Oberneulander Jugendliche fordern öffentliche Nutzung des Hofs Rockwinkeler Oberschule Jugendbeirat widerspricht Bildungsbehörde

Um dem Sportflächenmangel in seinem Stadtteil entgegenzuwirken, dringt der Jugendbeirat Oberneuland weiter darauf, den Schulhof der Oberschule Rockwinkel für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Jugendlichen präsentierten dem Sozialausschuss jetzt erste Ergebnisse aus einer Umfrage, die sie in der direkten Nachbarschaft des Schulgeländes durchgeführt hatten.
30.05.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter

Um dem Sportflächenmangel in seinem Stadtteil entgegenzuwirken, dringt der Jugendbeirat Oberneuland weiter darauf, den Schulhof der Oberschule Rockwinkel für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Jugendlichen präsentierten dem Sozialausschuss jetzt erste Ergebnisse aus einer Umfrage, die sie in der direkten Nachbarschaft des Schulgeländes durchgeführt hatten.

Eine öffentliche Nutzung des Schulhofs der Rockwinkeler Oberschule stellt aus Sicht der Bildungsbehörde ein zu hohes Risiko für nachbarschaftliche Konflikte dar. Der Jugendbeirat Oberneuland wollte es genau wissen und ist vergangene Woche von Tür zu Tür gezogen, um direkt mit den Anwohnern in Kontakt zu treten und ein Stimmungsbild zum Thema einzuholen. Ein Zwischenergebnis des ersten Umfrage-Durchlaufs stellte Jugendbeiratssprecher Dominik Hubricht jetzt dem Sozialausschuss im Beirat Oberneuland vor.

Demnach sehen aktuell vier der 39 befragten Haushalte eine Öffnung des Platzes kritisch, während 18 eine Zugänglichkeit für die Allgemeinheit unterstützen würden. 17 Antworten stehen derzeit noch aus. Kritik ergibt sich laut Hubricht vorrangig aus negativen Erfahrungen der Anwohner während des Schulbetriebs. Hier seien vor allem Belästigung durch Raucher-Treffpunkte und Müll genannt worden.

Das komplettierte Ergebnis will der Jugendbeirat im Rahmen seiner nächsten Sitzung präsentieren. Hier hofft Hubricht, dass sich anders als beim Runden Tisch nicht nur Vertreter der Sozialbehörde, sondern auch der Schule und des Sozialressorts einbringen.

Schließung durch Zeitschloss?

Über Möglichkeiten der Schließung (montags bis sonnabends um 18 Uhr) durch ein Zeitschloss oder Schließdienste habe man sich bereits beim Runden Tisch mit Tamara Duffner-Hüls und Ulrike Kulenkampff vom Amt für Soziale Dienste unterhalten. „Der Aufwand wäre verhältnismäßig gering“, erklärte Hubricht, sowohl finanziell als auch personell. Einige Anwohner hätten diesbezüglich sogar schon Unterstützung signalisiert.

Darüber hinaus habe das Sozialressort 7800 Euro, verteilt über drei Jahre, in Aussicht gestellt, um das Projekt zu unterstützen. Denkbar sei unter anderem, von dem Geld Jugendleiterlehrgänge für ehrenamtliche Schließdienste zu finanzieren, so Hubricht. Des Weiteren wolle der Jugendbeirat Kontakt zum Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit (Vaja) und den Oberneulander Kontaktpolizisten aufnehmen, um sich über Unterstützungsmöglichkeiten in Problemsituationen zu informieren.

Dagmar Pawlik vom Amt für Soziale Dienste berichtete den Ausschuss-Mitgliedern, dass in Oberneuland derzeit keine Unterversorgung in der Betreuung für Kinder zwischen drei und sechs Jahren (U3) besteht. Im Gegenteil: Aktuell verzeichne man sogar noch drei freie Plätze. Anders im U3-Bereich – dort fehlen zurzeit sechs Krippenplätze. Auch in den angrenzenden Stadtteilen zeichne sich derzeit keine Möglichkeit ab, die Kinder alternativ unterzubringen. Ausgleichen ließe sich das Defizit über Tagespflegeangebote. Die Erfahrung zeige aber, dass Tagespflegeplätze sich aufgrund höherer Kosten weit weniger Beliebtheit erfreuen als die Unterbringung in Kitas.

Um über den Planungsstand einer gemeinsamen Kita im künftigen Wohn- und Büropark Oberneuland zu berichten, hatte der Ausschuss Vertreterinnen des Kindergartens Achterdiek und des Montessori Kinderhauses eingeladen. Demnach steht in absehbarer Zeit ein Treffen der Einrichtungen mit dem Investor an, der sich grundsätzlich vorstellen könne, eine Kita in dem Gebiet zu realisieren. Die Ausschussmitglieder unterstrichen einmal mehr die Notwendigkeit einer Kita an dem Standort, um das Quartier für Familien attraktiv zu machen.

Bezüglich der geplanten Mittelkürzungen für Privatschulen formulierte Ausschuss-Sprecherin Tamina Kreyenhop (CDU) einen Antrag, in dem sich der Ausschuss für eine gerechte Finanzierung der Schulen in freier Trägerschaft ausspricht. Der Antrag fand ungeteilten Zuspruch.

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