Zahlen für 2017

Jedes dritte Kind in Bremen lebt von Hartz IV

Im vergangenen Jahr war der Anteil der Unter-18-Jährigen in Bremen, die von Hartz IV leben, größer als in allen anderen Bundesländern. Niedersachsen liegt im bundesweiten Durchschnitt.
04.04.2018, 06:23
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Jedes dritte Kind in Bremen lebt von Hartz IV

In Bremen lebt jeder dritte junge Mensch - Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren - von Hartz IV.

dpa

In Bremen hat im vergangen Jahr fast jedes dritte Kind unter 18 Jahren von Hartz IV gelebt. Damit ist Bremen bundesweites Schlusslicht, wie aus jüngsten Statistiken der Bundesagentur (BA) hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Niedersachsen liegt im bundesweiten Durchschnitt: Dort lebte knapp jeder siebte Minderjährige in einer Familie, die Grundsicherung bezieht. Prozentual am wenigsten Kinder leben in Bayern von Hartz IV - jedes 15.

In westdeutschen Ländern hat es in den vergangenen Jahren immer mehr unter 18-Jährige in Familien gegeben, die wegen Jobverlusts oder zu geringen Lohns auf die Grundsicherung angewiesen waren. In Niedersachsen waren es im Juni 2017 208.000 (+ 7,2 Prozent im Vergleich zum Jahr davor) und in Bremen 35.000 (+ 8,5 Prozent).

Die Bundesagentur führt den relativ starken Anstieg im wesentlichen auf die wachsende Zahl ausländischer Familien zurück, die von Jobcentern betreut werden und die von Arbeitslosengeld II leben. Eine große Rolle spiele die wachsende Zahl von Flüchtlingen, sagte ein Bundesagentur-Sprecher. Fänden sie nach dem Abschluss ihres Asylverfahrens und der Absolvierung von Integrations- und Sprachkursen nicht gleich eine Arbeit, kämen die Jobcenter für deren Lebensunterhalt auf.

Diese Einschätzung teilt auch Arbeitsmarktforscher Thorsten Lietzmann. "Es sind neue Gruppen in die Grundsicherung gekommen - und das wird bei den Kindern besonders deutlich." Dagegen sei die Zahl der auf Hartz IV angewiesenen inländischen Kinder in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Denn von der sinkenden Arbeitslosigkeit hätten auch erwerbsfähige Hartz-IV-Bezieher und ihre Familien profitiert. (dpa)

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