Rettungssicherheit: Neun Einmündungen und Kurvenradien werden gekennzeichnet Jetzt wird auch im Steintor schraffiert

Steintor. Autofahrer, aufgepasst! Der Parkraum im Steintor wird noch begrenzter. Um die Rettungssicherheit zu gewährleisten, werden im Quartier zwischen Sielwall und Lübecker Straße, Osterdeich und Vor dem Steintor neun Einmündungen und Kurvenradien schraffiert. Falschparker sollen daran gehindert werden, weiterhin Rettungswege zu blockieren. Bisher illegal genutzte Parkräume fallen weg.
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Von niels kanning

Steintor. Autofahrer, aufgepasst! Der Parkraum im Steintor wird noch begrenzter. Um die Rettungssicherheit zu gewährleisten, werden im Quartier zwischen Sielwall und Lübecker Straße, Osterdeich und Vor dem Steintor neun Einmündungen und Kurvenradien schraffiert. Falschparker sollen daran gehindert werden, weiterhin Rettungswege zu blockieren. Bisher illegal genutzte Parkräume fallen weg.

Wie es nach Umsetzung der geplanten Maßnahme in den engen Steintor-Straßen aussehen wird, ist im sogenannten Milch-Quartier im Ostertor seit Monaten zu sehen. Dort sind 15 enge Kreuzungsbereiche und Einmündungen markiert worden. Schilder ermahnen die Autofahrer: Rettungswege freihalten! Gesetzliche Halteverbote beachten! Im Großen und Ganzen hätten die Autofahrer kapiert, dass sie die Kurvenradien nicht zuparken dürfen, lautet das Zwischenfazit.

Die im Milchquartier gewonnenen Erfahrungen sollen jetzt bei der Umsetzung im südlichen Steintor helfen. Beispiel Prangenstraße: Dort sollen die (nachts zugeparkten) Einmündungen zur Taubenstraße, Brokstraße, Seilerstraße, Berliner Straße und Sophienstraße markiert werden, damit Feuerwehr-, Notarzt- und andere Rettungsfahrzeuge ohne zeitraubende Rangiererei um die Kurve fahren können. Schraffiert werden auch die Einmündungen Seilerstraße/Eschenstraße, Auf der Kuhlen/Brunnenstraße/Eschenstraße sowie Schmidtstraße/Holler Straße.

Planerin Marion Finke, die in einer öffentlichen Anhörung im Bau- und Verkehrsausschuss des Beirates Östliche Vorstadt den aktuellen Sachstand erläuterte, berichtete von mehreren Ortsterminen und Besichtigungen mit Vertretern des Amtes für Straßen und Verkehr (ASV), Polizei und Feuerwehr. Legale Parkplätze, die laut Straßenverkehrsordnung nutzbar sind, fielen nicht weg.

Mit anderen Worten bedeutet das: Wenn nachts Kurven zugeparkt waren, wurde dies bisher stillschweigend geduldet, Autofahrer brauchten gezielte Abschleppaktionen in den Abend- und Nachtstunden nicht zu befürchten. Ortsamtsleiter Robert Bücking stellte klar: "Bei der Rettungssicherheit hören jetzt die Kompromisse auf." Im südlichen Steintor seien die Eingriffe kleiner als im noch engeren Milchquartier. Dort ist etwas Entlastung geschaffen worden durch die beidseitigen Parkflächen entlang des Osterdeichs.

Wo sollen die Anwohner und Besucher des Steintors denn parken? Gibt es die Möglichkeit, weitere Parkplätze am Osterdeich zu schaffen? Was ist mit dem Bau von Parkhäusern in der Lübecker Straße im Steintor und am Hohenpfad im Ostertor? Das sind Fragen, mit denen sich die Beiratsmitglieder immer wieder beschäftigen. Die Idee, das Parkhaus Lübecker Straße aufzustocken, sei "unendlich teuer", sagte Ortsamtsleiter Bücking nach Gesprächen mit der Brepark, Bremens wichtigstem Anbieter von Parkraum. Alle Überlegungen seien bisher "dem Taschenrechner zum Opfer gefallen". Man versuche alles, so Bücking, um noch Parkreserven aufzuspüren.

Welche Reserven es noch gibt, darüber hat sich ein Steintor-Anwohner Gedanken gemacht. In anderen Ländern sei es üblich, so der Anlieger, dass Garagenausfahrten zeitlich markiert werden. Etliche Garagenausfahrten würden nur selten genutzt, sie könnten also beparkt werden. Eine andere Idee: Den großen Schulhof an der Schmidtstraße abends für Autos freigeben. Die Anregungen werden jetzt geprüft.

Richtig ärgerlich wurde der Ortsamtsleiter, als ein Anwohner des Sielpfades (einer extrem schmalen Straße im Milchquartier mit Durchfahrtsverbot) den Behörden wiederholte "Abzockerei" vorwarf. Ohne Ankündigung seien die Autofahrer ins Visier der Knöllchenschreiber geraten. Es gebe im Quartier einen "Mörder-Parkplatz-Suchverkehr".

Bücking verwahrte sich gegen den Vorwurf der Abzockerei. Die Rettungswege müssten freibleiben, dazu gebe es keine Alternative. Und die Bürger müssten spüren, dass Falschparken verdammt teuer werden kann. "Das ist keine Gemeinheit von oben."

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