Illegale Partys in Bremen Jugendliche beklagen hohe Auflagen

Bremen. Geborgte Stromgeneratoren und große Boxen: Immer wieder werden in Bremen professionell organisierte Partys im Grünen gefeiert – ohne Genehmigung. Die Auflagen des Stadtamts seien zu hoch, beklagen die jungen Veranstalter.
11.07.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Jugendliche beklagen hohe Auflagen
Von Sara Sundermann

Bremen. Geborgte Stromgeneratoren, große Boxen und Getränke: Immer wieder werden in Bremen professionell organisierte Partys im Grünen gefeiert – ohne Genehmigung. So geballt wie am vergangenen Wochenende war die Party-Dichte aber selten, sagt die Polizei.

Gleich dreimal schritt die Polizei am Wochenende ein: in einem kleinen Waldstück nahe der Senator-Apelt-Straße, nebenan im Gebiet der Baustelle zur A281 und dann noch einmal an der Stromer Landstraße. Gegen einen 28-jährigen Veranstalter wurde Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet, auch vier jugendliche Veranstalter erhielten Anzeigen. Die Polizei löste alle drei Partys auf.

"Diese Ballung an einem Wochenende und in einem Gebiet ist schon etwas Neues", sagt Polizeisprecherin Kirsten Dambek. "Und dass die Veranstalter eine Tanzfläche abstecken und sogar Disco-Kugeln aufhängen, hatten wir auch noch nicht."

In der Sommerzeit gebe es fünf große illegale Freiluftpartys im Prinzip jedes Wochenende, schätzen Jugendliche, die in der Bremer Party-Szene aktiv sind. Rund 30 bis 50 Party-Gruppen seien allein im Bereich der elektronischen Musik als Veranstalter unterwegs.

Eine Party mit 200 Gästen feiert man selten ohne die entsprechende Ausrüstung. Auch in der Neustadt kamen am vergangenen Wochenende professionelle Musikanlagen, Getränketheken und DJ-Pulte zum Einsatz, alles betrieben mit transportablen Stromgeneratoren, wie sie zum Beispiel von Werkzeugläden verliehen werden.

Dass Generatoren und größere Musikanlagen genutzt werden, ist in Bremen nichts Neues: Auch bei einzelnen Partys am Werdersee, am Hohentorshafen oder 2011 am Lankenauer Höft an der Spitze des Neustädter Hafens gab es immer wieder Elektro-Partys, die professionell organisiert waren. Dazu wurde durch Mundpropaganda und über die Internet-Gemeinschaften eingeladen.

Schall wird weit getragen

Selbst aus vermeintlich abgelegenen Gebieten ohne direkte Nachbarn wird der Schall meist sehr weit getragen. Für die Polizei ist es deshalb oft nicht leicht, den Ort der Freiluft-Party zu lokalisieren. Sprecherin Kirsten Dambek: "Über die Party am Lankenauer Höft hatten sich Anwohner aus Walle beschwert. Wir haben dann zuerst in Walle nach einer Party gesucht und keine gefunden."

Doch wo endet das sommerliche Freiluft-Vergnügen und fängt die illegale Party an? "Die Grenze liegt immer dort, wo sich Unbeteiligte gestört fühlen", sagt Dambek. "Man darf jeden Tag feiern, solange man niemanden stört." Ganz so einfach ist es allerdings beim näheren Hinsehen nicht: Auf Firmen- oder Privatgelände darf eine Party nur mit einer schriftlichen Einverständniserklärung der Grundstückseigentümer veranstaltet werden. "Und in Parks und auf öffentlichem Boden ist im Prinzip alles verboten, was über eine Picknickdecke mit Gettoblaster und einer Handvoll Leute hinausgeht", erläutert Dambek.

Auch der Verkauf von Getränken ist genehmigungspflichtig. Partys müssen zudem bei der Gema angemeldet werden, die dann Gebühren für die öffentlich abgespielte Musik kassiert.

Um weitere illegale Partys zu verhindern, will die Polizei am kommenden Wochenende verstärkt in Bremens partytauglichen Arealen präsent sein. "Wir werden überall in dieses Gebieten ganz intensiv auf Streife fahren", kündigt Dambek an. "Die Nachtruhe ist ein kostbares Gut."

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+