Bremer Privat-Uni vor ungewisser Zukunft

Jacobs-Vertrag wird aufgelöst

Der erste Schritt zur grundlegenden Neuausrichtung der privaten Jacobs University in Bremen-Grohn ist gemacht. Der Senat entlässt den größten Anteilseigner, die Jacobs Foundation, aus einem wichtigen Vertrag.
01.07.2020, 05:28
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Jacobs-Vertrag wird aufgelöst
Von Jürgen Theiner
Jacobs-Vertrag wird aufgelöst

Das Bibliotheksgebäude auf dem Grohner Campus ist das Herzstück der Jacobs University.

Louis Kellner

Der Senat hat am Dienstag den Weg für den Ausstieg der Jacobs Foundation (Stiftung) aus der privaten Jacobs University frei gemacht. Er stimmte der Auflösung des aus dem Jahr 2013 stammenden dreiseitigen Vertrags zwischen Land Bremen, Stiftung und Jacobs-Uni zu, in dem sich die Parteien auf Wege zu einer Stabilisierung der Grohner Privathochschule verständigt hatten.

Die Züricher Stiftung wird sich nun zum Jahresende als Hauptanteilseigner der 1999 gegründeten Elite-Bildungsstätte zurückziehen und als Abschiedsgabe auf einen Schlag die Fördergelder überweisen, die vertragsgemäß noch bis 2027 in jährlichen Raten zu zahlen gewesen wären. Diese 63 Millionen Schweizer Franken verschaffen der Uni einen Puffer für die nun notwendige Neuausrichtung.

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Wie sie aussieht, steht in den Sternen. Die Wissenschaftsbehörde soll sich dazu bis in den Spätherbst konzeptionelle Gedanken machen. Theoretisch könnte die Foundation ihre Anteile im Einvernehmen mit dem Senat an einen privaten Interessenten abgeben, der dann in Grohn einsteigt und den Betrieb wie bisher fortführt. Insider halten das nicht für wahrscheinlich, denn nirgendwo in Deutschland hat sich bisher eine forschungsintensive Privatuniversität mit breitem akademischem Spektrum als wirtschaftliches Erfolgsmodell etabliert.

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Eher schon können sich viele Akteure des rot-grün-roten Regierungsbündnisses vorstellen, die Jacobs-Uni in welcher Form auch immer ins öffentliche Hochschulsystem zu integrieren und so den akademischen Standort Bremen-Nord zu erhalten. Ob dafür der Erwerb der Foundation-Anteile durch die Stadt notwendig wird, gilt als offen.

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