Beim Suchspiel können Kinder Errorculix das Handwerk legen und die Museumsschätze entdecken Jagd auf den Fehlerteufel im Schloss

Schönebeck. "Eins, zwei, drei..." Laut zählend nimmt Torben Stufe für Stufe. 41 sollen vom Gewölbekeller bis in den ersten Stock des Museums führen. Behauptet jedenfalls Errorculix. Doch stimmt das auch? Dem Fehlerteufel im Schloss Schönebeck ist nicht zu trauen. Torben Witte zählt lieber nach.
27.07.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Gabriela Keller

Schönebeck. "Eins, zwei, drei..." Laut zählend nimmt Torben Stufe für Stufe. 41 sollen vom Gewölbekeller bis in den ersten Stock des Museums führen. Behauptet jedenfalls Errorculix. Doch stimmt das auch? Dem Fehlerteufel im Schloss Schönebeck ist nicht zu trauen. Torben Witte zählt lieber nach.

Beim Suchspiel jagt der Achtjährige an diesem Nachmittag mit seiner Mutter den Fehlerteufel. Familie Witte verbringt die Sommerferien in diesem Jahr zu Hause. "Wir suchen uns Aktivitäten aus dem Ferienprogramm aus", erzählt Birgit Witte. An diesem verregneten Nachmittag lockt das Suchspiel im Schloss. Mit Zettel und Stift streifen die beiden von Raum zu Raum. Den Heringslogger hinter Glas in der Eingangshalle haben sie auf der Jagd nach dem Fehlerteufel schon inspiziert. Portraits in einer Vitrine und Gewürzschränkchen in der Küche aus Uromas Zeiten gezählt.

Jetzt geht's die Treppe hinauf in die maritime Abteilung. Eine Kiste von J.H. Warck soll das Handwerkszeug eines Schusters enthalten, behauptet Errorculix. Richtig oder falsch? Torben reicht ein Blick in die Kiste, um auf dem Zettel sein Kreuzchen an der richtigen Stelle zu machen. Mit Zunftwerkzeug von früher kennt er sich aus. "Wir schauen uns oft altes Handwerk an, beim Schmiedefest in Beckedorf oder beim Festival Maritim", erzählt Birgit Witte.

Die nächste Suchstation wartet. Doch Mutter und Sohn haben es nicht eilig. Beide sind zum erstem Mal im Museum und nutzen die Gelegenheit, sich ausführlich umzusehen. Im Walfang-Raum staunt Torben über den Unterkiefer eines Zahnwals, der den 1.34 Meter großen Knirps um zwei Längen überragt. In einer Vitrine bewundern die beiden Nähkästchen, Streichholz-Schachteln und andere aus Walzähnen gefertigte Gegenstände, mit denen Seefahrer sich auf langen Reisen die Zeit vertrieben.

Gruselige Souvenirs

Zwei Räume weiter rümpft Torben die Nase. "Wonach riecht das denn hier?" Seine Mutter weiß es: "Nach Fisch". Fässer, Netze an den Wänden, Handwerkszeug und Logger-Modelle in Vitrinen erzählen die Geschichte der Bremen-Vegesacker Fischereigesellschaft. Auch eine Fotoserie ist zu sehen. Die 15 Bilder zeigen die Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff, behauptet der Fehlerteufel. Torben ist mit dem Stift diesmal etwas vorschnell. Wie gut, wenn man eine Mutter zur Seite hat, die aufpasst. Schnell wird der Fehler korrigiert.

Gruselig wird's bei den Seefahrer-Souvenirs. Leicht angeekelt und fasziniert zugleich betrachtet der kleine Lesumer einen Schrumpfkopf. Wer für das schaurige Mitbringsel seine Kopfhaut hergeben musste, bereitet dem Achtjährigen kein Kopfzerbrechen, ein Täfelchen verrät es. Eine andere Frage interessiert ihn unterdessen viel mehr: "Wie wird der eigentlich geschrumpft?" Die Antwort liefert eine Information neben der Vitrine.

In die Souvenir-Abteilung hat es noch andere Fehlerteufel-Jäger verschlagen. "Wo ist die Schnecke?" Luk (10) und Tom (11) schauen suchend um sich. Die Geschwister aus Kiel verbringen einen Teil ihrer Ferien bei ihrer Oma Heike Starke in Schönebeck. Die Enkel sind nicht zum ersten Mal im Schloss. "Ich war schon oft hier", erzählt Tom. Die Walfang-Abteilung findet er besonders spannend. "Der Ur-Ur-Onkel war auch Walfänger", erzählt Heike Starke. An diesem Nachmittag hilft Tom seinem kleinen Bruder beim Suchspiel. Neben der Tür entdeckten die beiden schließlich auch das Gehäuse der Triton-Schnecke, von dem Errorculix behauptet: "Es diente als Signalhorn."

Ein paar Räume weiter hat Torben etwas entdeckt, was ihn fesselt: Auf Knopfdruck entflammt er in eine Vitrine mit dem Modell des Bremer Vulkan ein Lämpchen nach dem anderen. Baudock, Verwaltungsgebäude, Groß-Sektionshalle und andere Bereiche der ehemaligen Werft leuchten auf. Zwischendurch wird für das Suchspiel schnell der Name des alten Fährdampfers abgehakt, dann zieht es Torben auch schon zurück zum Vulkan. Knöpfchen drücken macht ja so viel Spaß. Nur schwer ist der Achtjährige vom Lichter-Spektakel loszueisen. Schließlich geht's mit Errorculix noch ins Kellergewölbe. Die mühsamste Aufgabe haben sich Mutter und Sohn für den Schluss aufgehoben: 77 Fenster hat das Museum, behauptet der Fehlerteufel steif und fest. Bei einem Gang ums Haus muss Torben nachzählen.

Seit 14. Mai läuft das Suchspiel im Schoss. Rund 40 Kinder haben sich nach den Worten von Gudrun Hittenbeck inzwischen beteiligt. Die Schönebeckerin betreut den Suchspaß im Museum seit rund sechs Jahren. Früher seien auch Schulklassen eingeladen worden. In diesem Jahr hat sie erstmals darauf verzichtet. "Die Schulen zeigten in der Vergangenheit kaum Interesse", so Gudrun Hittenbeck

Noch bis 14. August können Kinder von acht bis 13 Jahren beim Suchspiel im Schloss dem Fehlerteufel das Handwerk legen. Wer mitmacht, hat freien Eintritt im Museum. Zu gewinnen sind Preise. Sie werden am 5. September um 11 Uhr verliehen. Öffnungszeiten im Museum: dienstags, mittwochs und sonnabends von 15 bis 17 Uhr, sonntags von 10.30 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr.

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