Beirat Vahr: Hohe Kosten nicht weiter tragbar Jugendfreizeitheim auf dem Prüfstand

Die Finanzierung des Jugendfreizeitheimes an der Bispinger Straße erhitzte die Gemüter in der Beiratssitzung und wird auch demnächst noch weiter diskutiert werden. Freudig aufgenommen wurde die Spielleitplanung für die Vahr, sie ist jetzt ein Arbeitsauftrag an den Beirat. Ein erster Einblick in die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans zeigt kaum Änderungen für den Stadtteil. Auf Ablehnung könnte allerdings die Idee stoßen, entlang der Straßenbahnlinie eine Häuserzeile in das Kleingartengebiet Konrad-Adenauer-Allee zu bauen.
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Von Solveig Rixmann

Die Finanzierung des Jugendfreizeitheimes an der Bispinger Straße erhitzte die Gemüter in der Beiratssitzung und wird auch demnächst noch weiter diskutiert werden. Freudig aufgenommen wurde die Spielleitplanung für die Vahr, sie ist jetzt ein Arbeitsauftrag an den Beirat. Ein erster Einblick in die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans zeigt kaum Änderungen für den Stadtteil. Auf Ablehnung könnte allerdings die Idee stoßen, entlang der Straßenbahnlinie eine Häuserzeile in das Kleingartengebiet Konrad-Adenauer-Allee zu bauen.

Vahr. Der Beirat Vahr hatte in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr mit der Vergabe der Kinder- und Jugendfördermittel, den Ergebnissen der Spielleitplanung und der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes und des Landschaftsprogramms noch einmal reichlich Diskussionsstoff. Für Aufregung sorgte die Finanzierung der Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil. Hitzig diskutiert wurde über die finanzielle Zuwendung für das Jugendfreizeitheim Bispinger Straße.

Im kommenden Jahr ergeben sich bei der Vergabe der Fördermittel für Kinder- und Jugendarbeit keine nennenswerten Veränderungen. "Das hat damit zu tun, dass der Haushalt ein Doppelhaushalt ist und deshalb wieder die gleiche Summe zur Verfügung steht", erklärte Dagmar Pawlik vom Sozialzentrum Vahr/Schwachhausen/Horn-Lehe. Für die Vahr gibt es im kommenden Jahr ein Budget von insgesamt 473000 Euro. Etwa 208000 Euro davon können für Einrichtungen im Stadtteil verteilt werden.

Größere Beträge fließen davon in die Neue Vahr Nord. Das Rote Haus des DRK erhält 90500 Euro und die Bude, wie die Awo-Jugendhütte genannt wird, bekommt 94500 Euro. Kleinere Beträge gehen an die Kirchen, an VAJA und die Maulwürfe. Das Gros der Mittel aber sei gebunden und fließe in das Jugendfreizeitheim der Awo in der Bispinger Straße. In den circa 180000 Euro seien auch eine halbe Personalstelle für das Rote Haus enthalten und fast alle Kosten des Lücke-Projektes. Die Finanzierung des Jugendfreizeitheimes Bispinger Straße wird allerdings kritisch gesehen, denn dort gehen viel weniger Jugendliche hin, als in andere Häuser.

Anja Walecki (Grüne) betonte, dass es wichtig sei, diese Situation endlich anzugehen, sonst würde das Thema nur weiter aufgeschoben. Auch Sascha Falkenhain (SPD) hält das Ganze für nicht tragbar. Drei Beschäftigte für drei Kinder – das sei zu viel, zumal wenn im Roten Haus zwei Betreuer für 40 Kinder da seien. "Ich habe für das Jugendfreizeitheim keine Liebe mehr", sagt Falkenhain. Das Jugendfreizeitheim würde die Möglichkeiten der Jugendarbeit in der Vahr ausbremsen, deshalb würden die hohen Kosten nicht noch einmal durchgewunken werden.

Ortsamtsleiterin Karin Mathes fasste die Diskussion zusammen: Das Ergebnis des Controllingausschusses für dieses Jahr – so wie es jetzt vorliege – werde noch einmal akzeptiert, es müsse aber dringend an der Kostenstruktur des Jugendfreizeitheimes gearbeitet werden, und zwar kontinuierlich. Und spätestens im März müsse das Thema im Controllingausschuss besprochen werden.

Welche Spielmöglichkeiten für Kinder im Stadtteil vorhanden sind, was fehlt und was die Kinder sich wünschen würden, sollte in diesem Jahr eine Erhebung durch den Verein Spiellandschaft Stadt für die Vahr ermitteln. "Allgemein wurde gelobt, dass es viele hausnahe Spielplätze gibt", sagte Jürgen Brodbeck vom Verein Spiellandschaft Stadt. In Schulen und Kindergärten in jedem Ortsteil wurde nachgefragt. Mit Grundschülern wurden Streifzüge durch den Stadtteil unternommen. Mütter, Väter, Omas und sogar ein Hausmeister trugen zu den Ergebnissen bei.

Besonders gefällt den Befragten der Spielplatz Philipp-Scheidemann-Straße, der nur Brema-Spielplatz genannt wird, oder der Spielplatz Julius-Bruhns-Straße. Besonders Müll, Dreck und Glasscherben aber auch der schlechte Zustand von Spielgeräten wurden als Probleme genannt. Wenn die Kinder sich etwas zum Spielen wünschen könnten, dann reicht das von Sitzgelegenheiten und Schaukeln bis hin zu einem Schwimmbad.

"Der Beirat hat hier Hausaufgaben bekommen", sagte Sascha Falkenhain, und müsse schauen, was sich davon umsetzen lasse und was man weiter unterstützen könne. Die Spielleitplanung sei eine sehr gute Grundlage dafür.

Der Beirat Vahr informierte sich außerdem über die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes und des Landschaftsprogramms. "Bei ihnen sind wesentlich weniger Änderungen und Streitpunkte, als in anderen Stadtteil", erklärte Tom Lecke-Lopatta vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr. Es werde ein Beteiligungsverfahren durchgeführt, da auch die Öffentlichkeit gebraucht werde, um auf Fehler hinzuweisen. Der wohl größte Reibungspunkt für die Vahr werde der Vorschlag sein, im Kleingartengebiet Konrad-Adenauer-Allee eine Häuserzeile längs der Straßenbahnlinie zu bauen. Die Begründung dafür: Eine Straßenbahn sei relativ teuer und im Kleingartengebiet stiegen relativ wenige Leute zu.

Infos und Verfahrensbeteiligung im Internet unter www.fnp-bremen.de.

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