Im Bamberger-Haus wird am Sonntag der St.-Patrick‘s-Day mit Musik, Tanz und Literatur gefeiert Irische Kultur direkt vor der Haustür

Der St.-Patrick‘s-Day ist ein irischer Feiertag, der überall in der Welt von Iren und Irlandfreunden genutzt wird, um ausgelassen zu feiern. Mit einer vollen Ladung Kultur dank der Musik von Trasnú, irischen Tänzen und der Lyrik des Bremer Iren Ian Watson reiht sich am Sonntag, 17. März, das Bamberger-Haus der Bremer Volkshochschule in die Festivitäten ein.
14.03.2013, 05:00
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Von Katharina Hirsch

Der St.-Patrick‘s-Day ist ein irischer Feiertag, der überall in der Welt von Iren und Irlandfreunden genutzt wird, um ausgelassen zu feiern. Mit einer vollen Ladung Kultur dank der Musik von Trasnú, irischen Tänzen und der Lyrik des Bremer Iren Ian Watson reiht sich am Sonntag, 17. März, das Bamberger-Haus der Bremer Volkshochschule in die Festivitäten ein.

Altstadt. "Das kleine Volk" – gälisch: "Thuata De Dannan" – besteht aus Elfen, Kobolden und Naturgeistern und gehört zu Irland wie die Stadtmusikanten zu Bremen. Mancher sagt, sie seien mythische Gestalten, die einfach nur in den Sagen zu Hause sind. Andere hingegen glauben, wenn jemand "The Coolin", ein getragenes volkstümliches Musikstück, nur auf die richtige Art und Weise spiele, könne er mit etwas Glück die Angehörigen des kleinen Volkes aus ihren Erdlöchern hervorlocken, und sie begännen zu tanzen.

"Mir ist das leider noch nicht gelungen", sagt Wilfried Burger, Fachbereichsleiter bei der Volkshochschule (VHS) und leidenschaftlicher Irlandfan, seit er Ende der 60er-Jahre in einer Studentenkneipe erstmals die Dubliners gehört hatte. Einige Jahre später machte ihn Heinrich Bölls "Irisches Tagebuch" endgültig neugierig auf das Land und seine Menschen. Spätestens alle zwei Jahre reist der Neustädter seither in seine liebste Urlaubsregion.

Aber die Einflüsse aus dieser Zeit sitzen noch tiefer. "Jeder Deutsche, der zu dieser Zeit als Musiker nach Irland kam, ist von irgendeinem irischen Musiker inspiriert worden", ist sich Burger sicher. "Vor allem die irischen Balladen treffen auf eine seltsame Weise mein Herz", sagt er im Rückblick, aber auch als eine für ihn gültige, generelle Feststellung. Damals veranlasste die Begegnung mit einem einheimischen Fiddler den heutigen VHS-Fachbereichsleiter und Medienreferenten, selbst zum Bogen zu greifen. Er begann, Geige zu spielen. "Meine Mitbewohner haben mich zum Üben immer auf die Toilette geschickt", erzählt er augenzwinkernd. Und noch immer sei seine Spielweise "sehr rustikal".

Vielleicht kann Burger "das kleine Volk" ja doch noch irgendwann für sich begeistern. Immerhin ist es ihm gelungen, für den St.-Patrick‘s-Day am 17. März die abendfüllende Veranstaltung "Beyond The Green Fields" im Bamberger-Haus der Volkshochschule zu organisieren. Damit soll in Bremen mehr Raum für diese lebensfrohe Kultur etabliert werden. Abgesehen von dem irischen Bier, den irischen Namen und vielleicht hin und wieder irischer Musik aus der Konserve sei in den hiesigen Pubs, außer in der "Orange" in Findorff, eher wenig davon zu finden, beurteilt der begeisterte Irlandkenner die Situation vor Ort.

Der irische Feiertag dient Wilfried Burger jedoch nur als Anlass für den ersten kulturellen Abend, dem dann weitere folgen sollen. In einem größeren Zusammenhang steht die Feier mit dem irischen Projekt "500 Days of Irish Culture" eines Reisebüros aus Moers. Die Firma will damit Irland helfen, wieder mehr Menschen in das Land mit den vielen Schafen zu holen. Die ursprünglich angepeilte Zahl von 500 Veranstaltungen ist längst überschritten.

Die Iren selbst brauchen "keinen besonderen Grund zum Feiern", weiß der passionierte Geiger aus eigener Erfahrung. "Sie nutzen jede Gelegenheit, die sich ihnen bietet." Das führt im Jahr des "Gatherings", einer irlandweiten Touristenattraktion, zu Veranstaltungen wie dem Treffen der Rothaarigen oder der Bärtigen – sowie auch zur obskuren Krönung einer Ziege. Der St.-Patrick‘s-Day – Lá Fhéile Pádraig, wie es in der Landessprache heißt – ist jedoch ein echter Gedenktag. Er gilt Bischof Patrick aus dem fünften Jahrhundert, dem vermutlich ersten christlichen Missionar in Irland. Dieser Tag wird weltweit gefeiert, mit ganz viel grünen Zutaten. Schließlich ist Grün die Nationalfarbe Irlands.

Preisgekrönte Folkband

Und jetzt wird eben auch in der Volkshochschule gefeiert, mit irischer Folk-Musik von Trasnú, die 2012 den Deutschen Rock- und Pop- Preis in der Kategorie "Best Folk Album" gewonnen haben, und der Josie White Revival Band, in der Wilfried Burger mitspielt. Es wird darüber hinaus irischen Volkstanz mit den Bremer "Set Dancers" geben und der im Ortsteil Peterswerder lebende, gebürtige Ire Ian Watson wird in seiner Muttersprache Gedichte über die alte und die neue Heimat vortragen. Außerdem erzählt ein halbstündiger Film die Geschichte des Fiddlers James Josie McHugh. Für alle, die noch tiefer in die Musik Irlands eintauchen möchte, leiten zwei Mitglieder der Folkband Trasnú schon am Nachmittag Instrumentenworkshops für irische Flöten und die Rahmentrommel (es gibt nur noch Restplätze dafür).

Ob Wilfried Burger mit seiner Josie White Revival Band an dem Abend auch das Stück "The Coolin" spielt? Die Besucher dürfen gespannt sein.

"One Day of Irish Culture", die Feier zum St.-Patrick‘s-Day, beginnt am Sonntag, 17. März, um 19.30 Uhr im Bamberger Haus, Faulenstraße 69. Der Eintritt für das Abendprogramm kostet an der Abendkasse 18 Euro. Weitere Informationen und Reservierungen unter Telefon 36116941 oder im Internet unter www.vhs-bremen.de.

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