Neu im Beirat Östliche Vorstadt: Kirsten Wiese, Silke Ladewig, Angelika Schlansky und Herbert Lessing Jetzt dürfen sie mitbestimmen

Östliche Vorstadt. Für Kirsten Wiese, Silke Ladewig und Angelika Schlansky von den Grünen und Herbert Lessing von den Linken ist die morgige konstituierende Sitzung des Beirats Östliche Vorstadt der erste Tag in ihrem neuen Ehrenamt. Von den 17 Sitzen im Stadtteilparlament werden, wie berichtet acht neu besetzt. Vier neue Kommunalpolitikerinnen hatten wir bereits vorgestellt.
04.07.2011, 05:00
Lesedauer: 5 Min
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Von Bastienne Ehl

Östliche Vorstadt. Für Kirsten Wiese, Silke Ladewig und Angelika Schlansky von den Grünen und Herbert Lessing von den Linken ist die morgige konstituierende Sitzung des Beirats Östliche Vorstadt der erste Tag in ihrem neuen Ehrenamt. Von den 17 Sitzen im Stadtteilparlament werden, wie berichtet acht neu besetzt. Vier neue Kommunalpolitikerinnen hatten wir bereits vorgestellt.

Kirsten Wiese aus dem Peterswerder ist vor kurzem erst zur Sprecherin der Grünenfraktion im Beirat gewählt worden. Die 38-jährige Mutter eines Sohnes ist per Listenwahl in den Beirat eingezogen. Für ein politisches Engagement auf Stadtteilebene hat sie sich ganz bewusst entschieden. "Es ist mein Wunsch, auf kleiner Ebene politisch gestalterisch tätig zu werden. Ich denke, es ist einfacher, in einem kleinen Rahmen etwas zu bewegen, das sich dann aber nach oben hin fortsetzt."

Seit gut zwei Jahren lebt die promovierte Juristin, die in Berlin studiert hat, in der Östlichen Vorstadt. Sie arbeitet für die Senatsverwaltung, gegenwärtig beim Senator für Bau, Verkehr, Umwelt und Europa. "Es macht mir Freude, an der Umsetzung von Gesetzen mitwirken zu können", sagt Wiese, die aus dem Münsterland stammt und seit 2005 Mitglied der Grünen ist.

Als Beiratsmitglied möchte sich die 38-Jährige vorrangig auf soziale Aspekte konzentrieren, vor allem das Thema Arbeit in Verbindung mit Kinderbetreuung. "Ich möchte mich dafür einsetzen, dass die Betreuungsangebote der Untersechsjährigen in der Östlichen Vorstadt ausgebaut und Elternvereine im Stadtteil gefördert werden." Außerdem will sich Wiese für Integration in der Östlichen Vorstadt einsetzen und dabei Sahhanim Görgü-Philipp unterstützen. Weiterhin möchte sie sich für bessere Arbeitsbedingungen im Dienstleistungsgewerbe im Stadtteil einsetzen und sich die Strukturen von Beschäftigungsträgern in der Östlichen Vorstadt genauer anschauen. "Um zu sehen, wie man sie unterstützen und erhalten kann. Bei diesem Thema möchte ich auch mit dem Beirat Mitte eng zusammenarbeiten."

Als neues Mitglied der Grünen-Fraktion im Stadtteilparlament Östliche Vorstadt will Silke Ladewig aus dem Steintor ihren Schwerpunkt auf Klimaschutz legen. Die 36-jährige gebürtige Westfälin hat den Einzug in den Beirat mit 688 Stimmen per Personenwahl geschafft. Seit Abschluss ihres Geschichts- und Philosophiestudiums an der Uni Bremen vor sechs Jahren arbeitet Ladewig als Projektmanagerin in der Umweltbildung. Vor einem dreiviertel Jahr ist sie den Grünen beigetreten, um auf politischer Ebene etwas verändern zu können. "Und eben nicht nur durch die Arbeit in Vereinen oder regierungsunabhängigen Organisationen", sagt Silke Ladewig, die seit Jahren bei Amnesty International aktiv ist. Für die Arbeit auf Stadtteilebene hat sich die Mutter eines dreieinhalbjährigen Sohns bewusst entschieden. "Ich denke, dort ist es einfacher, etwas zu bewegen. Der Beirat ist eine gute Plattform, um sich zu vernetzen und Projekte anzustoßen." Konkrete Ideen, sich aktiv einzubringen, hat sie einige: "Der

Ausbau von Car-Sharing, die Weiterentwicklung des Klimakonzepts, das es bereits für das Viertel gibt. Dachbegrünung finde ich auch ein ganz spannendes Thema." Silke Ladewig möchte außerdem dazu beitragen, dass der Bunker an der Lessingstraße stärker genutzt wird. Vorstellbar seien auch kleine Klimakonferenzen für einzelne Straßenzüge. "So könnte man die Anwohner über Themen des Klimaschutzes informieren, beispielweise über Haussanierung."

