Video aus Bremen-Gröpelingen Jugendliche hantieren auf der Straße mit Pistole

In Gröpelingen wurden drei Jugendliche gefilmt, von denen einer auf offener Straße mit einer Pistole herumhantiert. Es gibt Kritik am Umgang der Polizei mit diesem Vorfall.
01.03.2019, 16:26
Lesedauer: 2 Min
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Jugendliche hantieren auf der Straße mit Pistole
Von Ralf Michel

Jörn Rainer Wulff ist fassungslos. Da liefere man der Polizei den Beweis dafür, wie Jugendliche in Gröpelingen auf offener Straße mit einer Waffe herumfuchteln, erzählt er. Berichte zudem, wie sie zuvor mit dieser Waffe Menschen bedroht hätten. Und was passiere? Nichts! Abgewimmelt werde man, ärgert sich Wulff und wirft der Polizei „Tatenlosigkeit bei der Durchsetzung des Rechtsstaates“ vor. So werde Kleinkrimellen das Gefühl vermittelt, dass sie ruhig weitermachen könnten. „Es passiert ihnen ja ohnehin nichts.“

Die Polizei weist dies zurück. „Hierzu läuft definitiv ein Ermittlungsverfahren“, sagt Pressesprecher Nils Matthiesen. Allerdings sei dieser Fall schon etwas merkwürdig gelaufen.

Laut Wulff schlugen Ende Januar drei Jugendliche bei einem in der Scheeßeler Straße abgestellten Fahrzeug die Seitenscheibe ein und beschädigten außerdem einen Außenspiegel. Der Wagen wurde von ausländischen Studenten, die in der Firma seiner Frau arbeiteten, dienstlich genutzt, berichtet Wulff. Als die Studenten die Jugendlichen ansprachen, habe einer die Waffe gezogen und die Mitarbeiter seiner Frau bedroht. Sinngemäß seien dabei Sätze wie „Was wollt ihr? Ihr habt hier nichts zu sagen“ gefallen.

Die Studenten zogen sich zurück, filmten das Trio aber aus einem Fenster ihrer Wohnung heraus. Auf dem 53 Sekunden langen Video sind die drei Jugendlichen zu sehen, von denen einer deutlich sichtbar mit einer Waffe hantiert, sie mehrfach durchlädt und auch abdrückt. Allerdings scheint es sich um eine Schreckschusspistole zu handeln.

Wulff, der in Borgfeld wohnt, ging nach eigenen Angaben zunächst zum Polizeirevier in Horn. Dort habe man ihm aber gesagt, dass er eine Stunde warten müsse, berichtet er. „So viel Zeit hatte ich nicht, deshalb bin ich wieder gegangen.“ Als er Mitte Februar wegen einer anderen Angelegenheit bei der Polizei in der Vahr war, erwähnte er den Vorfall und das Video. Er sei dann um das Video gebeten worden und habe es der Polizei gemailt. Doch alles, was anschließend passierte, sei ein Anruf bei seiner Frau gewesen. In dem Gespräch habe ein Polizist ihr zu verstehen gegeben, dass er nicht von einer Bedrohung ausging. Wenn es sich tatsächlich so zugetragen habe, sollten doch die Mitarbeiter seiner Frau zur Polizei kommen und Anzeige erstatten.

Dies wäre von Anfang an der richtige Weg gewesen, betont Polizeisprecher Nils Matthiesen und wundert sich ein wenig. „Wenn mein Wagen beschädigt wird und ich mit einer Waffe bedroht werde – warum wähle ich nicht sofort den Notruf?“ Dies sei in diesem Fall schon einmal das Grundproblem. Dass es anschließend auch vonseiten der Polizei nicht perfekt weiterlief, sei nicht auszuschließen, räumt Matthiesen ein. „Auch das prüfen wir.“ Man werde auch noch einmal den Kontakt zur Familie Wulff aufnehmen, um eventuelle Missverständnisse auszuräumen. In jedem Fall ermittle aber derzeit noch das zuständige Kommissariat in Gröpelingen.

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