Gedenkstein für Bademeister ist wieder hergerichtet worden

Johann Eberlein unvergessen

Hastedt. Die Hastedter vergessen „ihren“ Bademeister Johann Eberlein nicht. In den 1920er-Jahren hatte er die Flussbadeanstalt geleitet, die sich unterhalb des 1911 gebauten Weserwehrs befand.
16.10.2017, 00:00
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Johann Eberlein unvergessen
Von Detlev Scheil
Johann Eberlein unvergessen

MIT / Denkmal Bademeister Eberlein /Eberlein Weg

Walter Gerbracht

Hastedt. Die Hastedter vergessen „ihren“ Bademeister Johann Eberlein nicht. In den 1920er-Jahren hatte er die Flussbadeanstalt geleitet, die sich unterhalb des 1911 gebauten Weserwehrs befand. Der Aufmerksamkeit und Tatkraft von Eberlein soll es zu verdanken sein, dass im Laufe der Zeit 73 Menschen vor dem Ertrinken gerettet wurden.

Seit dem Sommer 1988 steht auf dem Jacobsberg ein Gedenkstein für den Bademeister. Die Initiative dafür hatte der Hastedter Heimatforscher Wilhelm Rathjen ergriffen und Spenden gesammelt. Auf einem Naturstein wurden zwei Metallplatten angebracht, die eine mit dem Porträt Eberleins, die andere mit einem erklärenden Text. Die Texttafel ist im Frühjahr 2016 von Metalldieben gestohlen worden. Zudem war das Denkmal mit Graffiti beschmiert. Der Nachbarschaftsverein Hastedt mochte das nicht mehr mit ansehen und leitete eine Instandsetzung in die Wege. An die Stelle der fehlenden Metallplatte trat eine Granitplatte, die aus Globalmitteln des Beirats Hemelingen mitfinanziert wurde. Dieter Kauschmann, Schriftführer des Nachbarschaftsvereins, kümmerte sich eigenhändig um das Entfernen der Graffiti. „Jetzt sieht der Gedenkstein wieder tipptopp aus“, freut sich Christian Weber, Vorsitzender des Nachbarvereins und Präsident der Bremischen Bürgerschaft.

Der legendäre Bademeister, 1882 geboren, wohnte im Türmchen des Gebäudes der Badeanstalt. Vom Türmchen aus konnte er auch im Winter beobachten, was sich auf der Weser tat. Er war sofort zur Stelle, wenn sich Kinder zu weit aufs brüchige Eis vorgewagt hatten. Auf tragische Weise kam Eberlein ums Leben, er war noch nicht einmal 50 Jahre alt. Dazu gibt es zwei Versionen. Zum einen heißt es, er sei beim Angeln in der Weser in einen Strudel geraten und ertrunken. Nach anderen Quellen soll ihn der Versuch, einen Ertrinkenden zu retten, das Leben gekostet haben. Auf der Gedenktafel steht, Johann Eberlein sei 1930 gestorben. Das sei ein Fehler, sagt der Hobbyhistoriker Strotmann aus Schwachhausen, der sich mit Eberleins Schicksal beschäftigt hat und darüber auf der Geschichtsseite www.bremen-history.de berichtet. Unterlagen der Maus, Gesellschaft für Familienforschung, sowie dem Buch „200 Jahre öffentliches Badewesen in Bremen“ habe er entnommen, dass Eberlein am 2. November 1931 ertrunken sei.

Die Flussbadeanstalt gab es übrigens noch bis in die 1950er-Jahre hinein.

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