Schon mehrfach ist Angelika Schlansky aus dem Peterswerder von Freunden und Bekannten aufgefordert worden, sich für den Beirat aufstellen zu lassen. Bisher hatte die 65-Jährige, die als freiberufliche Stadtplanerin arbeitet, aus beruflichen Gründen dafür aber keine Kapazitäten. Doch im neuen Stadtteilparlament ist sie jetzt für die Grünen mit dabei. Zwar hat sie den Einzug in den Beirat über Listenwahl geschafft. 960 Personenstimmen kamen aber direkt aus dem Quartier. "Jetzt wird es einfach Zeit. Ich habe so viel Erfahrung im Viertel und auch als Stadtplanerin, dieses Fachwissen möchte ich jetzt einbringen", sagt Schlansky, die zwei erwachsene Söhne hat und seit 1984 in der Östlichen Vorstadt lebt. Am Herzen liegt ihr die Mobilität von Kindern und älteren Menschen. "Großsteinpflaster ist beispielsweise nichts für Menschen mit Rollatoren. Genauso wenig wie für Kinderwagen. Auch wenn die Grünen für Großsteinpflaster sind, ich als Stadtplanerin bin dagegen", sagt die langjährige

Fußgängerlobbyistin, die in Bayern geboren ist und in Berlin Stadt- und Regionalplanung studiert hat.

Konkrete Projektideen, die sie durch ihre Arbeit im Beirat umsetzen will, hat sie bereits. "Es muss eine Möglichkeit geschaffen werden, besser über den Osterdeich zu kommen. Und das wäre ganz einfach zu machen, entweder mit einem Mittelstreifen oder einer Mittelinsel." Außerdem will sich die Stadtplanerin für mehr Fahrradständer in Wohnstraßen einsetzen und für mehr Spielflächen für Kinder in ruhigen Seitenstraßen. "Mein Schwerpunkt ist der Fußgängerverkehr, genauso wie der Fahrradverkehr", sagt Schlansky, die selbst kein Auto besitzt.

Zusammen mit Birgit Menz wird Herbert Lessing aus dem Steintor im Beirat Östliche Vorstadt die Fraktion Die Linke bilden. Der 60-Jährige hat 332 Personenstimmen bekommen und den Einzug ins Stadtteilparlament per Listenwahl geschafft. Parteimitglied wurde der Sozialpädagoge 2007, in dem Jahr, als Die Linke aus der WASG (Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit) und der PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus) entstanden war. "Meiner Meinung nach war das ein schlechter Weg, den Deutschland im Zuge der Agenda 2010 da in den letzten zehn Jahren eingeschlagen hatte. Vor allem wurde zu stark im Sozialsystem gekürzt", sagt Lessing, der in Hannover aufgewachsen und in Hildesheim Sozialwesen studiert hat. Seitdem hat er in der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsmarktpolitik mitgearbeitet und innerparteiliche Diskussionen begleitet. "Das waren mir irgendwann aber zu viele theoretische Debatten und Diskussionen, ich wollte konkreter, sachorientierter und vor allem stadtteilbezogen arbeiten",

sagt der 60-Jährige, der seit 28 Jahren im Viertel lebt und eine erwachsene Tochter hat.

Was auf ihn als neues Beiratsmitglied zukommen wird, davon hat er schon eine konkrete Vorstellung: "Die ganze Verkehrsthematik wird weiterhin ein Schwerpunkt sein. Und in diesem Zusammenhang wird besonders Lärm in unseren Aufgabenbereich fallen." Auch in der Entwicklung des neuen Hulsberg-Viertels auf dem Gelände des Klinikums Bremen-Mitte sieht er die Stadtteilparlamentarier stark eingebunden. Auch wenn es übergeordnete Interessen gebe, sieht Lessing die Hauptaufgabe der Beiratsarbeit darin, Bürgerbeteiligung zu stärken. "Die Bürger vor Ort sollen wesentlich mitentscheiden können, was in ihrem direkten Umfeld passiert. Und die Aufgabe der Beiräte ist es, dies zu ermöglichen."

Konstituierende Sitzung des Beirats Östliche Vorstadt am Dienstag, 5. Juli, ab 19 Uhr, in der Aula der Schule an der Lessingstraße, Lessingstraße 30. Eingang über die St-Jürgen-Straße.

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