Vortrag am Mittwoch Jasmina Heritani erzählt von Syrien

Gartenstadt Vahr·Altstadt. Über den Umbruch in Syrien spricht Jasmina Heritani am Mittwoch, 22. Februar, um 19 Uhr im Bamberger-Haus. Die Volkshochschuldozentin hat syrische Wurzeln, kennt das Land sehr gut. Es liegt ihr am Herzen.In ihrem Vortrag will sie über die Ursachen und Hintergründe der aktuellen Aufstände in Syrien sprechen.
20.02.2012, 05:00
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Von Solveig Rixmann

Gartenstadt Vahr·Altstadt. Über den Umbruch in Syrien spricht Jasmina Heritani am Mittwoch, 22. Februar, um 19 Uhr im Bamberger-Haus. Die Volkshochschuldozentin hat syrische Wurzeln, kennt das Land sehr gut. Es liegt ihr am Herzen.In ihrem Vortrag will sie über die Ursachen und Hintergründe der aktuellen Aufstände in Syrien sprechen.

"Wir sind nicht viele", sagt Jasmina Heritani über die Anzahl der Arabischdozenten. Es gebe viele Muttersprachler, aber wenige mit einer Lehrerausbildung. Jasmina Heritani aus der Gartenstadt Vahr ist Dozentin an der Volkshochschule. Sie unterrichtet Arabisch und Deutsch als Fremdsprache, hält Vorträge zu Syrien, leitet Stadtführungen durch Bremen und hält Vorträge über Bremen auf Arabisch.

"Mein Vater ist Syrer", erzählt Jasmina Heritani. "Der ist in den 70er-Jahren als Bildungsmigrant nach Deutschland gekommen." Während des Studiums lernte er ihre Mutter, eine Deutsche, kennen. Jasmina Heritani wuchs in Hamm in Nordrhein-Westfalen auf. Aber in ihrer Kindheit und Jugend hat sie einige Zeit im Geburtsland ihres Vaters verbracht.

"Meine Mutter hat mich im Alter von sechs Jahren mit nach Syrien genommen", erzählt Jasmina Heritani. Ohne ein Wort Arabisch zu sprechen, sei sie dort in die erste Klasse eingeschult worden und nach drei Monaten von den anderen Kindern nicht mehr zu unterscheiden gewesen.

Ab der zweiten Klasse besuchte Jasmina Heritani eine Schule in Hamm. In der Oberstufe ging sie für einen Schüleraustausch, den sie selber organisieren musste, erneut nach Syrien. Nach dem Abitur studierte sie in Bremen Wirtschaftsarabisch. Dort war ein Auslandssemester Pflicht. Jasmina Heritani und ihre Kommilitonen studierten in Ägypten an der Universität von Alexandria.

Nach ihrem Studium arbeitete Jasmina Heritani, wie viele ihrer Kommilitonen, bei einem Wirtschaftsunternehmen mit Geschäftspartnern in arabischen Ländern. "Oft ist es ja so, dass es nicht nur sprachliche Probleme gibt", sagt die 29-Jährige über den Umgang von Menschen verschiedener Nationalitäten und Mentalitäten miteinander.

Volkshochschuldozentin wurde Jasmina Heritani eher per Zufall. An der Göttinger VHS hatte sie sich beworben, um Seminare zu aktuellen politischen Themen im Orient zu halten. Stattdessen wurde sie gebeten, Sprachkurse zu geben, und die Dozententätigkeit gefiel ihr sehr. "Da habe ich gemerkt: Eigentlich ist das eher mein Leben", sagt Jasmina Heritani.

Sie studierte, um die entsprechende Qualifikation für die Sprachkurse zu erlangen, Interkulturelle Germanistik und Deutsch als Fremdsprache in Göttingen. "Ich kann mir keinen schöneren Job vorstellen, als hier an der VHS", sagt sie.

Jasmina Heritani und ihr syrischer Ehemann verfolgen die Berichterstattung über das Land - die deutsche und die arabische. Früher verbrachte die junge Frau jeden Sommer in Syrien. Aber die Lage im Heimatland ihres Vaters lässt sie zögern. Im Sommer 2009 war sie das letzte Mal dort. Jetzt muss sie in ihren Seminaren vermehrt über Unruhen in Syrien erzählen, wo sie sonst so gerne über die Schönheit des arabischen Landes spricht.

Jasmina Heritani hält den Vortrag "Syrien im Umbruch", Kursnummer 10-015-M, am Mittwoch, 22. Februar, von 19 bis 20.30 Uhr in der VHS im Bamberger-Haus, Faulenstraße 69. Die Teilnahme kostet fünf Euro, ermäßigt vier. Anmeldungen sind unter 361-12345 möglich. Informationen auch unter www.vhs-bremen.de.

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