Kinderkrankheiten in Bremen Jeder Zehnte vergisst Impfungen

Bremen. Gegen Kinderkrankheitengibt es eine zweistufige Impfung. Der zweite Teil wird jedoch oftmals vergessen. Die Bremer Quote dieser Impfung liegt unter dem Bundesdurchschnitt. Deshalb warnt die Kassenärztliche Vereinigung vor Krankheitsausbrüchen.
26.07.2011, 16:05
Lesedauer: 2 Min
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Von Regina G. Gruse

Bremen. Gegen die Kinderkrankheiten Masern, Mumps und Röteln gibt es eine zweistufige Impfung. Der zweite Teil wird jedoch oftmals vergessen. Die Bremer Quote dieser Impfung liegt unter dem Bundesdurchschnitt. Deshalb warnt die Kassenärztliche Vereinigung Bremen vor möglichen Krankheitsausbrüchen.

Die Schuleingangsuntersuchungen 2009 zeigten, dass nur etwa 89 Prozent der Bremer Kinder die zweiten Schutzimpfungen gegen Masern, Mumps und Röteln erhalten haben. Die Zahlen liegen knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt von etwa 90 Prozent.

„Die Hauptursache für das Nicht-Impfen ist das Vergessen“, sagt  Jörg Hermann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen. Deshalb entwickelte die Ärzteschaft den Flyer „Der Vorsorge-Checker“, der in vielen Praxen der Region ausgelegt wurde und über Früherkennungsuntersuchungen und Impfungen informieren soll. Es bestehe die Hoffnung, dass Patienten durch dieses zusätzliche Informationsangebot die eigenen Impflücken erkennen.

Neben dem Vergessen von Impfungen spiele natürlich auch die Angst vor dem Stich eine Rolle. „Frauen gehen etwas sorgfältiger mit ihrer Gesundheit um und wir Männer sind auch eher Feiglinge“, sagt Hermann lachend. Trotzdem seien die von der ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfohlenen Standardimpfungen ein Segen für die Menschheit. „Impfungen sind das Königsgebiet der Medizin, denn sie ersparen es dem Patienten, überhaupt zu erkranken."

"Risiken sind winzig"

Im Internet wird auf einigen Seiten vor Nebenwirkungen und Schäden durch Impfungen gewarnt. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen bestreitet nicht, dass es Impfschäden geben kann. Allerdings betont er, dass die Risiken winzig seien. „Wenn ich mit dem Auto gegen einen Baum fahre, dann doch lieber mit Airbag und Gurt. Auch, wenn vielleicht manch einer sagt, dass man ohne Gurt auf das weiche Feld geschleudert worden wäre“, sagt Hermann. Impfungen seien definitiv das wirksamste Mittel gegen Kinderkrankheiten und viel schlimmer als die Impfung seien die Krankheiten, wenn sie ausbrechen.

„Die Menschen kennen Kinderlähmung heute gar nicht mehr. Deshalb scheint die Bedrohung auch nicht so real zu sein“, sagt Hermann. Doch umso mehr Menschen sich nicht impfen lassen, desto wahrscheinlicher sei es, dass eine Krankheit verbreitet wird.

Die Interessengemeinschaft Eltern für Impfaufklärung (EFI) und der Schutzverband für Impfgeschädigte e.V. (SfI) war am Dienstagnachmittag zu keiner Stellungnahme zu erreichen.

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