelle. Teilzeit ist ein großes Thema, flexible Arbeitszeiten ebenso. Dazu gehört schon seit etlichen Jahren, also schon lange vor Corona, dass es die Möglichkeit gibt, im Homeoffice zu arbeiten. Und wir wollen jetzt auch noch einen Schritt weiter gehen: Derzeit verhandeln wir mit dem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung zum Thema Mobiles Arbeiten. Die neuen Technologien, die uns geholfen haben, die Corona-Krise gut zu meistern, schaffen die Voraussetzung für noch mehr Flexibilität.

Gibt es Wünsche aus der Mitarbeiterschaft heraus, die sie nicht erfüllen können?

Ja, natürlich. Es gilt der klare Grundsatz: Die Leistungsfähigkeit des Unternehmens muss zu jederzeit zu hundert Prozent gegeben sein. Der Hafen muss seinen Auftrag erfüllen. Dieser Grundsatz schafft den von allen akzeptierten Rahmen für unsere Personalpolitik.

Was zeichnet Bremenports im Vergleich zu anderen Arbeitgebern denn aus Ihrer Sicht besonders aus?

Die Vielfalt und die Faszination des Themas Hafen, die Sicherheit des Arbeitsplatzes und die Möglichkeit, das Private und das Berufliche zu vereinbaren. Das sind Pfunde, mit denen wir gern wuchern wollen.

Das Gespräch führte Peter Hanuschke.

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Zur Person

Martin Lipski (59)

ist bei der Hafengesellschaft Bremenports Abteilungsleiter Personal.

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