Wegen Art und Umfang der Pressearbeit

Journalisten-Verband rügt Bremer Polizei für Umgang mit Razzia

Eine Razzia der Polizei Bremen sorgt für ein Nachspiel - nicht nur für die zwölf vorläufig Festgenommenen. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) Bremen missbilligt die Pressearbeit der Polizei.
29.03.2019, 10:12
Lesedauer: 1 Min
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Journalisten-Verband rügt Bremer Polizei für Umgang mit Razzia
Von Jan-Felix Jasch
Journalisten-Verband rügt Bremer Polizei für Umgang mit Razzia

Die Berichterstattung über eine Razzia der Polizei Bremen löst Kritik seitens des Deutschen Journalisten-Verbandes aus.

Polizei Bremen

Etwa 350 Polizisten waren am frühen Dienstagmorgen in Bremen und Niedersachsen im Kampf gegen die Clankriminalität im Einsatz. Bei der Durchsuchung von 22 Objekten stießen sie auch auf jede Menge Drogen. Dieser Einsatz sorgt nun für ein Nachspiel in der Medienbranche - und könnte sogar vor Gericht landen.

Der Landesverband Bremen des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) teilte am Freitag mit, dass er "die Art und den Umfang der Pressearbeit der Bremer Polizei" missbillige und auch einer juristischen Prüfung unterziehen wolle.

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Der DJV bemängelte, dass die Polizei zunächst weder auf Presseanfragen Auskunft erteilte noch Interviewanfragen entsprach, heißt es in der Mitteilung des Verbandes. Stattdessen veröffentlichte die Polizei eine Pressemitteilung und einen fertigen Videobericht, samt Interview mit dem Leiter des Bremer Landeskriminalamtes. Dieser Bericht suggeriert laut DJV, dass es sich um ein neutrales, journalistisches Werk handele.

"Die Polizei hat mit dieser Art der Pressearbeit ihre Kompetenzen erheblich überschritten und in den Wettbewerb der freien Presse eingegriffen", erklärte Regine Suling, Vorsitzende des DJV Bremen. Die Presseabteilung der Polizei müsse zunächst der Auskunftspflicht gegenüber Journalisten nachkommen, bevor sie eigene Inhalte erstelle.

Die Polizei weist die Vorwürfe, dass Presseanfragen zunächst nicht bedient worden seien, auf Nachfrage des WESER-KURIER von sich. Alle Presse- und O-Tonanfragen seien "unabhängig von den eigenen Veröffentlichungen" bearbeitet worden. Weiter heißt es in der Stellungnahme der Polizei, sie nehme die geäußerte Kritik ernst und habe die beiden beschwerdeführenden Agenturen bereits zum gemeinsamen Austausch eingeladen.

Dieses Video sorgt nun für Ärger:

++ Dieser Artikel wurde um 16.32 Uhr aktualisiert. ++

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