Östliche Vorstadt

Jugend wirbt für Toleranz

Östliche Vorstadt. Die Weserterrassen-Stiftung hat gleich zwei erste Preise vergeben: Der Förderpreis für beispielhafte Kinder- und Jugendarbeit geht zuallererst an AntiDiskriminierungs-AG des Fan-Projekts von Werder Bremen.
29.11.2010, 05:00
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Von Solveig Rixmann

Östliche Vorstadt. Die Weserterrassen-Stiftung hat gleich zwei erste Preise vergeben: Der Förderpreis für beispielhafte Kinder- und Jugendarbeit geht zuallererst an AntiDiskriminierungs-AG des Fan-Projekts von Werder Bremen.

Der Preis ging außerdem an das Filmprojekt "Vorsicht Nazi!", in dem Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Mitte (GSM) und des Gymnasiums an der Hamburger Straße mitgearbeitet haben. Das Motto des von der Weserterrassen-Stiftung ausgeschriebenen Preises lautete "akzeptiert!" Ausgrenzungen und Diskriminierungen aufgrund von Aussehen, Religion, Behinderung, Geschlecht oder Herkunft sollen verhindert werden. Projekte aus dem Stadtteil, die dem entgegenarbeiten, werden ausgezeichnet. Der Preis soll das vielfältige Engagement würdigen, Projekte konkret fördern und Menschen miteinander in Kontakt bringen, um so weitere Kooperationen zu ermöglichen.

Der Förderpreis der Weserterrassen-Stiftung wurde zum elften Mal vergeben. Insgesamt 10 000 Euro an Preisgeldern konnte die Jury in diesem Jahr verteilen. Acht der eingereichten Projekte wurden ausgezeichnet. "Der Preis lebt von dem Engagement einzelner", sagte Reinhard Werner von der Stiftung.

Der Preis wird unterstützt von den Beiräten Östliche Vorstadt und Mitte, der AOK, der Sparkasse, Werder Bremen und der Weserterrassen-Stiftung. Den mit 2000 Euro dotierten Sonderpreis des Landesinstituts für Schule/Gesundheit und Suchtprävention erhielten in diesem Jahr "Die Kurzen". Die Kindergruppe hat gezeigt, dass niemand zu klein ist, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

"Wir machen den Förderpreis, weil wir wollen, dass gute Beispiele Nachahmer finden", sagte Heike Blanck vom Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt. Das gilt auch für die mit 1000 Euro dotierten Zweitplatzierten. Wie der Verein Rosenak-Haus, der mit zwölf Jugendlichen eine GPS-Schnitzeljagd als Erlebnisrundgang "Auf den Spuren jüdischen Lebens" für Jugendliche entwickelt hat.

Der Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit (VaJa) qualifizierte sich mit seinem Song "Respekt". Berührungsangst abbauen und individuelle Talente hervorheben - das ist der Ansatz des integrativen Tanzprojekts "Lucio und Ludicia" der Gruppe "Die Anderen Starter" von Tanzwerk.

Den dritten Platz teilen sich die DGB-Jugend, ausgezeichnet für ihre Aktivitäten gegen Rassismus und für Zivilcourage, und der Jugendarbeitskreis des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge (VdK), die mit der Aktion "rote Hand" auf das Leid der Kindersoldaten aufmerksam machte.

Die AntiDiskriminierungs-AG des Fan-Projekts von Werder Bremen erhielt 2000 Euro als Anerkennung für ihre Arbeit. "Wir sind beeindruckt von dem Engagement", lobte Mario Schnibbe von der Sparkasse die Jungen und Mädchen. Die Arbeitsgruppe hat viel getan, um dem Rassismus und der Ausgrenzung beim Fußball entgegenzuwirken - die Jugendlichen organisierten beispielsweise Veranstaltungen zum Thema Sexismus und beschäftigten sich mit dem Thema Homophobie.

Ebenfalls 2000 Euro erhielt das Filmprojekt "Vorsicht Nazi!", über das der Stadtteil-Kurier bereits berichtet hat. Die Schüler Marie und Hale von der Gesamtschule Mitte und Joel und Julian vom Gymnasium an der Hamburger Straße drehten diesen sehenswerten Beitrag mit Hilfe der Filmemacher Edina Medra und Stefan Berenthal. Auf sehr amüsante und anschauliche Art stellten sie die Frage: "Wie erkennt man Neonazis?".

"Ihr habt in diesem Film Stellung bezogen", würdigte Holger Ilgner vom Beirat Mitte den Mut der Jugendlichen, öffentlich ihre Meinung zu vertreten.

Der Film "Vorsicht Nazi" ist auf Youtubezu sehen.

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