Wahl startet am Freitag in der Neustadt mit Forum im SOS-Kinderdorf-Zentrum Jugendbeirat soll bunter werden

Neustadt. Ein Hip-Hop-Konzert, Stadtführungen von Schülern für junge Flüchtlinge, ein Basketballkorb im Park oder doch lieber ein neuer Treffpunkt für Skater? Mögliche Antworten auf die Frage, was Jugendliche sich für ihren Stadtteil wünschen, sind so vielfältig wie die jungen Menschen selbst. Damit die Heranwachsenden in der Neustadt bessere Chancen haben, ihre Vorstellungen auch umzusetzen und sich auf gemeinsame Ziele zu einigen, gibt es seit 2011 einen Jugendbeirat.
22.02.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Karin Mörtel

Ein Hip-Hop-Konzert, Stadtführungen von Schülern für junge Flüchtlinge, ein Basketballkorb im Park oder doch lieber ein neuer Treffpunkt für Skater? Mögliche Antworten auf die Frage, was Jugendliche sich für ihren Stadtteil wünschen, sind so vielfältig wie die jungen Menschen selbst. Damit die Heranwachsenden in der Neustadt bessere Chancen haben, ihre Vorstellungen auch umzusetzen und sich auf gemeinsame Ziele zu einigen, gibt es seit 2011 einen Jugendbeirat.

Alle zwei Jahre werden 14 Jungen und Mädchen gewählt, die sich für die Interessen ihrer Altersgenossen einsetzen sollen. Ab kommendem Freitag haben alle Neustädter zwischen zwölf und 21 Jahren wieder die Möglichkeit, mitzubestimmen, wer im neuen Jugendbeirat vertreten ist. Wer selber in der Runde dabei sein möchte, kann sich auch noch bis dahin als Kandidatin oder Kandidat bewerben.

Allerdings wird es diesmal etwas anders laufen als bisher. „Zum Auftakt der Wahl wird es am Freitag ein Jugendforum im SOS-Kinderdorf-Zentrum geben, um Ideen für den Stadtteil zu sammeln“, sagt die Neustädter Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon. Auf diese Weise sollen mehr Jugendliche die Möglichkeit bekommen, Projekte für den Stadtteil vorzuschlagen, miteinander zu diskutieren und sich über die Arbeit des Jugendbeirates zu informieren, und zwar unabhängig davon, ob sie sich auch zur Wahl stellen wollen.

„Gleichzeitig sind die Ergebnisse des Forums dann eine gute Arbeitsgrundlage für den Jugendbeirat, mit der sie gleich nach der Wahl starten können“, sagt Jens Oppermann (SPD). Dem Sprecher des Neustädter Stadtteilparlaments ist es wichtig, dass Jugendliche ihren Stadtteil mitgestalten können. „Damit das auch finanziell möglich ist, stellen wir dem Jugendbeirat 10 000 Euro zur Verfügung, diese Chance sollten die Jugendlichen nutzen“, wirbt Oppermann dafür, dass sich möglichst viele junge Neustädter zur Wahl stellen, aber auch wählen gehen.

Für Saskia von Tungeln, die bereits seit über vier Jahren der Interessenvertretung angehört, hat sich das Engagement offenbar gelohnt: „Ich habe sehr viel über Politik gelernt, was uns in der Schule nie vermittelt wurde.“ Denn dort sei immer nur über Bundespolitik geredet worden. „Was das konkret für uns im Stadtteil bedeutet, oder an wen ich mich wenden kann, wenn mich etwas stört, kam im Unterricht nie zur Sprache, das fand ich blöd“, so die 19-Jährige.

Die Sprecherin des amtierenden Jugendbeirates will eine Ausbildung beginnen und daher nicht zum dritten Mal kandidieren. Zu den Sitzungen ihrer Nachfolger will sie dennoch weiterhin kommen. Auch für sie persönlich hat im Laufe ihrer Amtszeit als gewählte Jugendvertreterin viel verändert. „Ich kann jetzt offener reden und meine Meinung vertreten – ich bin insgesamt selbstbewusster geworden“, findet von Tungeln.

Dass der bisherige Jugendbeirat sehr viele Mitglieder hatte, die wie sie selbst im Freizi Buntentor ein- und ausgehen, sieht sie durchaus kritisch. „Ich fände es gut, wenn die Bandbreite größer wäre und mehr Leute aus anderen Ecken und Einrichtungen der Neustadt dazustoßen würden“, sagt die junge Frau. Dafür sei es allerdings wichtig, dass auch an anderen Orten die Werbetrommel für die Wahl gerührt werde. „Denn wir können wirklich etwas bewegen.“ Als Beispiel nennt sie die Beteiligung am Neustädter Summer-Sounds-Festival, Geld für die Ausstattung vom Bolzplatz an der Thedinghauser Straße aber auch Zeichen politischer Durchsetzungskraft: „Die erfolgreiche Besetzung des Freizis Buntentor ist das beste Beispiel dafür, dass der Jugendbeirat eine Stimme für die Neustädter Jugendlichen sein kann.“ Und welche Eigenschaften muss man als Kandidat mitbringen? Saskia von Tungeln umschreibt es so: „Man muss Bock auf Veränderung haben und muss bereit sein, sich zu engagieren.“

Drei Wahl-Orte an sechs Tagen

Die Beiratswahl findet auf sechs Tage verteilt an drei unterschiedlichen Orten statt. Gleich nach dem Jugendforum kann am Freitag, 26. Februar, um 19 Uhr im Ortsamt, Neustadtscontrescarpe 44, gewählt werden. Am selben Ort gibt es auch am Montag, 29. Februar, und Donnerstag, 3. März, jeweils von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag, 4. März, von 8 bis 12 Uhr die Möglichkeit, seine Stimme abzugeben. In der Wilhelm-Kaisen-Oberschule wird am Dienstag, 1. März, in der Zeit von 9.30 bis 14 Uhr gewählt. In der Oberschule am Leibnizplatz am Mittwoch, 2. März, in der Zeit von 9.30 bis 15.30 Uhr.

Wer noch für den Jugendbeirat kandidieren möchte, kann unter www.jugend-neustadt.de einen Bewerbungsbogen herunterladen. Nähere Infos gibt es im Ortsamt bei Knut Nenninger unter der Telefonnummer 3 61 80 98. Das offene Jugendforum findet am Freitag, 26. Februar, von 16 bis 19 Uhr im SOS-Kinderdorf-Zentrum, Friedrich-Ebert-Straße 101, statt.

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