Andreas Vogel zu Persidien

Interview mit Leiter des Bremer Olbers-Planetariums

Der Leiter des Olbers-Planetariums erklärt, warum es in Bremen in dieser Woche beste Aussichten am Himmel gibt.
11.08.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Interview mit Leiter des Bremer Olbers-Planetariums
Von Sigrid Schuer
Interview mit Leiter des Bremer Olbers-Planetariums

In Bremen bieten sich in dieser Woche beste Blicke auf Sternschnuppen.

Patrick Pleul/dpa
Herr Vogel, wie sind die Aussichten in dieser Woche, am Himmel über Bremen Sternschnuppen zu sehen?

Vogel: Der Höhepunkt wird in den Nächten von Dienstag auf Mittwoch und von Mittwoch auf Donnerstag erwartet. Mit Glück sind dann 30 Sternschnuppen pro Stunde am Nachthimmel zu sehen. Aber bis zum Wochenende sind auch noch mehr Sternschnuppen zu sehen als sonst üblich, immer noch so ungefähr fünf pro Stunde.

Welches ist denn die beste Beobachtungszeit und der beste Beobachtungsort?

So ab Mitternacht, und da wir ja Sommerzeit haben, so gegen ein Uhr. Am besten, Sie legen sich in einen Liegestuhl und sehen ganz intensiv zum Himmel hinauf. Der sollte am besten sternenklar sein. Generell gilt: Je mehr der Beobachtungsort im Dunkeln liegt, desto größer ist die Chance, Sternschnuppen zu sehen. Zum Beispiel im Blockland. Da können es dann tatsächlich 30 pro Stunde sein.

Andreas Vogel leitet seit 13 Jahren des Olbers-Planetarium in Bremen.

Andreas Vogel leitet seit 13 Jahren des Olbers-Planetarium in Bremen.

Foto: Andreas Vogel
Weshalb gerade um diese Uhrzeit ?

Zu dieser Zeit dreht sich die Erde in die Flugrichtung des Sternschnuppen-Stroms hinein.

Warum sprechen Fachleute dann vom Perseidenstrom?

Weil die Perseiden im Sternbild des Perseus im Nordosten des Himmels auftauchen. Sie entspringen allerdings einer Wolke von Kometentrümmerteilchen.

Es heißt ja, dass ein Wunsch, an den stillschweigend beim Betrachten einer Sternschnuppe gedacht wird, in Erfüllung gehen soll.

Na ja, ein Versuch ist es wert, das sage ich vor allem Kindern, wenn sie mich danach fragen. Aber wir können natürlich keine Garantie dafür übernehmen. Aber im Ernst: Aus wissenschaftlicher Sicht ist das natürlich Unsinn.

Das Gespräch führte Sigrid Schuer.

Info

Zur Person

Andreas Vogel (50)

Der Physiker ist seit 2007 Leiter des Olbers-Planetariums in Bremen. Als Hochschul-Dozent bringt er zudem angehenden Nautikern bei, ein Schiff nach dem Stand der Sterne zu steuern.

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