Wie man Bären austrickst

Inventur im Zoo in Bremerhaven

Die alljährliche Zooinventur mussten die Tiere auch 2020 über sich ergehen lassen. Mithilfe von Bestechung in Form von Fisch, Obst und Mayonnaise ist es gelungen, Größe und Gewicht zu messen.
12.01.2020, 06:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Louis Kellner (Fotos) und Rebecca Sawicki (Text)

Eisbär Lloyd wohnt im Zoo am Meer in Bremerhaven. Immer zu Beginn eines Jahres ist dort Inventur, so auch 2020. Um Lloyds Körpergröße messen zu können, haben die Pfleger vorher eine Messlatte an die Felswand gemalt. 2,85, 2,90, 2,95, 3 steht dort mit Mayonnaise geschrieben. Mayonnaise, weil der Eisbär die am liebsten mag. Die Zahlen verwischen und verschwinden, nur an die 3 Meter Marke schafft er es nicht.

Die jährliche Inventur ist wichtig, um einen Überblick zu erhalten, wie viele Tiere der Zoo genau hat und wie sich diese entwickeln. Vor allem den Bestand der kleinen Tiere habe der Zoo nicht immer genau im Blick, erklärt die Leiterin Heike Kück.

Die Größe muss bei den Seelöwen nicht gemessen werden, dafür aber ihr Gewicht. Das Wiegen lassen sie ohne Probleme über sich ergehen. Anhand des Gewichtes lasse sich laut dem Pfleger viel über die Tiere sagen, etwa ob sie richtig gefüttert werden und ob sie trächtig oder krank sind.

Auch Pinguine, Waschbären, Kaiserschnurrbarttamarine und Schildkröte Fred müssen am Inventurtag auf die Waage. Ist das Wiegen bei Pinguin Alfred relativ einfach, gestaltet sich das Verfahren bei den Waschbären schwieriger. Die kleinen Bären sind neugierig und wuseln durch das Gehege. Mit dem richtigen Anreiz und einem kleinen Stupps schafft der Pfleger es dennoch, die Tiere auf die Waage zu locken.

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